Teil einer Machtstrategie?
Kritik an Universal wegen Übernahme von niederländischem Label 8ball
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Das UMG-Headquarter in Santa Monica, Kalifornien. © Coolcaesar via Wikimedia (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Umgheadquarters.jpg) / Lizenz: CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
Im Februar 2025 übernahm die Universal Music Group (UMG) das niederländische Independent-Label 8ball Music. Am 7. März veröffentlichte die Independent Music Companies Association (IMPALA) ein Statement, in dem sie die Übernahme eines ihrer Mitglieder kritisiert.
Helen Smith, geschäftsführende Vorsitzende der IMPALA, kommentiert:
"Es ist das Verdienst von Tony [van de Berkt] und Floris [Janssen], dass 8ball Music ein so erfolgreiches Unternehmen ist. Wir danken ihnen für all ihre Unterstützung als Mitglieder und im Vorstand über die Jahre hinweg. Gleichzeitig sind wir besorgt darüber, dass kaum eine Woche vergeht, in der nicht eine weitere große Übernahme für Schlagzeilen sorgt. Dies ist ein weiterer Grund, warum die Regulierungsbehörden bei diesen Übernahmen eine Pause einlegen müssen, wie wir in unserer ausführlichen Eingabe an die wichtigsten Wettbewerbsbehörden letzte Woche dargelegt haben. Es gibt einen Punkt, an dem groß einfach zu groß ist, und die Größe kann sich auf die Ergebnisse eines ganzen Marktes auswirken. Es ist an der Zeit, der Übernahmestrategie von Universal Einhalt zu gebieten."
Kritik am Deal mit Amazon
Im gleichen Statement sagte Smith, dass auch andere Aspekte der "übermächtigen Strategie" von Universal den IMPALA-Mitgliedern Sorgen bereiten würden, darunter Änderungen bei den Streaming-Zahlungen.
Ende letzten Jahres schloss Universal einen Deal mit Amazon Music ab, als Teil eines Planes, den der Geschäftsführer Sir Lucian Grainge als "Streaming 2.0" bezeichnete und aus seiner Sicht "auf einem Fundament aus künstlerzentrischen Prinzipien" aufbaut.
Smith zufolge würden Interpreten, die entsprechende Bedingungen mit Amazon unterzeichneten, auf irgendeiner Weise betroffen sein, da diese Bedingungen auf der Grundlage von Schwellenwerten seien, die unverhältnismäßige Auswirkungen auf ihre Künstler und Einnahmen hätten. Sie erzählt von Fällen, in denen "mehr als 70 Prozent der Repertoires über Nacht demonetarisiert wurden".
Gee Davy, Geschäftsführer der Association of Independent Music (AIM) und IMPALA-Vorstandsmitglied, fügte hinzu:
"Es ist an der Zeit, "Streaming 2.0" zu stoppen und richtig zu bewerten, wie sich dies auf Künstler und Labels außerhalb der wenigen großen Konzerne auswirkt. Übernahmen wie die von Downtown und 8ball geben einem bereits sehr dominanten Marktteilnehmer nur noch mehr Macht, die Streaming-Bedingungen für den gesamten Markt zu kontrollieren. Dies ist mehr Munition in einer einzigen Woche für die Regulierungsbehörden, um einzugreifen."
Weitere Übernahmen sind das Ziel
In der Vergangenheit äußerte sich die IMPALA kritisch über die anstehende Übernahme von Downtown Music Holdings durch die zur UMG gehörende Virgin Music Group im Dezember 2024.
Daraufhin riefen sie die EU-Kommission dazu auf, zu handeln und die Übernahme zu blockieren. Dabei verwiesen sie auch auf die vollständige Übernahme des belgischen Labels PIAS Recordings, die im Oktober 2024 erfolgte.
Im Jahr 2024 investierte Universal rund eine Milliarde Euro in Übernahmen und Investitionen. Dem Betriebsleiter und Finanzvorstand Boyd Muir zufolge will Universal dieses Investitionsniveau in den nächsten Jahren beibehalten.
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