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Streaming Promotion: Wie du es mit deinen Songs auf eine Spotify-Playlist schaffst

Tipps für Musiker und Bands von Florian Endres
veröffentlicht am 06.09.2019

spotify streaming marketing promotion

Streaming Promotion: Wie du es mit deinen Songs auf eine Spotify-Playlist schaffst

© John Tekeridis via Pexels

Playlists sind im Streaming-Zeitalter eine der besten Möglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler, die eigene Reichweite zu steigern. Im folgenden Artikel geben wir euch am Beispiel von Spotify Tipps, wie ihr Playlists sinnvoll für euch nutzen könnt.

Wieso sind Playlists so wichtig?

Playlists stellen ebenso wie Playlisten anderer Mediengattungen (im Radio, DJing u.a.) für Streamingdienste wie Spotify eine gute Möglichkeit dar, die Hörerinnen und Hörer an sich zu binden. Sind deren User unsicher, was sie als Nächstes hören möchten, kann ihnen eine Playlist Inspiration bieten und sie so weiterhin auf der eigenen Plattform halten. Aktuelle Zahlen zeigen, dass Streaming-User das Angebot an Playlists zunehmend intensiver nutzen und durch diese neue Musik entdecken.

Die Bedeutung von Playlists für Musikerinnen und Musiker kann also kaum überschätzt werden. Indem ihre Songs in Playlists aufgenommen werden, können sich Künstlerinnen und Künstler ein vollkommen neues Publikum erschließen. Als Nebeneffekt steigen auch die Streamingzahlen – zumindest für den jeweils in der Playlist aufgenommenen Song, vielleicht auch für das zugehörige Album. Das wiederum führt zu erhöhten Ausschüttungen. 

Welche Arten von Playlists gibt es auf Spotify?

  • Von Spotify kuratierte Playlists 

Diese Playlists werden von Spotify erstellt und betreut. Deren Angestellte entscheiden damit nicht nur über das Thema der Playlist, sondern auch über die aufgenommenen Künstlerinnen und Künstler. Der Vorteil dieser Playlists besteht in ihrer enormen Reichweite: da sie direkt von Spotify stammen, stehen sie stärker im Vordergrund als User-Playlists. Gleichzeitig bewirkt ihre Popularität jedoch auch, dass neue Acts es nicht leicht haben, in sie aufgenommen zu werden.

Beispiele für solche von Spotify kuratierten Playlists sind "Today's Top Hits", "RapCaviar" oder "New Music Friday".

  • Spotify-Playlists, die größtenteils algorithmisch erstellt werden

Diese Playlists werden zwar auch von Spotify-Mitarbeitern betreut, ein großer Teil der aufgenommenen Songs wird jedoch algorithmisch festgelegt. Das bedeutet, dass sich diese Playlists im Gegensatz zu den kuratierten Playlists für jeden User unterscheiden, da sie anhand individueller Hörgewohnheiten zusammengestellt werden. 

Die besten Beispiele für algorithmischen Playlists sind der "Spotify Release Radar", der wöchentlich neu veröffentlichte Songs aufbereitet, sowie der "Mix der Woche" – eine Playlist, die auf dem individuellen Hörverhalten basiert.

  • User-Playlists

Natürlich bietet Spotify Usern auch die Möglichkeit, eigene Playlists zu erstellen. Dabei handelt es sich oft um rein persönliche Listen, jedoch nutzen auch viele Blogs, Musikmagazine, Influencer oder auch Musikerinnen und Musiker diese Funktion.

Gerade diese Playlists größerer Musikmagazine oder auch in der Öffentlichkeit stehender Personen können durchaus bedeutsam für einen unbekannten Indie-Act sein. 

Das Profil vorbereiten

Bevor ein Song für eine Playlist vorgeschlagen werden kann, gibt es Einiges zu tun. Zuerst einmal muss die eigene Musik natürlich auf Spotify hochgeladen werden. Seit Spotify die Möglichkeit des direkten Uploads wieder eingestellt hat, erfolgt der Upload über einen Distributor bzw. ein Label. 

Wichtig: Einige Playlists, insbesondere die von Spotify selbst betreuten, beachten nur Songs, die noch nicht veröffentlicht wurden. Das muss unbedingt in die Planung eines Releases einbezogen werden! Weitere Informationen zu diesen Playlists finden sich auch weiter unten. 

