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Kritik an Nena

BDKV-Präsident Jens Michow will volle Konzerte für Geimpfte und Genesene

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 28.07.2021

bdkv coronakrise Öffnungsperspektiven

BDKV-Präsident Jens Michow will volle Konzerte für Geimpfte und Genesene

Prof. Jens Michow ist geschäftsführender Präsident des BDKV. © BDKV

Im Rahmen der Diskussion rund um die Impflicht fordert BDKV-Präsident Jens Michow eine Bevorzugung von Geimpften und Genesenen bei Konzerten. Diese müssten wirtschaftlich durchgeführt werden können, betont der Jurist in einem aktuellen Interview mit Deutschlandfunk vom 26. Juli.

Dürfen in Zukunft nur noch Geimpfte (Kultur-)Veranstaltungen wie etwa Konzerte besuchen? Diese Frage beschäftigt aktuell mehrere Länder. So will beispielsweise Großbritannien ab September nur noch Geimpften den Besuch von Clubs gewähren. Dahingegen ist die Diskussion in Deutschland um mögliche Einschränkungen für Ungeimpfte gerade erst entflammt.

Bevorzugung von Geimpften und Genesenen

Der Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) Jens Michow spricht sich nun in einem aktuellen Interview klar für eine Bevorzugung von Geimpften und Genesenen bei Konzerten aus. Konzerte müssten wirtschaftlich durchgeführt werden können, betont der Jurist am 26. Juli gegenüber Deutschlandfunk.

Um zum normalen Leben zurückzukehren, müsse man wenigstens denjenigen, die das Impfangebot des Staates annehmen, die Möglichkeit geben, Veranstaltungen wie Konzerte in Zukunft wieder ohne Abstandsregelungen zu nutzen.

Die Politik müsse deswegen regeln, dass Veranstaltungen für Geimpfte und Genesene stattfinden können, fordert Michow. Schließlich, so der 70-jährige, könnten nicht auf alle Zeiten wegen Impfverweigerern Restriktionen hingenommen werden.

Der Jurist hält es zudem rechtlich für machbar, dass Veranstaltende sich auf ihr Hausrecht berufen und den Zutritt zu einer Veranstaltung abhängig vom Impfstatus machen, sofern es "von den Ländern erlaubt ist, dass Veranstaltungen mit Geimpften durchgeführt werden dürfen.“

Kritik an Nena

Deutliche Worte findet der Präsident des BDKV auch für Sängerin Nena, die bei einem Open-Air-Konzert am 25. Juli in Berlin ihre Fans ermutigt hatte, die Hygieneregeln zu ignorieren. Gegenüber dem Deutschlandfunk ärgerte sich Michow über ihr Verhalten und gab an, die Aktion sei schädlich für den gesamten Kulturbetrieb:

"Nena sollte sich im Klaren darüber sein, dass sie ihrer Branche einen Bärendienst erwiesen hat mit solchen Bemerkungen: Weil man, glaube ich, nichts Destruktiveres tun kann, als sich auf eine Bühne zu stellen und die Leute dazu anzuhalten, im Zweifel sich nicht an Hygienevorschriften zu halten."

Klarstellung per Facebook

Einen Tag nach dem Interview äußerte sich Michow per Facebook, um klarzustellen, dass er keine allgemeine Impfpflicht fordere. Jede/r müsse für sich selbst entscheiden, ob sie/er geimpft werden wolle oder nicht.

Dies könne aber nicht dazu führen, dass "der zunehmend überwiegende Teil unsere Bevölkerung in Sippenhaft genommen wird." Er fordere, dass es erlaubt werden müsse, Veranstaltungen für Geimpfte und Genesene ohne Abstandsregeln und zahlenmäßige Begrenzung stattfinden zu lassen.

Ein Verzicht auf nicht Geimpfte nicht gewollt

Darüber hinaus erklärte Michow auch, dass Veranstalterinnen und Veranstalter nicht auf Nichtgeimpfte im Publikum verzichten wollen. Daher fordere die Branche seit Monaten, dass es ausreichen müsse, "wenn nicht geimpfte Veranstaltungsbesucher einen zeitnah vor der Veranstaltung durchgeführten negativen Schnelltest vorlegten".

Allerdings sei es in den letzten sechs Monaten nicht gelungen, diese Forderung durchzusetzen, "geschweige denn, zu erfahren, welches Wunder denn sonst noch geschehen muss, damit Veranstaltungen endlich wieder ohne Einschränkungen stattfinden dürfen."

Das Ende der Hoffnung

Die Branche versucht laut Michow, im Interesse eines Neustarts des Kulturbetriebs, "den kleinsten gemeinsamen Nenner mit der Politik zu finden". Wenn die Politik auch diesen Vorschlag ablehne, so Michow in seinem Post abschließend, werde es Zeit, darüber nachzudenken, "ob das Hoffen auf eine bessere Zukunft überhaupt noch Sinn macht".

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