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Ein zu geringes Salär?

US-Songwriter legt seine Streaming-Abrechnung für Justin Bieber-Hitsingle vor und ist nicht begeistert

News von Christian Grube
veröffentlicht am 12.10.2017

streaming musikbusiness rodney jerkins

US-Songwriter legt seine Streaming-Abrechnung für Justin Bieber-Hitsingle vor und ist nicht begeistert

Rodney Jerkins schreibt unter anderem für Justin Bieber und ist mit seinen Ausschüttungen alles andere als zufrieden. © Peter Yang; Quelle: Universal

Was verdienen Songwriter im Falle eines erfolgreichen Hits? Ein US-amerikanischer Songschreiber hat bei einer Tagung in Los Angeles nun seine Zahlen vorgelegt.

Rodney Jerkins alias Darkchild schrieb im Jahr 2010 zusammen mit dem Norweger Andre Lindal und drei weiteren Musikern den Justin Bieber-Hit "As Long As You Love Me". Veröffentlicht wurde die Nummer auf dem Erfolgsalbum "Believer" und 2012 als Single ausgekoppelt.

Die Meisten werden jetzt denken: Da wird man doch kräftig mitverdienen. Doch in Zeiten des Streamings scheint dies nicht mehr sicher zu sein – so zumindest die naheliegende Vermutung, wenn man Jerkins folgt: Er war vor einigen Tagen zu Gast bei einem Podiumsgespräch in der Los-Angeles-Chapter der Recording Academy. Dort berichtete er, was er mit Streaming & Co verdient.

Kassensturz

Insgesamt nahm er mit dem Song 149.000 $ an "Royalties" ein. Diese beinhalten nicht nur vom Umsatz abhängige Lizenzgebühren-Zahlungen, sondern auch Festbeträge oder Einmalzahlungen.

"As Long As You Love Me" wurde 347.820 mal im Radio gespielt. Das macht für Jerkins ein Umsatz von 53.000 $ (0,15 $ pro Airplay). Das liest sich erstmal nicht so schlecht. Beim Onlineradio "Sirius XM" wurde der Song 1509 mal gespielt. Daraus ergeben sich Einnahmen von 765 $. Wenn man die beiden Spitzenreiter beim Streaming betrachtet, ist das eine geradezu riesige Summe:

Denn beim Streamingdienst Pandora wurde die Nummer 38.225.700 aufgerufen. Bei YouTube nur unwesentlich weniger: 34.220.900. Doch der millionenfache Abruf sorgt nicht für dicke Geldbeutel: Über Pandora nahm Rodney Jerkins nur 278 $ ein. Bei YouTube kommt er auf 218,17 $. Pro Aufruf liegt die Vergütung also weit unter einem Cent. Hätte Jerkins den Song alleine geschrieben wären es immerhin zwischen 1100 $ und 1400 $ gewesen.

Streaming lohnt sich nicht?

Jerkins befeuert mit seiner Auswertung die laufende Diskussion, wie Songwriter und Musiker zukünftig noch ausreichend Einnahmen generieren können. In Sachen Verdienst lohnt sich alleine das Streaming – in seinem Fall und bei diesen Diensten mit diesen Zahlen – nicht wirklich.

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