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Comeback der Gitarren

US-amerikanischer Gitarrenmarkt erlebt beispiellosen Boom

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 22.10.2020

fender coronakrise musikmarkt

US-amerikanischer Gitarrenmarkt erlebt beispiellosen Boom

© Stephen Niemeier

Der Gitarrenhersteller Fender erlebt das beste Jahr seiner Geschichte, der Akustik-Gitarren-Hersteller C.F. Martin & Co nennt die Nachfrage "unglaublich": Mitten in der Coronakrise boomt das Geschäft mit Gitarren.

Während andere Branchen in der Coronakrise massive Umsatzumbrüche zu verzeichnen haben, erfährt die Gitarrenbranche einen beispiellosen Boom.

Der Grund dafür hat mit den veränderten Lebensgewohnheiten zu tun. Die Menschen verbringen mehr Zeit zu Hause und nutzen sie zum Musikzieren. Das betrifft Profis wie Amateure gleichermaßen.

Überraschender Boom

Fender CEO Andy Mooney erklärte in einem Interview mit der New York Times, die Firma habe 2020 so viele Gitarren verkauft wie in keinem anderen Jahr ihrer gesamten Geschichte. Andere Gitarrenhersteller verzeichnen ein ähnliches Umsatzwachstum. 

Chris Martin CEO des Akustik-Gitarren-Herstellers C.F. Martin & Co. wurde von dem Boom völlig überrascht. Eigentlich hatte er damit gerechnet, die 187 Jahre alte Firma nach der Krise mühsam wieder aufzubauen. Jetzt erlebt er eine "unglaubliche" Nachfrage nach Akustik-Gitarren.

Viele Anfänger unter den Kunden

Bei der Mehrzahl der Kunden handelt es sich um Anfänger, die sich sich während des Lockdowns an einem neuen Hobby versuchen. So spricht Fender in einer Meldung der Presseagentur Reuters über einen Anstieg von 92% bei den Verkäufen von Gitarren unter $500.

In der Krise sind aber nicht nur günstige Gitarren gefragt. Erfahrene Spieler investieren in neues Equipment, etwa um eigene Songs im Home-Studio aufzunehmen und Sammler erweitern ihre Kollektion um neue Instrumente.

Nachfragesteigerung auch bei Apps und Kursen

Stark wachsend ist auch die Nachfrage nach Lern-Apps und Audio-Interfaces. Die Gitarren-App "Fender Play" mit dem durch You Tube berühmt gewordenen Gitarrenlehrer Jensen Trani steigerte die Zahl der User von 150.000 auf fast eine Million Benutzer.

Zudem gibt es einen großen Zulauf bei Online-Kursen. Trani berichtet, die Zahl seiner privaten Schüler habe sich in kurzer Zeit verdreifacht.

Breite Demografie

Der Boom ist dabei kein Phänomen, das von einer Generation alternder Rock'n'Roller getragen wird: Junge Erwachsene und Teenager, viele davon weiblich, entdecken das Instrument ihrer Elterngeneration für sich.

Beinahe 20% der Benutzer von "Fender Play" sind unter 24, 70% sind unter 45. Während der Krise stieg auch der Prozentsatz der weiblichen Benutzerinnen von 30% auf 45%.

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