×

Der Verantwortung bewusst

Berliner Clubcommission stellt Maßnahmenkatalog zum Umgang mit Covid-19 für Veranstalter vor

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 11.03.2020

coronakrise liveszene clubcommission

Berliner Clubcommission stellt Maßnahmenkatalog zum Umgang mit Covid-19 für Veranstalter vor

© Polina Tankilevitch via Pexels

Im Hinblick auf die zunehmende Verbreitung des Coronavirus auch in Deutschland hat die Clubcommission Berlin einen Maßnahmenkatalog für Veranstaltungen in Berliner Clubs und Konzertsälen erarbeitet. Auch eine temporäre Schließung der Betriebe wird in Erwägung gezogen.

Ziel des von der Clubcommission vorgestellten Kataloges ist es, Maßnahmen zu präsentieren, um das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus zu verringern und Übertragungswege im Falle einer Infektion schnell zurückverfolgen zu können. Dazu gehört u.a.: 

  • Eine temporäre Registrierung der Club-Besucher/innen mit deren Telefonnummer oder Email-Adressen, sodass Infektionsketten besser ermittelt werden können,
  • die Gäste über ihre eigene Verantwortung aufuzklären,
  • eine Reduzierung der Gästeauslastung auf 70 Prozent und
  • die Umsetzung erweiterter Hygienemaßnahmen.

Die Taskforce hatte die Empfehlungen des Maßnahmenkatalogs nach einem Krisentreffen mit knapp 50 Clubbetreibern und Veranstaltern zusammengestellt. Die Clubcommission hatte bereits vor dem ersten festgestellten Infektionsfall in Berlin Kontakt zu Amtsärzten und der Charité aufgenommen sowie in einem Rundschreiben die Clubs mit ersten Präventionshinweisen versorgt. 

Wichtige Maßnahme

Die Clubcommission betont, dass kein unmittelbar hohes Risiko für die vornehmlich eher jungen Clubbesucherinnen und -besucher im Vergleich zu alten oder vorerkrankten Menschen besteht. Dennoch ist es wichtig, die Ausbreitung des Virus zu verhindern, um das Gesundheitssystem nicht weiter zu belasten. 

Diese Einstellung spiegelt die Empfehlungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn wider. Dieser forderte auf Twitter ein Verbot von Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von über 1000 Gästen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. 

Hohe Verantwortung

Für die Berliner Clubs steht fest, dass sie eine hohe Verantwortung für den Umgang mit dem Virus trifft. So haben einige Locations sich bereits entschlossen, ihre Veranstaltungen bis auf weiteres abzusagen bzw. den Betrieb temporär zu schließen, da Besucher und Künstler bei bestimmten Clubs und Veranstaltungen aus Regionen mit hoher Infektionsrate erwartet wurden.

Nichtsdestotrotz weist die Clubcommission auch darauf hin, dass die notwendigen Abwägungen für die Spielstätten häufig existenzentscheidend sind: Gerade privatwirtschaftlich agierenden Musikspielstätten fehlen durch Veranstaltungsabsagen die überlebenswichtigen Erlöse. Doch auch Künstler/innen, Live-Spielstätten, Labels und Bookingagenturen sind betroffen. 

So ist für die Taskforce der Clubcommission auch die temporäre Schließung der von Berliner Clubs eine Möglichkeit. Da diese Maßnahme jedoch unweigerlich mit einer Insolvenz der meisten betroffenen Clubs einhergehen würde, ist diese nur durch eine Kopplung an einen Rettungsfonds für soziale Härtefälle möglich. Die Clubcommission hat diesbezüglich bereits Kontakt mit Banken und Crowdfunding-Anbietern sowie dem Berliner Senat aufgenommen.

Auch interessant

Ähnliche Themen

Clubcommission Berlin wählte neuen Vorstand

Neue Gesichter und alte Bekannte

Clubcommission Berlin wählte neuen Vorstand

veröffentlicht am 16.12.2020

Bedeutet die Corona-Krise das Aus für Clubs und Diskotheken?

Düstere Aussichten

Bedeutet die Corona-Krise das Aus für Clubs und Diskotheken?

veröffentlicht am 23.04.2020   1

Jazzmusiker durch Veranstaltungsabsagen wegen des Coronavirus existenziell bedroht

Verschlechterung einer prekären Situation

Jazzmusiker durch Veranstaltungsabsagen wegen des Coronavirus existenziell bedroht

veröffentlicht am 12.03.2020   5

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!