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Wechsel zum Indie-Vertrieb

Zahlreiche Indie-Labels verlassen Warner wegen gravierender Vertriebsprobleme

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 09.01.2020

musikbusiness warner

Zahlreiche Indie-Labels verlassen Warner wegen gravierender Vertriebsprobleme

© Photo by Daria Sannikova from Pexels

Die Independent-Labels, die sich unter dem Namen Beggars Group zusammengeschlossen haben, kündigen an, die Vertriebsgruppe der Warner Music Group (WMG) aufgrund mangelnder Zuverlässigkeit zu verlassen und zum Indie-Vertrieb Redeye zu wechseln.

Die Beggars Group, zu der bekannte Indie-Labels wie 4AD, Matador, Rough Trade, Young Turks und XL gehören, gibt an, gemeinsam mit den Labels Domino und Saddle Creek Warners Alternative Distribution Alliance (ADA) zum 1. Januar 2020 zu verlassen. Zukünftig übernimmt das US-Unternehmen Redeye den Vertrieb dieser Labels. 

Warner bietet Independent-Labels über ADA Werbung, Lizenzierung und weltweite Distribution an. Doch seitdem der Vertrieb seit April 2019 über Direct Shot Distribution (DSD) abgewickelt wird, häufen sich die Beschwerden: Zahlreiche US-amerikanische Einzelhändler klagten über immense Verzögerungen in der Auslieferung und falsche oder komplett ausbleibende Sendungen – ein Zustand, der sich bis Dezember 2019 nicht verbessert zu haben scheint

"Endlich ein unabhängiger Vertrieb"

Martin Mills, Vorsitzender der Beggars Group betont in seiner Stellungnahme primär, dass der Wechsel zu einem unabhängigen Vertrieb für ein Indie-Label einen Vorteil darstellt, da physische Produkte für Major-Labels langsam die Bedeutung verlieren:

"Die Beggars Group arbeitet weltweit mit großartigen, vollkommen unabhängigen Vertrieben zusammen und glaubt daran, dass diese Vertriebe vom Umfang unserer Labelgruppe profitieren. So traurig wir auch sind, die ADA zu verlassen, so glücklich sind wir doch, nun auch in den USA endlich einen unabhängigen Distributor zu haben."

Auch wenn Mills Warner so nicht direkt angreift, lässt die Betonung der Bedetung des physischen Vertriebs für Indie-Labels doch vermuten, dass die Unzuverlässigkeit von DSD Hauptgrund für den Wechsel war. 

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