Anstieg im zehnten Jahr in Folge
IFPI Global Music Report 2025: Musikindustrie erwirtschaftet weltweit fast 30 Mrd. US-Dollar
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© Miguelangel Perez
Im Global Music Report für das vergangene Geschäftsjahr 2024 meldete die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) einen weltweiten Umsatz der Musikindustrie von 29,6 Mrd. US-Dollar – ein Anstieg um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist der Umsatz im zehnten Jahr in Folge gestiegen.
Premium-Abonnements sind Wachstumstreiber
Einnahmen aus dem Streaming wuchsen gegenüber 2023 um 7,3 Prozent und überschritten erstmals die Marke von 20 Mrd. US-Dollar. Rund 69 Prozent des gesamten Umsatzes der Musikindustrie entfallen auf Streaming.
Bei Premium-Abonnements betrug das Umsatzwachstum sogar 9,5 Prozent, während die Zahl der Abonnenten weltweit um 10,6 Prozent auf 752 Mio. stieg. Beim werbefinanzierten Streaming betrug das Wachstum hingegen nur 1,2 Prozent.
Weitere Bereiche, die Umsatzwachstum verzeichnen, sind Aufführungsrechte und Synchronisationsrechte. Die Anstiege betrugen 5,9 bzw. 6,4 Prozent, die jeweiligen Umsätze lagen bei 2,9 Mrd. bzw. 650 Mio. US-Dollar.
Rückgang bei CDs, aber nicht bei Vinyl
Nachdem der Umsatz durch physische Verkäufe im Jahr 2023 um 14,5 Prozent wuchs, verzeichnete die Musikindustrie 2024 im gleichen Segment einen Rückgang von 3,1 Prozent.
Bei CD-Verkäufen lag der Umsatzrückgang bei 6,1 Prozent. Dagegen stieg der Umsatz durch Vinyl um 4,6 Prozent, womit die Vinyl-Verkäufe zum 18. Jahr in Folge gestiegen sind.
Starkes Wachstum auch in Europa
In allen vom IFPI erfassten Regionen ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr angestiegen. In den USA und Kanada, die mehr als 40 Prozent des weltweiten Musikmarkts umsetzen, betrug das Wachstum allerdings nur 2,1 Prozent.
In Europa, das fast 30 Prozent zu den globalen Umsätzen der Musikindustrie beiträgt, lag der Anstieg mit 8,3 Prozent deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Von den großen europäischen Musikmärkten wuchs Frankreich mit 7,5 Prozent besonders stark.
Deutschland erreichte ein Wachstum von 4,1 Prozent und bleibt der viertgrößte Musikmarkt der Welt, hinter den USA, Japan und Großbritannien.
Wachstum und Wermutstropfen
Die Top 10 der größten Musikmärkte bleiben weitgehend unverändert. Eine Ausnahme ist der zehnte Platz, wo Mexiko dank eines Umsatzanstieges von 15,6 Prozent Australien überholte. Von den zehn größten Musikmärkten stieg der Umsatz in Brasilien mit 21,7 Prozent gegenüber 2023 am stärksten an.
Allgemein gehört Lateinamerika mit 22,5 Prozent zu den Regionen mit dem größten Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr. Ebenfalls stark wuchsen die Region Nordafrika und Naher Osten (engl. MENA) und Afrika südlich der Sahara (22,8 und 22,6 Prozent).
Hingegen stagnierte der asiatische Markt mit einem Gesamtwachstum von lediglich 1,3 Prozent. Japan, der zweigrößte Markt der Welt, stagnierte mit einem Rückgang von 0,2 Prozent. Der chinesische Markt wuchs hingegen um mehr als 9 Prozent.
KI als große Herausforderung
Auch die Rolle, die Künstliche Intelligenz in der Musik hat, wurde im Global Music Report untersucht. Victoria Oakley, Geschäftsführerin der IFPI, ist der Meinung, dass Plattenfirmen das Potenzial der KI zur Förderung der Kreativität der Künstler erkannt haben. Weiter erklärt sie:
"Es ist jedoch klar, dass die Entwickler von generativen KI-Systemen, die urheberrechtlich geschützte Musik 'einspielen', um ihre Modelle ohne Genehmigung der Rechteinhaber zu trainieren, eine sehr reale und gegenwärtige Bedrohung für die menschliche Kunst darstellen. Wir fordern die politischen Entscheidungsträger auf, Musik und Kunst zu schützen. Wir müssen das Potenzial der KI nutzen, um die menschliche Kreativität zu unterstützen und zu verstärken, nicht um sie zu ersetzen."
Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), erklärt zum Global Music Report 2025:
"Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie wichtig Musik für die Menschen ist und bleibt! Diese positive Entwicklung setzt voraus, dass der richtige Umgang mit generativer KI gefunden wird. Es ist dabei entscheidend, dass KI-Systeme nicht ohne Zustimmung der Rechteinhaber mit urheberrechtlich geschützter Musik trainiert werden dürfen, da dies eine reale Bedrohung für die Künstlerinnen und Künstler und ihre Partner darstellt."
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