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Indie-Verbände zeigen sich besorgt

EU-Kommission erlaubt Übernahme von EMI durch Sony

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 31.10.2018

musikbusiness sony sony/atv emi

EU-Kommission erlaubt Übernahme von EMI durch Sony

Der Sony-CEO Kenichiro Yoshida auf der IFA 2018. © Sony

Im Mai hatte Sony angekündigt, den Musikverlag EMI zu übernehmen. Bevor der Kauf abgewickelt werden konnte, musste die EU-Wettbewerbskommission dieses Vorhaben prüfen.

Laut der EU-Kommission für Wettbewerbsrecht ist die Übernahme des Musikverlages EMI durch den amerikanischen Musikverlag Sony/ATV, Teil des japanischen Sony-Konzerns, unbedenklich. Damit steht der Akquise nun nichts mehr im Weg.

Sony/ATV wird damit die 60-prozentige Beteiligung des arabischen Staatsfonds Mubadala an EMI für 2,3 Milliarden Dollar aufkaufen, inklusive deren Schulden in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar. Mit der Übernahme hält der amerikanische Verlag dann insgesamt 90% an EMI und stellt somit den Mehrheitseigner dar. Die restlichen 10% an EMI verbleiben bei den Erben von Michael Jackson. 

Sony/ATV hatte EMI bereits vorher betrieben, trotz Minderheitsbeteiligung. Mit der Akquise besitzt der Sony-Mutterkonzern nun einen der größten Musikverlage der Welt; daneben betreibt der Konzern zahlreiche Labels sowie die Distribution "The Orchard" – und stellt damit insgesamt den wohl größten Player des globalen Musikmarkts dar.

Ungerechte Marktkonzentration?

Im Vorfeld der EU-Entscheidung hatte das Unternehmen angekündigt, keinerlei Zugeständnisse an die Wettbewerbskommission zu machen – obwohl gerade Zusammenschlüsse von Independent-Labels die Akquise hinsichtlich der daraus folgenden Marktkonzentration kritisiert hatten.

Laut der Vorstandsvorsitzenden des Indie-Verbands Impala (Independent Music Publishers and Labels Association), Helen Smith, führt die Übernahme zu einem Beinahe-Monopol Sonys über die Charts, was wiederum schädigend für die gesamte Wertschöpfungskette ist.

Die Entscheidung der EU ist laut Smith ein "Schlag gegen Innovation und kulturelle Vielfalt auf dem europäischen Markt." Impala kündigte an, gegen den Beschluss vorzugehen

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