Umsatz wächst zum elften Jahr in Folge
IFPI Global Music Report 2026: Musikindustrie erwirtschaftet weltweit über 31 Mrd. US-Dollar
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© Mihis Alex via Pexels
Die Nutzung kostenpflichtiger Streamingdienste ist weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber der Branche.
Die durch Streaming-Abos erzielten Umsätze wuchsen laut IFPI-Bericht um 8,8 Prozent und machen inzwischen 52,4 Prozent des globalen Gesamtumsatzes aus. Weltweit nutzen mittlerweile 837 Millionen Menschen ein kostenpflichtiges Streaming-Abonnement.
Streaming dominiert unangebrochen
Insgesamt stiegen die Streaming-Einnahmen um 7,7 Prozent und überschritten erstmals die Marke von 22 Mrd. US-Dollar. Streaming ist damit für 69,6 Prozent der weltweiten Musikumsätze verantwortlich. Im Vergleich dazu bleibt das Wachstum im werbefinanzierten Bereich deutlich moderater.
Auch andere Erlösquellen entwickelten sich positiv, wenn auch auf niedrigerem Niveau: Die Einnahmen aus Aufführungsrechten stiegen leicht um 0,3 Prozent auf 2,9 Mrd. US-Dollar.
Physische Umsätze steigen durch Vinyl
Nachdem physische Formate zuletzt rückläufig waren, konnte dieser Bereich 2025 wieder zulegen und verzeichnete eine Wachstum von 8,0 Prozent.
Dafür verantwortlich war vor allem Vinyl: Mit einem Plus von 13,7 Prozent verzeichnet das Format bereits das 19. Wachstumsjahr in Folge. Die anhaltend hohe Nachfrage nach physischen Tonträgern zeigt, dass neben Streaming weiterhin ein Markt für haptische Musikerlebnisse besteht. Allerdings fallen hier auch die gestiegenen Preise ins Gewicht.
Wachstum in allen Regionen
Alle von der IFPI erfassten Regionen verzeichneten 2025 steigende Umsätze, wobei vier Regionen zweistellige Wachstumsraten erreichten.
Nordamerika, der größte Musikmarkt weltweit, wuchs um 3,5 Prozent und hält einen Anteil von 38,7 Prozent am globalen Umsatz. Europa bleibt die zweitgrößte Region und legte um 5,6 Prozent zu (30,4 Prozent Anteil am Weltmarkt).
Deutschland ist Schlusslicht der großen Musikmärkte
Deutschland verzeichnete dabei ein relativ geringes Wachstum von 1,7 Prozent, während Großbritannien (+4,8 Prozent) und Frankreich (+3,7 Prozent) stärker zulegten. Die Zahlen für Deutschland fallen damit noch etwas geringer aus als im BVMI-Jahresbericht.
Besonders dynamisch entwickelte sich Asien mit einem Wachstum von 10,9 Prozent. Japan kehrte mit einem Plus von 8,9 Prozent wieder auf den Wachstumspfad zurück, während China mit einem Plus von 20,1 Prozent Deutschland überholte und nun der viertgrößte Musikmarkt der Welt ist.
Bemerkenswert: Aufgrund der Beliebtheit physischer Tonträger in Japan, dem weltweit zweitgrößten Musikmarkt, werden 45,1 Prozent aller physischen Tonträger in Asien verkauft.
Lateinamerika bleibt die am schnellsten wachsende Region und erreichte ein Plus von 17,1 Prozent. Brasilien und Mexiko zählen weiterhin zu den wichtigsten Wachstumstreibern.
Auch im Nahen Osten und Nordafrika (MENA) sowie in Subsahara-Afrika wurde mit jeweils 15,2 Prozent ein starkes Wachstum erzielt. Allerdings sind die absoluten Umsätze in diesen Regionen im Vergleich zu den USA und Europa sehr gering.
KI und Streaming-Betrug als zentrale Themen
Neben den wirtschaftlichen Kennzahlen rücken strukturelle Herausforderungen stärker in den Fokus. Laut IFPI-CEO Victoria Oakley spielen Musikunternehmen eine aktive Rolle bei der Entwicklung neuer KI-basierter Geschäftsmodelle. Ziel ist es, Lizenzierungsmodelle zu schaffen, die zusätzliche Einnahmequellen für Künstlerinnen und Künstler eröffnen und gleichzeitig deren Rechte schützen.
Gleichzeitig warnt die Branche vor den zunehmenden Risiken durch Streaming-Betrug. Künstlich generierte Abrufzahlen für manipulierte Inhalte entziehen dem Markt erhebliche Einnahmen. Die IFPI fordert daher ein koordiniertes Vorgehen aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette. Oakley betont:
"Die gesamte Musikgemeinschaft muss Maßnahmen ergreifen, um den Bedrohungen für unsere Branche entgegenzutreten. Streaming-Betrug ist Diebstahl, schlicht und einfach. Die Organisationen, die über die Daten, die Größe und den Einfluss verfügen, um diese betrügerischen Aktivitäten zu verhindern – darunter Streamingdienste, Content-Aggregatoren und Vertriebe – müssen entschlossen handeln."
Auch Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband Musikindustrie (BVMI), hebt die Bedeutung klarer regulatorischer Rahmenbedingungen hervor. Insbesondere im Umgang mit generativer KI sei es entscheidend, dass Urheberrechte gewahrt bleiben und neue Technologien im Einklang mit den Interessen der Kreativen eingesetzt werden.
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