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Schutz von Künstlerwerken durch neuronale Fingerabdrücke

UMG und Sony Music setzen auf neue Technologie zum Schutz vor Urheberrechtsverletzungen durch KI

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 01.10.2025

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UMG und Sony Music setzen auf neue Technologie zum Schutz vor Urheberrechtsverletzungen durch KI

© cottonbro studio via pexels.com

Zwei der größten Musiklabels der Welt, Universal Music Group (UMG) und Sony Music, schließen sich mit dem KI-Forschungslabor SoundPatrol zusammen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, durch den Einsatz einer neuartigen Fingerprinting-Technologie, Urheberrechtsverletzungen in KI-generierter Musik aufzudecken.

Wie Music Business Worldwide berichtet, steht eine patentierte "neuronale Fingerabdruck"-Technologie im Zentrum der Partnerschaft, die SoundPatrol an der Stanford University entwickelt hat. Anders als herkömmliche Fingerprinting-Systeme, die auf exakte Übereinstimmungen von Musik-Snippets setzen, analysiert diese neue Methode die musikalische Semantik mittels sogenannter "neuronaler Einbettungen". Auf diese Weise lasse sich feststellen, ob KI-generierte Musik ganz oder zum Teil auf von Menschen geschaffene Werke zurückzuführen ist.

Damit können nicht nur direkte Kopien, sondern laut Angaben der Unternehmen auch Remixe, Cover-Versionen und KI generierte Ableitungen erkannt werden, selbst wenn sie stark verändert wurden.

Kampf gegen KI-Plagiate

Die Technologie versteht sich als ein "forensisches KI-Modell für Audio-Video-Fingerprinting" und könnte ein entscheidender Schritt im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen durch generative KI sein. Sie soll in der Lage sein, den Einfluss von menschlich geschaffener Musik in vollständig oder teilweise KI-erzeugten Tracks algorithmisch zu identifizieren.

Laut SoundPatrol-Mitgründer und CEO Walter De Brouwer sei es unerlässlich, solche neuronalen Signaturen aktiv in Streaming-Plattformen einzuspeisen. Nur so könnten Urheber in einer von KI geprägten Zukunft Kontrolle, Authentizität und monetäre Ansprüche an ihrem Eigentum behalten.

Reaktion auf aktuelle Rechtsstreitigkeiten

Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Musikbranche verstärkt rechtliche Schritte gegen KI-Unternehmen einleitet. Unter anderem laufen Klagen gegen KI-Unternehmen Suno, Udio und Anthropic, denen vorgeworfen wird, urheberrechtlich geschütztes Material ohne Genehmigung zum Training ihrer KI-Modelle verwendet zu haben.

Unter anderem sorgte eine Sammelklage des Indie-Musikers Anthony Justice für Aufsehen, in der er den Unternehmen vorwarf, "zig Millionen öffentlich zugängliche Songs kopiert und dupliziert" zu haben. Justice möchte nach eigenen Angaben Indie-Musiker*innen vertreten, deren Musik ohne Erlaubnis in die Trainingsdaten der KI-Start-ups eingeflossen ist. 

Bislang beruhen viele dieser Verfahren auf Liedtexten und Noten – die neuen Technologien von SoundPatrol könnten hier künftig für zusätzliche datenbasierte Beweiskraft sorgen oder Verstöße aufdecken, die bislang unentdeckt blieben.

Darüber hinaus sollen die Tools von SoundPatrol auch Drittanbieter-Plattformen und Forschungseinrichtungen dabei unterstützen, Urheberrechtsverstöße proaktiv zu vermeiden – ein wichtiger Schritt hin zu einem fairen und nachhaltigen digitalen Musik-Ökosystem.

Stimmen aus der Branche

UMG-CEO Lucian Grainge betont, dass es bei der Partnerschaft nicht nur um Schutz, sondern auch um Chancen gehe:

„Wir konzentrieren uns kontinuierlich darauf, KI zu ermöglichen – indem wir die zahlreichen kommerziellen und kreativen Möglichkeiten auf den Markt bringen, von denen unsere Künstler profitieren, und gleichzeitig wirksame Instrumente zu ihrem Schutz entwickeln.“

Auch Dennis Kooker, Präsident des globalen Digitalgeschäfts bei Sony Music, sieht in der Zusammenarbeit eine notwendige Maßnahme:

„Die Möglichkeiten der KI bieten Künstlern und Kreativen Chancen, wenn sie richtig eingesetzt wird. Wir sind entschlossen, uns in dieser sich entwickelnden Landschaft zurechtzufinden, indem wir ihre Arbeit schützen und gleichzeitig das innovative Potenzial dieser Technologien ausloten."

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