Sieg nach drei Jahren
Mariah Carey gewinnt Copyright-Klage wegen "All I Want For Christmas Is You"
mariah carey sony urheberrecht
Mariah Carey bei den iHeartRadio Music Awards (2025). © REUTERS/Mario Anzuoni
Im November 2023 reichten die Songwriter Andy Stone und Troy Powers eine Klage ein, in der sie behaupteten, dass der Weihnachtsklassiker aus dem Jahr 1994 ihren eigenen gleichnamigen Song von Stones Gruppe Vince Vance & The Valiants aus dem Jahr 1989 kopiert habe.
In der Klage, in der neben Carey auch Produzent Walter Afanasieff und Sony Music Entertainment als Beklagte genannt werden, wird behauptet, Careys Lied kopiere die "kompositorische Struktur eines ausgedehnten Vergleichs zwischen einer geliebten Person und den Insignien des saisonalen Luxus". Zudem behauptet die Klage, dass das Lied "mehrere von [Stones] lyrischen Phrasen" enthalte.
Stone und Powers verlangten vor Gericht mindestens 20 Mio. US-Dollar Schadenersatz.
Lyrische Idee von Stone und Powers alles andere als originell
2024 einigten sich die Kläger und die Beklagten darauf, die gerichtliche Auseinandersetzung auf "extrinsische Tests" der beiden Lieder zu beschränken, d. h. auf eine objektive Untersuchung der Ähnlichkeiten zwischen den Liedern.
Einer der daraufhin befragten Sachverständigen, Dr. Lawrence Ferrara, Musikwissenschaftler, Professor für Musik und emeritierter Direktor für Musikstudien an der New York University, kam zu dem Schluss, dass trotz des gleichen Titels die lyrischen Ähnlichkeiten zwischen den Liedern "fragmentarisch sind, mit unterschiedlichen lyrischen Phrasen verwendet werden, unterschiedlich arrangiert sind und allgemein verwendet werden".
Musikalische Elemente, die "allgemein verwendet" werden, unterliegen aber nicht dem Urheberrechtsschutz.
Ferrara zufolge verwendeten mindestens 19 vor dem Stone/Powers-Song veröffentlichte Lieder dieselbe lyrische Idee wie "All I Want For Christmas Is You". In einigen dieser Lieder würde die Phrase nahezu identisch auftauchen.
Gericht entscheidet für Carey
In ihrem Urteil wies Richterin Monica Ramirez Almadani vom US-Bezirksgericht in Los Angeles die Aussagen der von Stone und Powers hinzugezogenen Sachverständigen zurück und akzeptierte die Aussagen der Gegenseite.
Stone und Powers wurden angewiesen, "einen Teil oder die Gesamtheit" der Anwaltskosten von Carey zu übernehmen, da einige ihrer Anträge eine "große Zahl irrelevanter und unbelegter Tatsachenbehauptungen" enthielten. Almadani gab den Anwälten der Beklagten eine Frist von 14 Tagen, um eine "angemessene" Schätzung der Kosten vorzulegen.
Das Gericht verhängte auch Sanktionen gegen die Anwälte, die den Fall gegen Carey angestrengt hatten, und erklärte, sie hätten "leichtfertige" und "unbegründete" Klagen in dem Fall eingereicht, um "unnötige Verzögerungen zu verursachen und die Kosten des Rechtsstreits unnötig zu erhöhen".
Ein drei Jahre alter Fall
"All I Want For Christmas Is You" von Carey gehört zu den lukrativsten Songs der letzten Jahre. Im vergangenen Jahr schätzte Manatt, Phelps & Phillips, eine auf die Musikindustrie spezialisierte Anwaltskanzlei, dass der Song jährlich ca. 3,4 Millionen US-Dollar Einnahmen erzielt und in den letzten drei Jahrzehnten rund 103 Millionen US-Dollar eingebracht hat.
Ähnliche Themen
Songwriting unter juristischem Druck
Copyright-Klage wegen "Telekinesis": Victory Boyd verklagt Travis Scott, SZA und Future
veröffentlicht am 17.03.2026
Nächster Prozess
Ed Sheeran: Copyright-Prozess zu "Thinking Out Loud" geht in nächste Runde
veröffentlicht am 25.04.2024
Mit Gitarre im Gerichtssaal
Urheberrechtsprozess zu "Thinking Out Loud": Ed Sheeran erneut wegen Plagiatsvorwürfen vor Gericht
veröffentlicht am 02.05.2023 4
Neuerliche Niederlage für den Kläger
Endlich Ruhe: Led Zeppelin gewinnen "Stairway to Heaven"-Prozess
veröffentlicht am 07.10.2020 5
Kein Verfahrensfehler
Plagiatsprozess um "Stairway to Heaven": Led Zeppelin haben nicht geklaut
veröffentlicht am 13.03.2020 2