Das Profil der Künstlerin bzw. des Künstlers, das mit der (geplanten) Veröffentlichung verknüpft ist, sollte einen möglichst professionellen Eindruck machen und vollständig sein. Dazu gehört ein hochauflösendes Profilfoto und eine aktuelle Biographie. Außerdem sollte die weitere Online-Präsenz – Facebook, Instagram, Homepage etc. – verlinkt sein.  

Weiterhin muss das Profil von Spotify verifiziert sein – erkennbar an dem kleinen blauen Haken neben dem Profilnamen (How to). Der große Vorteil eines verifizierten Profils ist der Zugriff auf die "Spotify for Artists"-Analysetools sowie die Möglichkeit, Spotify direkt Songs für ihre Playlists vorzuschlagen. 

Im Idealfall weist das Profil auch bereits eine ordentliche Zahl an Followern auf. Diese können die organische Reichweite der Musik in vielen Fällen enorm steigern. Um die eigene Follower-Zahl zu erhöhen, können Fans beispielsweise über andere Social Media-Kanäle aufgerufen werden, der Künstlerin bzw. dem Künstler auch auf Spotify zu folgen. 

Den idealen Song finden

Musikerinnen und Musiker müssen planen, welche Songs sie für welche Playlist vorschlagen. Natürlich liegt der Gedanke nahe, in erster Linie Neuerscheinungen zu verwenden – doch auch deep cuts, alte Hits oder Fan-Favorites können sich für die Berücksichtigung in einer Playlist eignen. 

Wenngleich die Songauswahl zu großen Teilen von Stimmung und Thema einer Playlist bestimmt wird, gibt es auch einige Anforderungen an den Song selbst: Hintergrund dieser Anforderungen ist, dass das Audiostreaming den individuellen Musikkonsum – und damit auch Songwriting-Konventionen – bereits verändert hat und noch immer verändert.

Da der nächste Song in einer Playlist immer der neue Lieblingssong sein könnte, stellen moderne Popsongs den Chorus häufig direkt an den Songanfang, um die Hörer sofort anzusprechen und das Skippen möglichst zu verhindern. Der Verzicht auf ein überlanges Intro oder Outro und eine kompakte Songlänge kann für die Aufnahme in Playlists ein wichtiges Kriterium sein. 

Playlists selbst erstellen

Ist diese Vorarbeit geleistet, gilt es, die richtige Playlist zu finden. Die einfachste Möglichkeit, mit der eigenen Musik Teil einer Playlist zu werden, ist, diese selbst zu erstellen. Dazu braucht es nur ein Thema, das einen möglichst natürlichen Kontext für die eigene Musik bietet: Beispiele wären etwa Lieblingslieder, Stimmungen/Emotionen oder die letzte Playlist aus dem Tourbus. 

Wichtig ist, dass die Playlist sich nicht nach reiner Werbung für die eigene Musik anfühlt, sondern den Hörern die Möglichkeit bietet, Neues zu entdecken.

Kuratoren erreichen

Playlists anderer Spotify-User sind deutlich schwieriger zu erreichen, bieten aber je nach Bekanntheitsgrad auch eine deutlich größere Breitenwirkung. 

Persönliche Kontakte stellen die beste Möglichkeit dar, eigene Songs in kuratierten Playlists zu platzieren. Virtuelles oder reales Networking sollte grundsätzlich nicht an ein Release gebunden sein. Mit anderen Musikschaffenden in Kontakt treten, ein Netzwerk aufbauen und pflegen ist stets auch Vorarbeit für einen späteren Platz in einer Playlist. 

Auch abseits des eigenen Netzwerks gibt es zahlreiche Kuratorinnen und Kuratoren bzw. Playlists, die für ein Release potentiell interessant sein können. Dazu zählen beispielsweise die Playlists bekannter Blogs und Musikmagazine. Die Kontaktdaten für deren Kuratorinnen und Kuratoren finden sich manchmal schon durch eine Google-Recherche. 

