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Herausforderung und Chance

Künstliche Intelligenz in Kunst und Kultur: Deutscher Kulturrat fordert nachhaltige Rahmenbedingungen

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 11.10.2024

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Künstliche Intelligenz in Kunst und Kultur: Deutscher Kulturrat fordert nachhaltige Rahmenbedingungen

Künstliche Intelligenz. © Possessed Photography via unsplash

Der Deutsche Kulturrat hat ein Positionspapier zum Einsatz von KI verabschiedet, das sich mit dem Entwickeln von Rahmenbedingungen für KI in den Bereichen Kunst und Kultur beschäftigt. Das Schreiben soll bisherige Diskussionen durch einen breiteren Blick auf Chancen und Herausforderungen von KI ergänzen und ethische und gesellschaftliche Fragestellungen in den Vordergrund rücken.

Der Deutsche Kulturrat beschreibt den Umgang mit der sich dynamisch entwickelnden KI-Technologie sowie deren Regulierung in dem Positionspapier als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Diese bringt einige Herausforderung mit sich:

"Das Vertrauen in die Echtheit von Informationen ist ebenso davon berührt wie die velerorts bestehende Sorge vor der Substitution menschlichen Schaffens und Arbeitskraft dur KI. Wenn KI-Systeme zunehmend in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, entstehen Verantwortungslücken, die geklärt werden müssen, um gesellschaftliche Akzeptanz zu gewährleisten."

Das am 9. Oktober verabschiedete Positionspapier soll nun dazu dienen, den aktuellen Wissensstand wiederzuspiegeln und wird in Zukunft zu diesem Zweck kontinuierlich fortgeschrieben werden. 

Dabei geht es auf 6 verschiedene Bereiche ein:

  • KI als Werkzeug für die künstlerische und kreative Arbeit
  • KI in der nicht-künstlerischen Arbeit in Kunst, Kultur und Medien
  • KI in der allgemeinen Bildung
  • KI in der Hochschullehre und Ausbildung
  • KI und Barrierefreiheit
  • KI und kulturelles Erbe

KI als Werkzeug 

Der Deutsche Kulturrat betont in seinem Schreiben zunächst, dass sich viele Künstler und Künstlerinnen offen für die Nutzung neuer Werkzeuge für ihre Arbeit zeigen. Dass die Einbindung dieser dazu führe, dass sich die Prozesse künstlerischer und kreativer Arbeit verändern, gehöre dazu. Durch die Nutzung von KI-Tools jedoch können auch kreative Prozesse unterstützt und künstlerische Ideen verwirklicht werden, die zuvor als nicht realisierbar galten.

Gerade dies werfe jedoch neue Fragen auf: Stellt künstliche Intelligenz eine finanzielle Bedrohung für Künstler*innen dar? Wie unterscheidet man menschliche Kreativität von KI-generierten Inhalten? Welche Rechte haben die Urheber und wie lässt sich eine faire Vergütung sicherstellen?

Regelungsbedarf von KI

Ein zentraler Punkt der Debatte ist der Einsatz generativer KI, bei dem bereits bestehende Werke zum Training genutzt werden. Der Kulturrat hat bereits in der Vergangenheit auf die Gefahren hingewiesen, die sich aus diesem Ansatz ergeben, insbesondere im Hinblick auf das Urheberrecht.

Erst im Juni 2024 hatten etwa die Major Labels die KI-Plattformen Suno und Udio verklagt, da diese ihre KI-Software unerlaubt mit urheberrechtlich geschützter Musik trainiert haben sollen. 

Gleichzeitig fordert der Deutsche Kulturrat eine stärkere Unterstützung europäischer KI-Anbieter, um Datenschutzstandards und Urheberrechte zu wahren und den Kulturbereich langfristig zu schützen. 

Der günstige Preis einiger KI-Tool-Angebote ginge zudem oft mit einer Missachtung von Datenschutzstandards und Urheber- und Persönlichkeitsrechten einher. Hier bedürfe es einer besseren Aufklärung darüber, damit ein risikofreier und rechtssicherer Umgang mit den Werkzeugen möglich sei. 

Während KI außerdem dabei behilflich sein kann den Fachkräftemangel durch Automatisierung repetitiver Aufgaben zu lindern, bestehe zugleich die Gefahr, dass Arbeitsplätze wegfallen, weshalb eine gezielte Weiterbildung der Mitarbeitenden und klare Transparenzregelungen unerlässlich seien.

KI in der Bildung und Lehre

Auch im Bildungsbereich sieht der Deutsche Kulturrat erheblichen Handlungsbedarf. Der Umgang mit KI müsse Teil der schulischen und außerschulischen Bildung werden, damit Menschen aller Altersgruppen die Technologie kompetent nutzen und ihre Grenzen verstehen lernen. Es gehe darum, Fähigkeiten zu entwickeln, die helfen, die Funktionsweise von KI zu verstehen und missbräuchliche Anwendungen wie Desinformation oder Deep Fakes zu erkennen. 

Besondere Aufmerksamkeit wird zudem der Hochschullehre und der beruflichen Ausbildung geschenkt. KI sollte als fester Bestandteil in die Curricula integriert werden, um sowohl Studierende als auch Lehrende auf den kreativen und kritischen Umgang mit der Technologie vorzubereiten. Darüber hinaus fordert der Kulturrat die Förderung von Forschungsprojekten, die sich mit den Auswirkungen von KI auf Kunst und Kultur sowie auf die kulturelle Vielfalt befassen. 

Barrierefreiheit und kulturelles Erbe

KI bietet auch Chancen, Barrieren im Zugang zu Kunst und Kultur abzubauen. KI-gestützte Systeme haben das Potential dazu Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Teilnahme an kulturellen Angeboten ermöglichen zu können. Der Deutsche Kulturrat fordert die öffentliche Hand auf, verstärkt in Forschung und Entwicklung zu investieren, um qualitativ hochwertige, barrierefreie KI-Lösungen zu schaffen. 

Ein weiteres zentrales Thema ist das kulturelle Erbe. Viele Institutionen, wie Museen, Archive und Bibliotheken, sind noch nicht ausreichend digitalisiert, was die Nutzung von KI in diesen Bereichen erschwert. Der Kulturrat fordert daher ein konzentriertes Vorgehen von Bund und Ländern, um die Digitalisierung zu beschleunigen und so die Voraussetzungen für den Einsatz von KI zu schaffen. Besonders im wissenschaftlichen Bereich könnten KI-Anwendungen helfen, große Datenmengen effizient zu durchsuchen und zugänglich zu machen. 

Fazit: Ein verantwortungsvoller Umgang mit KI

Der Deutsche Kulturrat sieht in KI sowohl Chancen als auch Risisken für den Kunst- und Kulturbereich. Aus diesem Grund plädiert er für einen verantwortungsvollen und ethischen Umgang mit der Technologie, der die Rechte der Urheber wahrt, die kulturelle Vielfalt fördert und gesellschaftliche Reflexionsräume schafft.

Gleichzeitig fordert der Verband, Künstlerinen und Künstler sowie andere Akteure des Kultursektors frühzeitig in die Gestaltung von Regulierungen einzubeziehen, um eine nachhaltige und faire Nutzung von KI zu gewährleisten. 

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