Unternehmen reagiert die FTC Klage
Ticketmaster stellt Trade-Desk-Plattform ein und verteidigt sich gegen Vorwürfe
Angesichts des boomenden Gewinns von Live Nation/Ticketmaster werden die Stimmen für Reformen immer lauter. © pixabay via pexels.com
In einem Brief vom 17. Oktober 2025 an die Senator*innen Marsha Blackburn und Ben Ray Luján verteidigt sich Dan Wall, Executive Vice President für Corporate and Regulatory Affairs bei der Ticketmaster-Muttergesellschaft Live Nation.
Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, systematisch mit Ticketzweihändlern zusammengearbeitet und dabei gegen den sogenannten BOTS Act verstoßen zu haben.
Das Aus für TradDesk
Ticketmaster will außerdem das sog. TradeDesk-System vom Markt nehmen. Nach Einschätzung der FTC erleichterte TradeDesk den massenhaften Ankauf und Wiederverkauf zu überhöhten Preisen, da es durch unterschiedliche Konten erworbene Tickets bündelt und ihre Verwaltung sowie den Weiterverkauf erlaubt.
Dan Wall weist diese Anschuldigungen zurück und erklärt:
"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der Reputationsschaden für Ticketmaster, der durch die Notwendigkeit entsteht, TradeDesk zu verteidigen, seinen Nutzen übersteigt. Auch wenn wir diese Kritik für ungerecht halten, entfernen wir TradeDesk vom Markt."
Neue Regeln für den Wiederverkauf
Außerdem dürfen kommerzielle Nutzer ebenso wie Privatpersonen künftig nur noch ein einzelnes Konto bei Ticketmaster führen. Mehrfachkonten sollen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz gezielt erkannt und gelöscht werden. Für den Wiederverkauf auf der Plattform wird eine eindeutige Steueridentifikationsnummer erforderlich sein.
Im Fokus der Auseinandersetzung steht eine interne E-Mail aus dem Jahr 2018. Darin soll ein Ticketmaster-Manager geschrieben haben, das Unternehmen sehe bewusst weg, wenn Ticketzweithändler gegen Ticketlimits verstoßen. Wall erklärt dazu, die FTC habe seine Äußerungen missverstanden und aus dem Zusammenhang gerissen.
Kritik an Ticketmaster hält an
Der Interessenverband National Independent Venue Association vermutet, dass die Ticketplattform durch die angekündigten Maßnahmen einen Versuch sehe, das zerstörte Image zu reparieren.
Aus Sicht des Verbandes könne der Schaden nur dann behoben werden, wenn der Wiederverkauf auf Ticketmasters Plattform künftig auf den Originalpreis begrenzt werde.
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