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Versuch der Klageabweisung

Live Nation/Ticketmaster wollen Kartellverfahren noch vor Prozessbeginn stoppen

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 02.01.2026

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Live Nation/Ticketmaster wollen Kartellverfahren noch vor Prozessbeginn stoppen

© ActionVance

Der Live-Entertainment-Konzern Live Nation erhöht im laufenden US-Kartellverfahren den Druck auf das U.S. Department of Justice. Ende Dezember 2025 beantragten die Anwälte des Unternehmens ein sogenanntes Summary Judgment und damit eine gerichtliche Entscheidung, die das Verfahren noch vor einer Hauptverhandlung beenden könnte.

Hintergrund dieser Maßnahme ist die Kartellklage, die das US-Justizministerium im Mai 2024 gemeinsam mit 29 Bundesstaaten und dem District of Columbia eingereicht hatte. Ziel dieser Klage ist die Zerschlagung des Live-Nation-Ticketmaster-Konzerns.

Ursprung der Klage: Vorwurf eines illegalen Monopols

In der Kartellklage wirft das US-Justizministerium Live Nation und seiner Tochtergesellschaft Ticketmaster vor, eine schädliche Monopolstellung in der Live-Branche aufgebaut und über Jahre verteidigt zu haben. Diese Dominanz schade dem gesamten Ökosystem der Live-Musik und damit Fans, Künstler*innen, Veranstaltungsorten und unabhängigen Promotern.

US-Justizminister Merrick Garland erklärte damals, es sei an der Zeit, "Live Nation/Ticketmaster aufzulösen". Laut Justizministerium kontrolliere der Konzern rund 80 Prozent der Ticketverkäufe in großen Veranstaltungsstätten, 60 Prozent aller Konzertveranstaltungen sowie 60 Prozent der Arenen und Konzerthallen in den USA. Zudem stünden rund 400 Künstler*innen unter Vertrag bei Live Nation.

Vorwürfe: Abschottung, Druck und Vergeltung

In der Klageschrift listet das Justizministerium zahlreiche Praktiken auf, mit denen Live Nation den Wettbewerb behindert haben soll. Dazu zählen langfristige exklusive Ticketing-Verträge mit Veranstaltungsorten, Drohungen und finanzielle Vergeltungsmaßnahmen gegen Venues, die mit Konkurrenzanbietern kooperieren, Einschränkungen des Zugangs von Künstler*innen zu bestimmten Spielstätten sowie das gezielte Abschrecken potenzieller Wettbewerber.

Auch die Beziehung zur Oak View Group (OVG) ist Teil des Verfahrens. OVG habe sich von einem Wettbewerber zu einem Partner von Live Nation entwickelt und es vermieden, in direkten Wettbewerb zu treten.

Der stellvertretende Leiter der Antitrust Division, Jonathan Kanter, erklärte dazu:

"Die Live-Musikindustrie in Amerika ist kaputt, weil Live Nation/Ticketmaster ein illegales Monopol hat. Unsere Kartellklage zielt darauf ab, das Monopol von Live Nation-Ticketmaster zu brechen und den Wettbewerb zum Wohle der Fans und Künstler*innen wiederherzustellen."

Live Nations Verteidigung

Der nun eingereichte Antrag ist eine direkte Reaktion auf eine Einreichung des U.S. Department of Justice vom 15. Dezember 2025, in der die US-Regierung gemeinsam mit mehreren Bundesstaaten bekräftigte, dass die Beweise für eine kartellrechtswidrige Markbeherrschung ausreichten, um den Fall vor Gericht zu verhandeln.

Wie Digital Music News berichtet, bestreitet Live Nation im aktuellen Antrag nicht nur die Vorwürfe, sondern stellt die rechtliche Grundlage der Klage infrage. Um vor Gericht Bestand zu haben, müsse die Regierung einen sogenannten kartellrechtlichen Schaden ("antitrust injury") nachweisen – also real existierende Schäden ("real-world damage") – etwa durch höhere Ticketpreise, weniger Konzerte oder schlechtere Servicequalität.

Nach Darstellung des Konzerns habe das Justizministerium trotz monatelanger Beweisaufnahme keinen einzigen Veranstaltungsort benannt, der wegen eines Ticketmaster-Monopols höhere Gebühren gezahlt habe. Auch gebe es keine Aussage eines Venue-Betreibers, der zu einem Vertrag gezwungen oder mit Vergeltung bedroht worden sei.

Zudem kritisiert Live Nation die Marktdefinition der Anklage als zu eng. Beziehe man Stadien und weitere Großspielstätten ein, falle der Marktanteil deutlich geringer aus als von der Regierung behauptet.

Entscheidung mit Signalwirkung für die Branche

Nun liegt die Entscheidung bei US-Bezirksrichter Arun Subramanian, ob das Verfahren tatsächlich vor eine Jury kommt. Gibt er dem Antrag von Live Nation statt, wäre der Versuch der US-Regierung, den Konzern aufzuspalten, faktisch gescheitert. Lehnt er ihn ab, steht ein Verfahren bevor, das weitreichende Folgen für das internationale Live-Geschäft und den Ticketmarkt haben könnte.

Ursprünglich hatte ein US-Bundesgericht in New York den 2. März 2026 als vorläufigen Starttermin für den Kartellprozess festgelegt.

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