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So gelingt es dir, neue Songideen zu entwickeln

Kreativitätstechniken, Teil 2: Werde zur kreativen Persönlichkeit

Tipps für Musiker und Bands von Lukas Böhnlein
veröffentlicht am 23.06.2016

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Kreativitätstechniken, Teil 2: Werde zur kreativen Persönlichkeit

Heute leider einfallslos geblieben? Diese Artikelserie hilft dir aus der Patsche. © rahultiwari3190 / 123RF

Heute echt keine Idee? Kein zündender Funke weit und breit zu erkennen? Keine Panik! In dieser Artikelserie blicken wir auf diverse Kreativitätstechniken, die dir dabei helfen, in deinem Kopf wieder Platz für Geistesblitze zu schaffen.

Du möchtest mit deiner Band frischer klingen, anders und besser? Was du brauchst sind neue Reize – neuer Input für dein Gehirn, denn im kreativen Prozess verknüpft unser Gehirn existierende Gedanken miteinander oder mit Wahrnehmungen aus unser Umwelt. Sorge also dafür, dass dein Gehirn diese Reize aufnehmen und verknüpfen kann. Diese 6 Tipps können dabei helfen.

1. Stell dich neuen Denkaufgaben

Viel zu oft denken wir in gewohnten Bahnen: Geschäftsbriefe drucken wir auf DIN-A4 Papier, unsere Nahrung nehmen wir drei mal am Tag sitzend an einem Tisch ein. Warum nicht stehend oder im Dunkeln? Oft natürlich, weil es praktisch und sinnvoll ist. Aber oft hindern uns diese Denkweisen daran, Probleme auf neue Weisen zu lösen – also kreativ zu sein.

Die starren Denkmuster kennen wir schon aus der Schule und haben uns bestens daran gewöhnt: Wir haben Lösungswege auswendig gelernt. Solche Denkmuster führen nicht nur zu weniger Kreativität, sondern letztendlich zu einer allgemeinen geistigen Unbeweglichkeit mit einer "das haben wir schon immer so gemacht"-Mentalität.

Wenn du geistig fit bleiben möchtest, dann übe dich immer wieder an verschiedenen Denkaufgaben: Spiele Schach, Sudoku oder löse Probleme der Spieltheorie. Wichtig ist nur, dass es immer wieder etwas neues ist. Auswendig gelernte Spielzüge im Schach sind nicht hilfreich.

2. Mache etwas, das du noch nie gemacht hast

Um deinem Gehirn neue Denkanstöße zu geben, helfen auch neue Reize von außen. Es muss ja nicht gleich Fallschirmspringen sein… Es geht nicht darum, so extrem wie möglich zu sein – nur darum, dass du etwas neues tust.

Schenke einem Unbekannten ein schönes Buch. Sag deinem Chef, was du von ihm hältst. Übernachte im Freien. Natürlich nur, wenn du diese Dinge noch nie gemacht hast. Dir fällt bestimmt etwas ein. Wenn du willst kannst du es dir zur täglichen Gewohnheit machen. So kannst du dich womöglich selbst überraschen.

3. Beschäftige dich mit verschiedenen Themen

Die dritte Möglichkeit, um dich geistig fit zu halten: Beschäftige dich ganz bewusst mit unterschiedlichen Themengebieten. Lerne etwas über verschiedene Kulturen, über Politik oder Naturwissenschaft.

Fange mit Themen an, die dich schon länger interessieren. Suche dir dann ganz neue oder ähnliche Themen. Jedes Thema hängt mit allen anderen zusammen. Wenn deine Band traurige Musik macht, dann wäre es doch naheliegend, sich mit der menschlichen Psyche und Emotionen auseinanderzusetzen. Frage dich, was die Trauer bei Menschen auslösen kann. Persönliche Probleme. Menschliche und andere Katastrophen. Politische Verhältnisse. Chemische Substanzen. Physischer Schmerz. Traurige Musik.

Je mehr du dich in den verschiedensten Bereichen weiterbildest, um so mehr werden dir Querverbindungen auffallen und du kommst auf neue Ideen, die du in der Musik verarbeiten kannst. Lese Bücher, sieh dir Filme an und sprich mit Freunden über die Themen. Fokussiere dich dann konkret auf die Themen, die du behandeln möchtest, über einen längeren Zeitraum.

4. Finde Ruhe und Entspannung

Nachdem du dich ausgiebig mit deinem Thema beschäftigt hast, nimm dir Zeit dich zu entspannen. Mache etwas, das nichts mit Musikmachen oder mit deinem Thema zu tun hat. Meditiere oder gehe spazieren.

Jetzt kannst du unterbewusst deine Gedanken ordnen. Wahrscheinlich bekommst du in dieser Ruhephase ganz neue Einfälle. Die meisten Menschen sind übrigens unter der Dusche am kreativsten. Wahrscheinlich, weil man es da nicht sein muss.

5. Bewege dich

Bringe dein Gehirn in Schwung, in dem du dich selbst bewegst. Suche dir eine Sportart, die du gerne machst. Das ist sehr wichtig, denn wenn du dich dazu zwingen musst, hat der Sport kaum einen Effekt auf die Kreativität oder die Psyche.

Dabei musst du den Begriff Sport nicht all zu eng sehen: Wenn du gerne spazieren gehst, dann ist das genau so gut wie Skateboarden, Handball oder Schwimmen. In der Bewegung kannst du sehr gut vom Alltag abschalten und gleichzeitig neue Eindrücke sammeln.

Wenn du Bewegung und Musik kombinieren möchtest, dann könntest du tanzen. Dabei kannst du direkt musikalische Elemente in Bewegung umsetzen. Aber auch der Umgekehrte Weg wäre denkbar. Wie könnte eine schnelle Linksdrehung klingen?

6. Sei selbstbestimmt

Da ist dieser eine Song, der unbedingt fertig werden muss. Ignoriere den Song erst mal!

Fang mit etwas an, das du gerade tun möchtest. Dann ist die Chance viel höher, dass du in einen Flow-Zustand gerätst, in dem du alles um dich herum vergisst und sehr kreativ sein kannst. Das kann ein neuer Song sein, eine ältere Songidee oder ein Text für eure Bandseite.

Wenn du dir das nicht leisten kannst, weil euer Album nächste Woche erscheint oder du Aufträge abarbeiten musst, dann versuche dir wenigstens bestimmte Zeiten zu reservieren, in denen du ab sofort das machst, was du möchtest. Sinnvoll wären zum Beispiel die ersten Stunden am Morgen.

 

Lust auf noch mehr Ideen für deine Kreativität? Dann lese im ersten Teil, wie du dir das passende Umfeld für deine Kreativität schaffst.

Welche Tipps kannst du geben?

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