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Verbände benötigen Engagement

"Gemeinsam sind wir stärker": Deutscher Kulturrat antwortet Till Brönner in offenem Brief

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 29.10.2020

coronakrise deutscher kulturrat

"Gemeinsam sind wir stärker": Deutscher Kulturrat antwortet Till Brönner in offenem Brief

Till Brönner (live in Stuttgart, 2018). © Dieter Reimprecht

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, antwortet in einem offenem Brief dem Jazz-Musiker Till Brönner auf dessen Video-Statement zur Corona-Pandemie und der Rolle der Musiker/innen in dieser.

In seinem Video äußerte Till Brönner nicht nur scharfe Kritik an der Zurückhaltung der Bundesregierung hinsichtlich Finanzhilfen für die Kulturbranche (Backstage PRO berichtet), sondern auch die Kulturschaffenden selbst: "Wir in der Veranstaltungs- und Kulturbranche sind noch immer zu leise, weil wir keine ernstzunehmende Gewerkschaft haben."

Offene Türen

Olaf Zimmermann gibt an, dass er sich sich fast allen von Brönners Ausführungen anschließen könne; der neuerliche Lockdown für den Kulturbereich sei schmerzhaft und für viele Kulturschaffende auch existenzbedrohend:

"Der Deutsche Kulturrat ringt mit der Politik darum, zumindest eine einigermaßen angemessene finanzielle Entschädigung sicher zu stellen. Und wir konnten in den letzten Monaten auch wichtige Unterstützungsmaßnahmen für den Kulturbereich anregen, wie u. a. das eine Milliarde Euro große spezielle Kulturinfrastrukturprogramm 'Neustart Kultur'."

Gleichzeitig wehrt sich Zimmermann jedoch insbesondere gegen Brönners oben zitierte Aussage, dass dem Kulturbereich eine Interessenvertretung fehle: 

"Der Kulturbereich hat gute Interessenvertretungen, allein den acht Sektionen des Deutschen Kulturrates gehören 261 Bundeskulturverbände an, das sind Berufsverbände, Gewerkschaften, Verbände der Kultureinrichtungen und Kulturwirtschaftsverbände, die mit großem Engagement die Interessen ihrer Mitglieder vertreten."

Brönner selbst könnte den Verbänden durch sein Engagement helfen, führt Zimmermann weiter aus. Denn die Berufsverbänden und Gewerkschaften könnten sicherlich mehr Gehör in Politik und Öffentlichkeit erhalten, wenn sich bekannte Künstlerinnen und Künstler für ihre Ziele einsetzten. 

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