Konzerte ausverkauft
Oasis Konzerte: Dynamische Preise, technische Fehler und Ticketzweitverkäufer erschweren den Ticketkauf
Oasis (2025). © Simon Emmett
Um ein Konzert Ticket zu kaufen, mussten sich Oasis-Fans in digitale Warteschlangen einreihen. Damit begann der Frust , da technische Fehler dazu führten, dass Nutzer ohne ersichtlichen Grund abgewiesen wurden und sich erneut am Ende der Warteschlange einreihen mussten.
User konnten sich dabei nur in einer Warteschlange für eine bestimmte Stadt einreihen, sodass es nicht möglich war, spontan ein anderes Ticket in einer anderen Stadt zu kaufen, denn damit hätte man den Platz in der Warteschlange verloren.
Wie erwartet war die Nachfrage für die Oasis Konzerte in allen Städten extrem hoch, und die Tickets waren bereits nach einigen Stunden ausverkauft.
Ticketpreise sorgen für Ärger
Für Verärgerung sorgte bei vielen Fans, dass sie stundenlang in Warteschlangen verbringen mussten, nur um dann festzustellen, dass sich die Preise der Karten in der Zwischenzeit deutlich erhöht hatten.
Vor dem Verkaufsstart hatten die Veranstalter bekannt gegeben, dass Stehplätze ungefähr 150 Pfund und Sitzplätze zwischen 73 und 205 Pfund kosten würden.
Als Fans jedoch das Ende der digitalen Warteschlange erreicht hatten, lagen die Preise für einen Stehplatz deutlich höher, und zwar bis zu etwa 350 Pfund. Dabei handelte es sich wohlgemerkt nicht um VIP- oder sonstige Sondertickets, sondern um sog. Platinum Tickets die trotz ihres Namens keine weiteren Vorteile bieten.
Ärgernis dynamische Preise
Stattdessen stiegen die Preise abhängig von der Nachfrage. Diese dynamische Preisgestaltung ist ein stetes Ärgernis für Fans, aber nicht illegal – weder in Großbritannien noch in Deutschland.
Jonathan Brown, Geschäftsführer der Society of Ticket Agents and Retailers, betonte, dass die Preise von der Band und dem Management festgelegt worden waren, und dass Ticket-Websites die hohe Nachfrage gut bewältigt hatten.
Brown gab an, dass die dynamische Preisgestaltung auch bei Hotelbuchungen und Reisetickets angewandt wird.
Vorgehen gegen Ticketzweitverkäufer
Oasis hatten vor dem Verkaufsstart angekündigt, dass sie gegen Ticketzweitverkäufe vorgehen würden, und dass der Weiterverkauf von Tickets nur über offizielle Plattformen wie Twickets oder Ticketmaster Fan-to-Fan möglich sein würde.
Schon während dem Vorverkauf tauchten jedoch Oasis-Ticketangebote auf Plattformen wie StubHub und Viagogo auf, wobei die Preise teilweise das 40-fache des Originalpreises betrugen.
Risiko Zweitmarkt
Obwohl die Konzertveranstalter bekannt gegeben hatten, dass solche Tickets ihre Gültigkeit verlieren würden, gab Viagogo an, dass Ticketzweitverkäufe in Großbritannien legal seien:
"Der Weiterverkauf ist im Vereinigten Königreich legal und die Fans sind immer durch unsere Garantie geschützt, dass sie ihre Tickets rechtzeitig zur Veranstaltung erhalten oder ihr Geld zurückerhalten."
Wer mehrere tausend Pfund auf fragwürdigen Zweitverkaufs-Plattformen in ein Oasis-Ticket investiert, geht dennoch ein gehöriges Risiko ein, denn natürlich können Veranstalter den Weiterverkauf von Eintrittskarten untersagen. Zweitmarktkäufer riskieren also am Spieltag, vor verschlossenen Türen zu stehen – und anschließend ihr Geld mühsam vom Zweithändler zurückfordern zu müssen.
Regierung kündigt Untersuchung an
Inzwischen hat die britische Regierung angekündigt, die Problematik der dynamischen Preisgestaltung in eine sowieso für den Herbst geplante Untersuchung des Ticketzweitmarkts aufzunehmen.
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte gegenüber der BBC, die Regierung plane Maßnahmen, da Familien ansonsten nicht mehr in der Lage seien, Konzerte zu besuchen oder ein Vermögen für die Karten bezahlen würden. Gesetzesänderungen seien eine Option. In seinen Äußerungen konzentrierte sich Starmer allerdings auf den Zweitmarkt:
"Es gibt eine Reihe von Methoden, bei denen Leute eine Menge Tickets kaufen und sie zu einem hohen Preis weiterverkaufen. Und das ist einfach nicht fair – es verdrängt die Leute aus dem Markt."
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