Kein Ruhmesblatt
"Dumme Kunden abzocken": Live Nation Mitarbeiter witzeln in internen Chats über hohe Gebühren
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© Katrin Bolovtsova via pexels.com
Nach einem gemeinsamen Antrag von Bloomberg News, The New York Times und MLex ordnete Bundesrichter Arun Subramanian die Veröffentlichung von internen Chatverläufen zwischen Mitarbeitern des Konzerns an.
In einer Reihe von Nachrichten von Ende 2021 bis Anfang 2023 tauschten sich die beiden Mitarbeiter Ben Baker und Jeff Weinhold, deren Aufgaben damals die Ticketabwicklung an Live-Nation-Veranstaltungsorten in Florida und Virginia umfassten, über den Ticketverkauf und andere Details zu verschiedenen Veranstaltungen aus.
"So machen wir das hier"
In den Chats, die auf der Kommunikations-Plattform "Slack" stattfanden, machen sich Baker und Weinhold über Kund:innen lustig, bezeichnen diese als "total dumm" und reden offen darüber, dass das Unternehmen sie "abzocken" würde.
Vor allem auf Ben Baker, der heute als Head of Ticketing Venue Nation bei Live Nation tätig ist, können unzählige belastende Nachrichten zurückgeführt werden.
In einem Gespräch über die Preise für VIP-Parking prahlte er beispielsweise damit, dass Live Nation seinen Kunden mit diversen Zusatzgebühren das Geld aus der Tasche ziehe. "Ich fühle mich fast schlecht, sie auszunutzen", schrieb Baker, bevor er ein "Hahahahaha" hinzufügte.
Ein anderes Mal schrieb Baker in einem Gespräch über eine Finanzübersicht für "Premier Parking" in 2022 "Wir ziehen sie ordentlich über den Tisch, Baby. So machen wir das hier".
Nicht vertretbar
Als Reaktion auf die Nachrichten versicherte Live Nation, nichts von den Chats gewusst zu haben.
"Da es sich um eine private Slack-Nachricht handelte, erfuhr die Unternehmensleitung davon zur gleichen Zeit wie die Öffentlichkeit und wird die Angelegenheit umgehend untersuchen."
Ebenfalls distanzierte sich das Unternehmen von dem Vorgehen der Mitarbeiter und erklärte, es entspreche "in keinster Weise" seinen Maßstäben.
Nächste Schritte
Der Kartellprozess zwischen Live Nation und dem US-Justizministerium stand Anfang des Monats nach einer überraschenden Einigung zwischen beiden Seiten kurz vor der Einstellung.
Mehr als 30 weitere Bundesstaaten sowie der District of Columbia entschieden sich jedoch gegen einen Beitritt zu dem Vergleich zwischen US-Regierung und Live Nation und halten an der Fortführung des Prozesses fest.
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