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Streaming setzt finanziellen Anreiz: Der Trend zum kürzeren Pop-Song verstärkt sich

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 13.02.2019

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Streaming setzt finanziellen Anreiz: Der Trend zum kürzeren Pop-Song verstärkt sich

© Pixabay via Pexels / Lizenz: CC0

Laut einer neuen Studie ist der durchschnittliche Pop-Song in den letzten Jahren bedeutend kürzer geworden. Hauptgrund dafür ist vermutlich der Siegeszug des Audiostreamings.

Wie Quartz schreibt, sind die Songs der Billboard Hot 100 seit 2013 zunehmend kürzer geworden. Statt 3 Minuten und 50 Sekunden betrug die durchschnittliche Spieldauer 2018 nur noch 3 Minuten 30. Sechs Prozent der Top 100-Hits dauerten nur noch 2 Minuten 30 Sekunden oder weniger – im Gegensatz zu lediglich einem Prozent im Jahr 2013.

Eindeutige Beweise

Quartz illustriert die Entwicklung anhand der letzten Veröffentlichungen populärer Künstlerinnen und Künstler, in dem sie die Position des jeweils fünften Songs auf den verschiedenen Alben miteinander vergleicht.

Lied Nummer fünf auf Kendrick Lamars 2013 erschienenem Album "good kid, m.A.A.d city" beginnt beispielsweise in der 19. Minute des Albums; die durchschnittliche Songlänge beträgt hier 5 Minuten 37 Sekunden. Auf Lamars jüngsten Veröffentlichung "DAMN." beginnt der fünfte Song schon in Minute zwölf, die durchschnittliche Songlänge ist auf 3 Minuten und 57 Sekunden gefallen.

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch bei anderen populären Künstlerinnen und Künstler wie Nicki Minaj, Kanye West oder Drake feststellen. Die jüngsten Alben des kanadischen R'n'B-Darlings Drake zeigen weiterhin exemplarisch, dass die durchschnittliche Album-Länge in den letzten Jahren trotz kürzerer Song-Dauer angestiegen ist

Ökonomischer Background

Ein möglicher Grund für diese Entwicklung liegt wohl in der derzeitigen Popularität des Audio-Streaming – und der Auszahlungspolitik der Streamingplattformen.

Spotify und Co. entlohnen Künstlerinnen und Künstler pro abgespieltem Song, unabhängig von der Song-Länge – Sleep werden für "Dopesmoker" (ca. 64 Minuten) also genauso bezahlt wie Napalm Death für "You Suffer" (1,3 Sekunden). 

Wie auch der ehemalige Pitchfork-Redakteur Mark Richardson in einem Tweet feststellt, gab es nie zuvor in der Musikindustrie einen solch starken (finanziellen) Anreiz, kurze Songs zu schreiben. Kurze Songs stellen, gerade in ihrer Paarung mit langen Alben, einen der aktuell wohl profitabelsten Wege der Musikveröffentlichung dar. 

Die halbe Wahrheit

Quart zräumt jedoch auch ein, dass der Siegeszug des Streamings wohl nicht der einzige Grund für die festgestellte Entwicklung ist. Die Tendenz, kürzere Songs zu schreiben, war bereits in den 90ern erkennbar, in den letzten fünf Jahren hat sie sich allerdings noch einmal verstärkt. 

Eine alternative Erklärung wäre die zunehmende Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne moderner Musikfans. Eine kürzlich veröffentlichte Studie verwendete das gleiche Argument, um zu erklären, dass klassische Musik in jüngster Zeit zunehmend schneller gespielt wird. Zudem werden nur 50% aller Songs auf Spotify bis zum Ende gehört.

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