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Freizeitgestaltung in Deutschland: Kulturangebote verzeichnen mehr Besucher, Stammpublikum schrumpft

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 01.10.2018

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Freizeitgestaltung in Deutschland: Kulturangebote verzeichnen mehr Besucher, Stammpublikum schrumpft

© picjumbo.com auf Pexels.com / Lizenz: CC0

Bei dem Freizeit-Monitor handelt es sich um eine repräsentative Studie, die seit über 30 Jahren das Freizeitverhalten der Deutschen erhebt. 2018 zeigen sich interessante Veränderungen im kulturellen Sektor.

Interessant sind insbesondere die Veränderungen im kulturellen Bereich, die von den Forschern hinter dem Freizeit-Monitor 2018 erhoben wurden. So ist der (jährliche) Besuch von Rock- oder Pop-Konzerten 2018 um 25% gestiegen. Damit gehen von je 100 Befragten 30% zumindest einmal im Jahr auf ein Konzert. 

Dabei gibt es zahlreiche Unterschiede unter den Befragten. Beispielsweise sind Rock- und Pop-Konzerte eher Männer-Domäne, während Frauen die Oper oder das Ballett bevorzugen. Weiterhin gehen viermal so viele unter 30-Jährige mindestens einmal im Jahr auf Konzerte wie über 55-Jährige.

Zweischneidiges Schwert

Jedoch geben die Verfasser der Studie auch an, dass der Anschein eines derzeitigen "Kultur-Booms" trügt: Denn obwohl die Besucherzahl in den letzten 5 Jahren gestiegen ist, sank die absolute Anzahl der Besucher in zahlreichen Kultureinrichtungen. Das bedeutet, dass hauptsächlich einmalige Events das Publikum locken, während ein angebotsunabhängiges Stammpublikum rückläufig ist.

Auch die Tatsache, dass es eine immer größere Auswahl an Events gibt, führt dazu, dass sich das Publikum wesentlich stärker verteilt – und damit einzelne Spielstätten nur wenig von den steigenden Besucherzahlen profitieren.

Professor Dr. Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Studie, äußert sich wiefolgt dazu: "Viele Kultureinrichtungen konzentrieren sich mittlerweile auf Kulturevents, die mit Superlativen und jährlich neuen Attraktionen punkten. Dieser Trend zum Event animiert viele Bürger – allerdings nur zum einmaligen Besuch. Das Stammpublikum wird kleiner und kommt seltener."

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