Veranstaltungsgigant wächst im dritten Quartal deutlich
Umsatzplus von 19 Prozent: Live Nation rechnet mit Rekordjahr
© Elena de Soto
Wie Live Nation am 5. November 2026 mitteilte, stieg das operative Ergebnis im dritten Quartal um 13 Prozent auf 892 Millionen Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted Operating Income, AOI) legte sogar um 14 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar zu.
Alle drei Geschäftsbereiche – Konzerte, Ticketing sowie Sponsoring und Werbung – verzeichneten im dritten Quartal ein zweistelliges Wachstum des bereinigten operativen Ergebnisses.
Internationales Konzertgeschäft wächst besonders stark
Das Konzertgeschäft erzielte einen Umsatz von 8,7 Milliarden Dollar, ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich um 17 Prozent auf 603 Millionen Dollar.
Weltweit besuchten im dritten Quartal 61 Millionen Menschen Veranstaltungen von Live Nation, 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders deutlich legten die internationalen Märkte zu: Außerhalb Nordamerikas stiegen die Besucherzahlen um 29 Prozent, während das Wachstum in Nordamerika bei 13 Prozent lag. Rund 60 Prozent des weltweiten Besucherzuwachses entfielen damit auf die internationalen Märkte.
Besonders stark wuchs die Nachfrage nach Konzerten in Stadien, die nicht von Live Nation selbst betrieben werden. Dort stiegen die Besucherzahlen um mehr als 40 Prozent. Auf diese Veranstaltungen entfiel mehr als die Hälfte des weltweiten Besucherwachstums.
Ticketing und Sponsoring legen ebenfalls zu
Auch das Ticketinggeschäft verzeichnete einen Rekord. Im dritten Quartal wurden 98 Millionen kostenpflichtige Tickets über die Plattformen des Konzerns abgewickelt, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der damit verbundene Bruttotransaktionswert stieg um 13 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar.
Der Umsatz der Ticketing-Sparte erhöhte sich um neun Prozent auf 870 Millionen Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis legte um zehn Prozent auf 316 Millionen Dollar zu.
Das Sponsoring- und Werbegeschäft erzielte einen Umsatz von 506 Millionen Dollar, ein Plus von 14 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um zwölf Prozent auf 350 Millionen Dollar.
Erstmals übertrafen die internationalen Märkte Nordamerika in diesem Geschäftsbereich sowohl beim operativen als auch beim bereinigten operativen Ergebnis.
Knapp 180 Millionen Konzertbesucher erwartet
Bis Ende Oktober hatte Live Nation rund 170 Millionen Tickets für Veranstaltungen im Jahr 2026 verkauft. Das entspricht einem Anstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zugleich wurde damit bereits das gesamte Ticketvolumen des Vorjahres übertroffen.
Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit knapp 180 Millionen Konzertbesuchern. Allein die von Live Nation betriebenen oder betreuten Veranstaltungsstätten der Sparte Venue Nation sollen mehr als 75 Millionen Menschen begrüßen, über 15 Prozent mehr als im Vorjahr.
Auch für 2027 zeichnet sich eine anhaltend hohe Nachfrage ab. Der Bruttotransaktionswert der bis Ende September verkauften Primärtickets für Veranstaltungen im kommenden Jahr lag im zweistelligen Prozentbereich über dem entsprechenden Vorjahreswert.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Live Nation ein zweistelliges Wachstum des bereinigten operativen Ergebnisses im Konzert- und Sponsoringgeschäft. Für die Ticketing-Sparte rechnet der Konzern mit einem Zuwachs im hohen einstelligen Prozentbereich.
Rechtsstreitigkeiten belasten Neunmonatsergebnis
Trotz des starken dritten Quartals fällt die Bilanz der ersten neun Monate beim operativen Ergebnis weniger positiv aus.
Der Konzernumsatz stieg von Januar bis September um 14 Prozent auf 21,56 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis sank dagegen um 25 Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar.
Ein wesentlicher Grund dafür ist ein Aufwand von 450 Millionen Dollar im Zusammenhang mit staatlichen Untersuchungen und Rechtsstreitigkeiten. Dieser wird bei der Berechnung des bereinigten operativen Ergebnisses nicht berücksichtigt.
Vor allem in den USA sah sich Live Nation mit zahlreichen Prozessen und behördlichen Untersuchungen konfrontiert, die hohe Kosten verusachten. In diesem Zusammenhang wurde Live Nation als "illegales Monopol" eingestuft. Welche Folgen das künftig haben wird, ist noch völlig unklar.
Hohe Investitionen
Das bereinigte operative Ergebnis stieg in den ersten neun Monaten um neun Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar.
Auch der Cashflow entwickelte sich positiv. Der operative Cashflow erhöhte sich um 45 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar. Der bereinigte freie Cashflow wuchs um 25 Prozent auf 1,63 Milliarden Dollar.
Die Investitionen beliefen sich im selben Zeitraum auf 722 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr plant Live Nation Investitionen von knapp 1,1 Milliarden Dollar, insbesondere für den Ausbau und die Modernisierung von Veranstaltungsstätten.
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