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Goldman Sachs wagt optimistische Prognose

Studie zur Zukunft der globalen Musikindustrie sieht stark wachsende Umsätze und steigende Preise

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 03.09.2025

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Studie zur Zukunft der globalen Musikindustrie sieht stark wachsende Umsätze und steigende Preise

© Akinyemi Gbadamosi

Die globale Musikindustrie steht vor einer Phase des Umbruchs. Laut einer aktuellen Analyse der US-Investmentbank Goldman Sachs könnten sich die weltweiten Umsätze bis 2035 nahezu verdoppeln – von rund 105 Milliarden US-Dollar auf knapp 200 Milliarden US-Dollar.

Goldman Sachs sieht die Musikbranche langfristig auf stabilem Wachstumskurs. Zwar hat sich das Wachstum zuletzt etwas verlangsamt, doch die Nachfrage nach Musik gilt als widerstandsfähig und unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Die wichtigsten Treiber sind vor allem Streaming, Live-Musik und die Expansion neue Märkte. Für Hörer:innen bedeutet das allerdings auch regelmäßige Preiserhöhungen von Streaming-Abos. 

Premium-Streaming als wichtiger Wachstumsmotor

Streaming ist und bleibt laut Goldman Sachs der wichtigste Umsatzmotor der Branche. Die Einnahmen sollen von 39,8 Milliarden US-Dollar (2024) auf 81,1 Milliarden US-Dollar (2035) wachsen.

Das Wachstum kommt vor allem durch bezahlte Abos, auch wenn der Umsatz pro User in etablierten Märkten aktuell nur leicht steigt. Die Preise variieren weltweit stark – in Europa kostet Spotify Premium etwa €10,99, in Indien oder Indonesien nur $0,80-$1,50 – was die globale Monetarisierung kurzfristig dämpft, aber langfristig Chancen für höhere Einnahmen bietet.

Schwellenmärkte treiben das Abo-Wachstum

Schwellenmärkte treiben das Wachstum besonders stark: Seit 2021 stammen über die Hälfte neuer Abos aus Ländern wie China, Brasilien oder Mexiko. 2024 waren es fast 60 Prozent. Beispielsweise steigerte Tencent Music in China den Anteil zahlender Nutzer von 4 Prozent (2018) auf 21,5 Prozent (2024). In Indien zahlen rund 10 Prozent der aktiven Nutzer:innen. Auch in Afrika steigen die Abozahlen langsam.

Parallel zum Wachstum wird eine neue Preispolitik erwartet. Musik-Streaming-Dienste könnten künftig im Abstand von 12 bis 24 Monaten die Preise anheben, wie es bereits bei Video-Streaming üblich ist. Trotz steigender Preise geht Goldman Sachs nicht von sinkenden Nutzerzahlen aus. Schon jetzt zeigen die Zahlen, dass höhere Abogebühren die Nachfrage kaum gebremst haben.

Die Nachfrage nach Live-Musik ist nach wie vor groß

Auch Live-Musik bleibt ein wichtiger Wachstumsmotor. 2024 belief sich der Umsatz auf 34,6 Milliarden US-Dollar. Bis 2035 rechnet Goldman Sachs mit einem Anstieg auf 67,1 Milliarden.

Große Tourneen von Superstars, wie etwa von Taylor Swifts "The Eras Tour", The Weeknds "After Hours til Dawn", Beyoncés "Renaissance World Tour" und Coldplays "Music of the Spheres"-Tour brachen alle Rekorde bei Einnahmen und Besucherzahlen. Hinzu kommen steigende Ticketpreise, zusätzliche Einnahmen durch Sponsoring, Merchandising und neue Formate wie Konzertfilme oder Livestreams.

Auch Festivals spielen eine wachsende Rolle. Events wie Coachella, Lollapalooza, Glastonbury, Afro Nation und Les Vieilles Charrues sind jährlich ausverkauft und generieren erhebliche Einnahmen.

Verlagsrechte schneiden besser ab

Neben Streaming-Diensten und der Live-Musik gewinnen die Verlagsrechte zunehmend an Bedeutung. Diese Einnahmen sind im Gegensatz zu den Master-Einnahmen, die stark von Hits oder der aktiven Phase eines Künstlers abhängen, ein stabiler und langfristiger Werttreiber.

Die Einnahmen stammen aus mehreren Quellen: Performance (TV, Radio, öffentliche Aufführungen, mechanische Vervielfältigungen (physische Produkte und Streaming), Synchronisation (Werbung, Filme, Serien, Games), sowie Covers, Samples oder Interpolationen.

Besonders Synchronisation – also die Verwendung von Musik in Filmen, Serien, Games oder Werbungen – gewinnt an Bedeutung. Plattformen wie TikTok, Fortnite, Roblox oder YouTube Shorts nutzen Musik gezielt, um Streamingzahlen zu steigern und alte Hits zu beleben. 

Auch Großevents wie NBA-Finale, Super Bowl oder die Olympischen Spiele dienen als Bühne, um Songs weltweit im Gedächtnis zu verankern.

Generative KI als Herausforderung und Chance

Generative KI eröffnet neue Chancen, aber auch rechtliche Fragen. Bis 2030 könnten die direkten Erlöse durch KI-gestützte Anwendungen von 400 Millionen US-Dollar auf rund 2,1 Milliarden US-Dollar steigen.

Diese Entwicklung ist allerdings abhängig vom Zugang zu bestehenden Musikkatalogen, die für das Training von Modellen genutzt werden, z.B. zum Nachahmen oder Generieren von Stimmen oder Erstellen neuer Kompositionen und von der Entwicklung wichtiger rechtlicher Fragen zum Urheberrecht.

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