Unzureichender Schutz
Musiker und andere Kreative fordern von der EU Maßnahmen zur fairen Nutzung von KI
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Künstliche Intelligenz hat große Auswirkungen auf den Kulturbetrieb. © Steve Johnson via unsplash.com
Der offene Brief trägt den Titel "Die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf Europas kreative Gemeinschaften – Der heutigen Realität ins Auge sehen und den Weg für die nächste politische Agenda der EU ebnen" und richtet sich an Henna Virkkunen, die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie sowie an Glenn Micallef, den Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport.
Neben der International Artist Organisation (IAO), der European Composer and Songwriter Alliance (ECSA) und der International Federation of Musicians (FIM) unterschrieben auch Organisationen der Film- und Schauspielbranche (FERA, FIA, FSE). Auch Verbände der Autor*innen, Journalist*innen und Übersetzer*innen unterstützen den Aufruf.
Der Brief thematisiert die Herausforderungen, die KI für die Kunst- und Kulturwirtschaft hervorruft und stellt außerdem konkrete Handlungsanforderungen an die EU.
Keine Transparenz bei KI-Modellen
Während KI auch im künstlerischen Bereich ein hilfreiches Tool sein kann, existieren auch Schattenseiten, die den Kreativen Sorgen bereiten. Generative KI-Modelle bieten beispielsweise keinerlei Transparenz darüber, welche Inhalte sie zum Training verwenden.
Künstler*innen werden demnach weder um Einwilligung für die Nutzung ihrer Werke gebeten noch können sie nachvollziehen, ob ihre Inhalte bereits genutzt wurden oder werden. Eine Vergütung erhalten sie auch nicht. Die Kreativen fordern nun, dass sich dies ändert.
Kreative werden unzureichend geschützt
Ihre größte Kritik besteht darin, dass es zwar bereits Rahmenbedingungen für KI und Datenschutz bzw. Rechte von Künstler*innen gibt, diese aber häufig fehlinterpretiert, nicht genau genug befolgt oder ganz ignoriert werden. Die Folge: Kreative und ihre Arbeit werden nur unzureichend geschützt.
In ihrem Brief berufen sich die Kreativen auf Artikel 4 der CDSM-Richtlinien, der 2019 erlassen wurde und der es erlaubt, urheberrechtlich geschützte Inhalte für Text- und Datamining zu verwenden, sofern die Urheber es nicht explizit verbieten.
Als problematisch betrachten sie in diesem Zusammenhang vor allem die weite Interpretation des Artikels bei der Verwendung von KI-Modellen, die ursprünglich gar nicht genannt werden.
Zudem bemängeln sie, dass keines ihrer Mitglieder die Möglichkeit hatte, ihr Urheberrecht effizient zu schützen und die Nutzung ihrer Werke zu verbieten. Die Intransparenz sorgt weiter dafür, dass nicht nachvollzogen werden kann, welche Inhalte bereits genutzt wurden. Somit können Kreative auch kaum rechtliche Schritte einleiten.
Einwilligung, Transparenz und Vergütung
Der Brief äußert eine klare Forderung: Die KI-Strategie bzgl. der Kunst- und Kulturindustrie muss überarbeitet werden. Im Fokus sollen Einwilligung, Transparenz und faire Vergütung für Kreative stehen.
Die Kreativen fordern die Aufnahme von Transparenz in den Verhaltenskodex von KI-Anbietern und weisen darauf hin, dass die unerlaubte Nutzung von urheberrechtlich geschützten Inhalten kein Geschäftsgeheimnis sein darf und somit offengelegt werden soll.
Auch fordern sie Entscheidungsfreiheit darüber, ob ihre Inhalte genutzt werden dürfen oder nicht, und dass diese Entscheidung rechtlich geschützt wird. Zudem sollen Kreative für die Inhalte vergütet werden, die durch KI-Modelle mithilfe ihrer urheberrechtlich geschützten Inhalten entstehen.
Ethisch und fair
Selbst bei Einhaltung werden diese Forderungen nur eine Übergangslösung sein, so die Verbände der Kreativen. Für die Zukunft fordern sie die Etablierung einer langfristigen KI-Strategie.
Dazu sollen künftig Initiativen bezüglich des Einsatzes von KI in der Kultur- und Kreativwirtschaft auf einer umfassenden und demokratischen Debatte basieren. Dies soll einen klaren Rechtsrahmen herstellen, der Urheber*innen und ihre Werke schützt und eine ethische und faire Nutzung von KI ermöglicht.
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