Ergebnisse des Monitoring für den Winter 2024/25
Lage der Club- und Livekultur in Hamburg: Mehr Veranstaltungen, weniger Umsätze
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© Sebastian Ervi
Das bundesweite Club- und Festival-Monitoring des Clubkombinat zum Winter 2024/25 hat im Erhebungszeitraum vom 06. bis zum 13. März eine geringere Rücklaufquote für Hamburg verzeichnet. Von 151 Musikspielstätten nahmen 95 teil, was ein Teilnehmerrekord und ein Anstieg um 47,5 Prozent gegenüber der letzten Umfrage vom September 2024 ist.
An der Umfrage beteiligten sich mehrheitlich kleine Clubs; 64,4 Prozent der erfassten Spielstättenbieten Platz für weniger als 200 Personen und nur 4,4 Prozent für mehr als 600.
Rückgang verlangsamt sich
Der Besucherrückgang in den Spielstätten der Hansestadt ist mit 7,9 Prozent weiterhin deutlich über dem Bundesschnitt (5 Prozent), allerdings lag der Rückgang bei einer Umfrage aus dem Februar 2024 noch bei 13 Prozent.
Auch der Rückgang des Gesamtumsatzes lag mit 3,6 Prozent leicht über dem Bundesschnitt (2,8 Prozent), doch im Vergleich mit den beiden vorherigen Umfragen (02/2024: 7,5 Prozent, 09/2024: 10,7 Prozent) konnte der Rückgang fast gestoppt werden.
Trotz Besucherrückgängen gab es im Erhebungszeitraum mehr Veranstaltungen. Im Vergleich zur letzten Umfrage, durch die ein Rückgang um 4,9 Prozent vermerkt werden konnte, gab es einen Anstieg um 3,8 Prozent, damit übertrifft Hamburg den Bundestrend (+1,4 Prozent). Laut Angaben der Stadt Hamburg fanden durchschnittlich 143 Veranstaltungen pro Club statt, was einem Jahresauslastungsgrad von 39,2 Prozent entspricht.
Gewinnrückgang sorgt für Instabilität
Der Gewinnrückgang in Hamburg liegt bei 12,6 Prozent (Bundestrend liegt bei Rückgang um 13 Prozent), was eine Verbesserung gegenüber der September-Umfrage ist, als dieser noch bei 20 Prozent lag. Doch aufgrund einer sehr geringen Gewinnmarge für Musikclubs hat sich eine Rücklagenbildung erschwert.
82,2 Prozent der befragten Spielstätten (Bund: 81,8 Prozent) gaben an, dass sie vor finanziellen Herausforderungen stünden, nicht zuletzt wegen steigender Gewerbemieten (53,3 Prozent). Ähnlich viele Spielstätten (74,4 Prozent) würden der Aussage zustimmen, dass sie in den nächsten zwölf Monaten (mehr) staatliche Fördermittel benötigen, um die Betriebe halten zu können.
34,1 Prozent der befragten Spielstätten in Hamburg (Bund: 32,5 Prozent) sehen sich ihrer Existenz bedroht, 18,2 Prozent erwägen gar eine Aufgabe des Betriebs in den nächsten zwölf Monaten (Bund:18,8 Prozent). Gegenüber der Umfrage aus dem Februar 2024 ist das ein Anstieg um 10,5 Prozent.
Mit 64,4 Prozent gaben rund zwei Drittel der Befragten an, dass sie Anpassungen bei der Programmplanung unternahmen, bei denen Nachwuchskünstler das Nachsehen haben (Bund: 61 Prozent). Dies ist ein leichter Anstieg gegenüber der Februar-Umfrage (64 Prozent).
Gesonderte Kategorien
Festivals wurden in der Umfrage gesondert aufgeführt. Im Jahr 2024 lagen sowohl der Umsatz- als auch der Besucheranstieg im zweistelligen Bereich, nämlich bei 10,8 bzw. 11,8 Prozent. Nichtsdestotrotz machten auch die Festivals Verluste; diese lagen im Durchschnitt bei neun Prozent.
Das Clubkombinat Hamburg analysierte auch die Websites von 76 Clubs, wodurch insgesamt 868 Veranstaltungen (darunter 600 mit einem Live-Charakter) im März 2025 erfasst werden konnten. Bei Clubs mit Kapazitäten von weniger als 1000 Personen lag der durchschnittliche Eintrittspreis im Vorverkauf bei 29,74 € pro Konzert.
Bewertung der Ergebnisse
Anna Lafrentz, 1. Vorsitzende vom Clubkombinat Hamburg e. V., bewertet die Ergebnisse wie folgt:
"Die aktuellen Zahlen zeigen weiterhin Verschiebungen beim Publikum auf. Die Preissteigerungen bei Mieten, Lieferanten, Produktionsgewerken, Agenturen und anderen sind für unsere Mitgliedschaft weiterhin spürbar. Viele Musikclubs kämpfen um ein wirtschaftliches Überleben. Die wenigsten gehen mit ihrer Notlage an die Öffentlichkeit (...). Um den eigenen Anspruch an ein kulturell-vielfältiges Programm weiterhin realisieren zu können, werden Vermietungen und Partyreihen als Instrument zur Eigen- und Quersubventionierung der vielen Livemusik-Events, wie Konzerten und Sessions, eingesetzt."
Lafrentz zufolge würden viele Betreiber von Spielstätten den Kostensteigerungen durch das Angebot von mehr Veranstaltungen begegnen, allerdings bleibe es zu beobachten, ob dadurch mehr Konzerte stattfinden werden. Sie verweist auf die anstehende Clubwoche (vom 19. bis 25. Mai) unter dem Motto "Club mal anders!", welches gute Beispiele für die Weiterentwicklung eines Club-Erlebnisses liefern würde.
In seinem Monitoring verweist das Clubkombinat auch auf seine erzielte Erhöhung der Förderzuwendungen durch den Live Concert Account, die ein Schritt in die richtige Richtung seien, jedoch nicht ausreichen würden, um "substanzielle Bedarfe zu decken". Bezogen auf die Betriebsaufgaben betont der Verband, dass die Ergebnisse lediglich ein Stimmungsbild dokumentieren und denen keine konkreten Pläne vorliegen.
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