#StayTrueToTheAct
Kreativbranchen in Europa rufen zum Schutz der Urheber bei der Umsetzung des AI Acts auf
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© Igor Omilaev via Unsplash
Unter der Schirmherrschaft der Europaabgeordneten Brando Benifei und Michael McNamara kamen am 20. Mai 2025 prominente Persönlichkeiten aus der europäischen Kreativbranche im EU-Parlament zusammen.
Dazu gehören ABBA-Mitbegründer und CISAC-Präsident Björn Ulvaeus, Olivier Nusse von Universal Music France, der Vorsitzende von DPG Media Christian van Thillo sowie zahlreiche Urheber und ausübende Künstler.
Niedriger Umsetzungsstandard
Unter dem Motto "Stay True to the Act, Stay True to Culture" riefen sie die EU-Politiker dazu auf, bei der Integration von KI in den Kultur- und Kreativsektor die Grundsätze von Transparenz, Zustimmung und Urheberrecht aufrechtzuerhalten. Christian van Thillo sagte bei der Veranstaltung:
"Big Tech baute seine Imperien auf, indem es Urheberrechts- und Datenschutzbestimmungen ignorierte, und heute tun sie dasselbe mit KI. Ohne die Einhaltung des KI-Gesetzes und eine rigorose Durchsetzung werden die europäische Kultur und Demokratie den Preis dafür zahlen."
Olivier Nusse fügte hinzu:
"Eine verantwortungsvolle KI dient den Künstlern und ersetzt sie nicht. Sie arbeitet mit Künstlern zusammen, statt sie zu parasitieren. Sie sollte die Kultur aufwerten und nicht verwässern. Denn ohne Künstler und Schriftsteller gibt es überhaupt keine Kultur, die es zu schützen gilt. Rechte an geistigem Eigentum sind dazu da, die menschliche Kreativität zu schützen. Nur Musik, die von Menschen geschaffen wurde, sollte Schutz für geistiges Eigentum erhalten. Lieder, die von einer künstlichen Intelligenz ohne jeglichen kreativen Beitrag produziert werden, sollten das nicht."
Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI), unterstreicht das Anliegen:
"Der europäische AI Act war letztes Jahr ein guter Auftakt, nun geht es aber darum, zentrale Elemente für Kreative und ihre Partner auch wirklich mit Leben zu füllen und damit ein belastbares Regelwerk für die Nutzung kreativer Inhalte in Zeiten generativer KI zu schaffen. Der aktuelle Zustand ist unhaltbar und verhindert die Erschließung neuer Märkte, in denen die Technologie und die Kreativität gemeinsam prosperieren können."
Laut der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), dem internationalen Dachverband des BVMI, sei der Umsetzungsstandard mittlerweile auf ein so niedriges Niveau gesunken, dass die Ziele des Gesetzes untergraben, gegen EU-Recht verstoßen und die Absicht des EU-Gesetzgebers ignoriert würden.
Kritik ist nicht neu
Eine breite Koalition von 38 Organisationen aus dem europäischen Kreativ- und Kultursektor vertritt die Kampagne "#StayTrueToTheAct". Die Organisationen kommen aus verschiedenen Sektoren, darunter Musik, audiovisuelle und literarische Werke, Autoren, Buch- und Presseverleger von Zeitungen, Zeitschriften und Fachpublikationen sowie Musik-, Wissenschafts- und Technikverlage. Neben der IFPI und der CISAC gehören u. a. auch IMPALA, United Voice Artists (UVA) und die ENPA zur Koalition.
Der AI Act, bei dem es sich um die weltweit erste Regulierung von Künstlicher Intelligenz handelt, wurde im März 2024 beschlossen. Bereits Ende März 2025 veröffentlichte die CISAC zusammen mit denselben Organisationen einen offenen Brief an das EU-Parlament, worin sie den Verhaltenskodex im jüngsten Entwurf der Verordnung kritisierten.
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