Bei der Kontaktaufnahme sollte jedoch die Popularität solcher Playlists mitbedacht werden: Die Kuratorinnen und Kuratoren von einflussreichen Playlists wie der "Best New Music"-Playlist des US-amerikanischen Musikmagazins Pitchfork sehen sich täglich mit so vielen Songvorschlägen konfrontiert, dass diese kaum jeden Song aufnehmen können.

Eine Reaktion darauf sind Playlists, die sich dem Ziel verschrieben haben, gerade kleineren Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu bieten. Bei solchen Anbietern gilt es jedoch, vorsichtig zu sein. Insbesondere dann, wenn diese bessere Placements gegen Geld oder durch technische Manipulationen versprechen, heißt es: Finger weg! 

Die perfekte Playlist finden

Weitere interessante Playlists, auf denen der eigene Song eine Chance hätte, lassen sich mit ein wenig Zeit und einer gewissen Kreativität hinsichtlich der Schlagworte leicht mit der Spotify-Suchfunktion finden.

Der große Vorteil bei der eigenen Suche nach relevanten Playlists ist, dass so Playlists gefunden werden können, die innerhalb einer bestimmten Nische zwar populär sind, zugleich jedoch nicht so groß sind, dass sie von Song-Vorschlägen überlaufen wären. Das trifft insbesondere auf Genres abseits der Spotify-Favoriten wie Pop und HipHop zu. 

Natürlich muss auch hier beachtet werden, dass die ausgewählte Playlists zur eigenen Musik passen. Gleichermaßen spielt es eine Rolle, wie viele Personen die Playlist bereits abonniert haben: Die Hörerschaft sollte sich im vier- bis fünfstelligen Bereich bewegen. Wichtig ist außerdem, dass die Playlist noch immer kontinuierlich aktualisiert wird. 

Alternativ ermöglicht die Website Spotify Playlist Exchange es Künstlerinnen und Künstlern, den Kuratorinnen und Kuratoren von verschiedenen Playlists direkt eigene Songs vorzuschlagen. Das Sub-Reddit r/spotify wiederum bietet eine stetig aktualisierte Übersicht einer Vielzahl von Spotify-Playlists – wenngleich ohne die direkte Möglichkeit, Songs vorzuschlagen. Auch hier kann eine kurze Recherche u.U. zu den Kontaktdaten führen. 

Direkter Draht zu Spotify

Hinsichtlich der von Spotify selbst erstellten bzw. generierten Playlists gibt es die Möglichkeit, direkt einen Song für eine Playlist vorzuschlagen. Wie bereits erwähnt, darf der vorgeschlagene Song noch nicht veröffentlicht worden sein darf. Er muss Teil eines geplanten Releases sein und möglichst eine Woche vor dem angestrebten Veröffentlichungsdatum eingereicht werden. 

hier findest du alle notwendigen Informationen zum Einreichen von Songs bei Spotify

Selbst, wenn der Song nicht auf eine kuratierte Playlist aufgenommen wird, wird er jedem Follower der Künstlerin bzw. des Künstlers auf seinem "Release Radar" als Teil einer neuen Veröffentlichung angezeigt. Das unterstreicht erneut, wie wichtig der Aufbau einer Fanbase auf Spotify ist. 

Künstlerinnen und Künstler, die bereits Teil eines Labels sind, können sich hier auf dessen Kontakte berufen. So beschreibt Tjark Hartwig, A&R-Manager von Four Music, dass Four Music eng mit verschiedenen Streaming-Plattformen zusammenarbeitet – was wiederum die Chancen für eine Platzierung ungemein steigert. 

Mein Song hat es auf eine Playlist geschafft – was nun?

Wenn das Ziel erreicht und der eigene Song auf einer (vielleicht sogar enorm populären) Playlist erschienen ist, gibt es noch einige wenige Punkte zu beachten.

So sollte die Künstlerin bzw. der Künstler die entsprechende Playlist auf den verfügbaren Social Media-Profilen teilen. Das steigert die Reichweite der Playlist und hinterlässt einen guten Eindruck beim Kurator und eröffnet im besten Fall weitere Möglichkeiten zur Playlist-Platzierung. 

Die vom Analysetool "Spotify for Artists" erfassten Hörerdaten können wiederum ausgewertet werden und erlauben Rückschlüsse für das künftige Marketing, beispielsweise hinsichtlich der angesprochenen Hörerschaft.

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