Spotify-Boykott wächst
Nach Deerhoof: Auch Xiu Xiu und King Gizzard & The Lizard Wizard verlassen Spotify
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King Gizzard & The Lizard Wizard (2023). © Jason Galea
Deerhoof hatten ihre Entscheidung bereits Ende Juni 2025 öffentlich gemacht, kurz nachdem bekannt geworden war, dass Daniel Ek einen dreistelligen Millionenbetrag in das KI-Start-up-Unternehmen Helsing investiert hatte, das unter anderem Drohnen, Flugzeuge und U-Boote produziert und ein neues System zur Integration von "KI-Piloten" in die Cockpits von Kampfflugzeugen entwickelt.
In ihrem Statement heißt es unter anderem: "Wir wollen nicht, dass unsere Musik Menschen tötet. Wir wollen nicht, dass unser Erfolg an KI-Battle-Tech gebunden ist."
Xiu Xiu rufen Fans dazu auf es ihnen gleich zu tun
Ende Juli und damit einen knappen Monat später folgen nun mit Xiu Xiu und King Gizzard & The Lizard Wizard zwei weitere Bands dem Beispiel Deerhoofs. In einem zugehörigen Instagrampost wählen Xiu Xiu drastische Worte:
"Wir arbeiten derzeit daran, unsere gesamte Musik aus dem Müllloch und gewaltsamen Armageddon-Portal Spotify zu entfernen. Aufgrund von verfahrenstechnischen Komplikationen dauert dies länger als erhofft, wird aber bald abgeschlossen sein. Vielen Dank für die Unterstützung und Geduld."
In der Caption des entsprechenden Posts verweist die US-amerikanische Experimental-Rock-Band auf die Helsing-Investition von Daniel Ek: "Grund: Spotify verwendet Musikgeld um in KI Kriegdronen zu investieren", heißt es dort knapp. Darauf, dass es noch weitere Kritikpunkte an dem Streaming-Anbieter gibt, spielen Xiu Xiu in einem abschließenden Appell an ihre Fangemeinde an: "Aus all den Gründen, die ihr bereits kennt – Bitte kündigt euer Abonnement bei Spotify."
Auch Deerhoof scheinen sich aktuell noch mitten im Prozess der Entfernung ihres Katalogs zu befinden. Zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels, sind noch drei Alben der Gruppe auf Instagram abrufbar, obwohl seit ihrem Statement bereits mehrere Wochen vergangen sind. Ein Umstand, der unterstreicht, wie langwierig das Vorhaben zu sein scheint.
King Gizzard & The Lizard Wizard schließen sich an
Am 25. Juli 2025 erschien mit Demos Vol. 7 + Vol. 8 eine neue Veröffentlichung der australischen Psychedelic-Rock-Band King Gizzard & The Lizard Wizard. Ein Anlass, den die Gruppe mit einem Instagrampost zelebrierte. "Neue Demo-Collection überall erhältlich, außer auf Spotify (fuck Spotify)", heißt es in der ergänzenden Caption.
In einer Story gingen King Gizzard & The Lizard Wizard dann etwas genauer darauf ein, warum ihre neueste Musik nicht auf der schwedischen Streamingplattform veröffentlicht wurde und auch sonst ein Teil ihres Katalogs von dieser verschwunden ist. Stereogum zitiert ihr Statement wie folgt:
"Hallo Freunde, eine wichtige Mitteilung für alle, die es noch nicht wissen: Daniel Ek, CEO von Spotify, investiert Millionen in KI-Gechnologie für Militärdrohnen. Wir haben gerade unsere Musik von der Plattform entfernt. Können wir Druck auf diese Dr. Evil tech bros ausüben, damit sie sich bessern? Schließt euch uns auf einer anderen Plattform an."
Zusätzlicher Seitenhieb
Als Hintergrund dieser Instagram-Story dient der Ausschnitt eines Bildes der KI-Band The Velvet Sundown. Damit spielt die Gruppe auf eine weitere aktuelle Kontroverse um den schwedischen Streaming-Anbieter an. In nur zwei Wochen war es dem Projekt, dass sich inzwischen als KI-basiert herausgestellt hat, gelungen 300.000 monatliche Hörer*innen auf Spotify zu generieren.
Nicht nur positives Feedback für Spotify-Abgang
King Gizard & The Lizard Wizard ernten für ihre Entscheidung aber nicht nur positives Feedback. In den Kommentaren zu ihrem Post erinnern einige Instagramnutzer*innen die Gruppe daran, dass sie aktuell Musik auf der Plattform Yandex music veröffentlichen, einem russischen Streaming-Anbieter.
Sie empfinden den Abgang von Spotify als performativen Aktivismus und werfen King Gizard & The Lizard Wizard vor, mit ihrer Präsenz auf Yandex music indirekt den Krieg in der Ukraine zu unterstützen, da das Unternehmen Steuern an Russland zahlen muss. Die kritischen Stimmen wünschen sich, dass die Gruppe auch diese Plattform hinter sich lässt.
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