Herausforderungen in der Musikbranche
Schlimmer als Streaming-Betrug: Fehlerhafte Metadaten führen zu Einnahmeverlusten für Songwriter und Musikindustrie
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Robert Kyncl (2024). © Warner Music
Es ist unbestritten, dass Streaming-Betrug eine große Herausforderung für die Musikbranche darstellt. Nach Schätzungen kostet er Musikbranche 2 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die jährlichen Schäden könnten in Zukunft sogar noch höher ausfallen.
Nicht betrügerische Anomalien als größeres Problem
Nach Ansicht von Nermina Mumic, CEO des österreichischen Streaming-Prüfungs-Unternehmens Legitary, sind nicht betrügerische Anomalien aber möglicherweise sogar ein noch größeres Problem, da sie die Inhaber des geistigen Eigentums direkt betreffen.
Obwohl Streaming-Betrug in der Musikbranche die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, resultiert nach Mumic ein größerer Anteil aus Metadaten-Problemen (Datenfehlern). Die Behebung dieser Probleme und Anomalien erfordert keine Jagd auf betrügerische Streaming-Betreiber und resultiert im besten Fall in der Auszahlung fehlender Tantiemen, so Mumic:
"Bei Streaming-Anomalien sehen wir, dass Tantiemen einfach nicht generiert werden, so dass es schwieriger ist, das Problem zu finden, zu verfolgen und zu lösen. Die Musikindustrie muss sich mit den Vorkommnissen und Faktoren befassen, die zur Verschärfung dieser Anomalien beitragen könnten."
Die Metadaten-Problematik
Auch beim Reeperbahn Festival waren Metadatenprobleme ein Thema. Das größte Problem der Musikindustrie ist das Fehlen einer einheitlichen globalen Struktur für die Erfassung und Verarbeitung von Metadaten, die eine wesentliche Grundlage für die Monetarisierung von Musikwerken darstellen.
Beispielsweise kann der Begriff "Artist" je nach Kontext entweder den Songwriter oder den Performer meinen, was erhebliche Auswirkungen auf die Zuordnung eines Werkes und die damit verbundenen Einnahmen haben kann.
Aufgrund von fehlenden internationalen Standards besteht zudem die Sorge, dass traditionelle Produktionen nicht von Outputs durch KI unterschieden werden können.
Die Sorge hat die Chefetagen erreicht
Robert Kyncl, CEO der Warner Music Group, ging kürzlich auf diese Herausforderungen ein und fordert die Musikindustrie auf, nach Lösungen zu suchen, die den aktuellen technischen Standards entsprechen:
"Eines der Dinge, die mich persönlich beunruhigen, ist die Tatsache, dass wir die digitalen Einnahmen im Grunde so eintreiben, wie wir es seit Jahrzehnten mit den analogen Einnahmen getan haben. Das Tempo ist gleich, alles ist gleich. Das ist etwas, das wir alle gemeinsam besser machen können, und ich denke, das wird den Songwritern enorm helfen."
Der Zusammenhang mit KI
Des Weiteren hob Kyncl hervor, dass es wichtig sei, die Anzahl an nicht übereinstimmenden Daten zu reduzieren. Dies sei nicht nur für einen schnelleren Geldfluss von hoher Bedeutung, sondern gleichzeitig für die Zukunft der Musikindustrie in Anbetracht des Wachstums der KI-Industrie.
Über die Herausforderungen, mit denen Songwriter im Zeitalter der KI kämpfen müssen, sagte Kyncl, dass Warner hinsichtlich der Künstlichen Intelligenz zwei Ziele hat. Eines davon sei Schutz, zweiteres das Finden von positiven Anwendungsfällen für KI und das Wachstum des Musikmarktes:
"Dies ist ein ganz klarer Schwerpunkt. Wenn wir das nicht richtig hinbekommen, riskieren wir, dass die menschliche Kreativität durch Maschinen ersetzt wird, was natürlich keine Welt ist, in der jeder leben möchte."
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