Ungebrochenes Wachstum
Live Nation meldet Rekord-Ticketverkäufe trotz Sorgen um den Konzertmarkt
Michael Rapino, Präsident und CEO von Live Nation (2022). © Live Nation
Live Nation hat im zweiten Quartal 2026 den Umsatz laut Quartalsbericht um neun Prozent auf 7,7 Milliarden US-Dollar gesteigert. Das operative Ergebnis (Operating Income) legte um sieben Prozent auf 522 Millionen Dollar zu. Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted Operating Income, AOI) verbesserte sich um zwei Prozent auf 817 Millionen Dollar.
Weltweit besuchten 49 Millionen Fans Veranstaltungen des Unternehmens – zehn Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Bis Mitte Juli verkaufte der Entertainment-Gigant mehr als 143 Millionen Tickets und damit rund 14 Millionen mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Nach Angaben des Unternehmens liegen die Verkaufszahlen für Stadien, Arenen und Amphitheater weiterhin mindestens auf Vorjahresniveau.
Gleichzeitig bewegen sich die Absageraten auf historischem Durchschnittsniveau, was dem Eindruck einer zunehmenden Zahl abgesagter Tourneen widerspricht (sog. Blue Dot Fever).
Internationalisierung als Wachstumstreiber
Auffällig ist, dass Live Nation das Wachstum vor allem außerhalb seines Heimatmarktes USA erzielt. Die internationalen Märkte sorgten für den Großteil des Zuwachses in mehreren Geschäftsbereichen. Rund 70 Prozent des Gewinnwachstums von Ticketmaster und 80 Prozent des Wachstums im Sponsoringgeschäft stammen aus dem internationalen Geschäft. Gleichzeitig gewann der Konzern weltweit rund fünf Millionen zusätzliche Konzertbesucher hinzu.
Auch beim Ticketing zeigt sich dieser Trend. Von den bislang 16 Millionen neu hinzugewonnenen Tickets im laufenden Jahr entfielen 85 Prozent auf internationale Märkte. Besonders stark entwickelte sich nach Unternehmensangaben Südamerika, während Live Nation zugleich weiter in neue Veranstaltungsstätten und Festivals weltweit investiert. Bis Ende 2027 sollen mehr als 25 neue größere Venues entstehen.
Europa dürfte weiter an Bedeutung gewinnen
Zwar weist Live Nation Europa in seinem Quartalsbericht nicht separat aus. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass der Kontinent eine wichtige Rolle in der Expansionsstrategie spielt.
Das Unternehmen verweist auf steigende Umsätze in europäischen Arenen und Theatern sowie auf den Ausbau seines internationalen Venue- und Festivalnetzwerks. Für den europäischen Konzertmarkt bedeutet dies, dass Live Nation seine Präsenz weiter verstärken dürfte.
Nachfrage bleibt hoch – trotz einzelner Schwierigkeiten
Interessant ist der Kontrast zur aktuellen Branchendebatte. In den vergangenen Monaten sorgten mehrere Tourneen mit schleppenden Vorverkäufen oder kurzfristigen Absagen für Diskussionen über eine mögliche Marktsättigung. Die Zahlen von Live Nation sprechen dagegen eher für eine weiterhin robuste Gesamtnachfrage – zumindest bei einem international aufgestellten Konzern.
Dass sich dies kurzfristig nicht vollständig im Ergebnis widerspiegelt, liegt laut Live Nation vor allem an Investitionen in neue Veranstaltungsstätten und Festivals, Kosten für Rechtstreitigkeiten und der Verschiebung einiger Stadiontourneen. Für das Gesamtjahr hält das Unternehmen dennoch an seiner Prognose eines zweistelligen Gewinnwachstums fest. CEO Michael Rapino erklärt:
In einer Welt voller Bildschirme und KI-generierter Inhalte gibt es eine Sache, die sich nicht kopieren lässt: live dabei zu sein. Mehr Künstler denn je gehen auf Tour – und die Fans entscheiden sich weiterhin dafür, diese Momente gemeinsam mit ihnen vor Ort zu erleben.
Das hat zu den stärksten Ticketverkäufen in der Geschichte unseres Unternehmens geführt. Bis Mitte Juli wurden mehr als 143 Millionen Tickets verkauft – über 14 Millionen mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Dabei legten die Ticketverkäufe in allen großen Veranstaltungssegmenten – Stadien, Arenen und Amphitheatern – im mittleren zweistelligen Prozentbereich zu.
All das wäre ohne die Künstler nicht möglich. Sie schaffen diese besonderen Momente, und wir sind jedem Künstler und jeder Crew dankbar, die uns ihre Tourneen anvertrauen.
Das zweite Quartal war von mehreren Meilensteinen geprägt: Fast 49 Millionen Fans besuchten unsere Veranstaltungen, Ticketmaster steigerte sein bereinigtes operatives Ergebnis um 14 Prozent, und die auf Rekordniveau gestiegenen abgegrenzten Umsätze (Deferred Revenue) sprechen für eine starke zweite Jahreshälfte.
Die im ersten Quartal gebildete Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten wird zwar das ausgewiesene operative Ergebnis belasten, dennoch erwarten wir für dieses Jahr weiterhin ein zweistelliges Wachstum des bereinigten operativen Ergebnisses – und gehen davon aus, dieses Wachstum auch in den kommenden Jahren fortsetzen zu können.
An der Börse verlor die Aktie ungefähr 5 Prozent, was viele Beobachter auf Gewinnmitnahmen und einer leichten Unzufriedenheit mit dem nur schwach gewachsenen operativen Ergebnis zurückführen.
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