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Vater und Mutter haften für die Musik ihrer Kids?

Bildung wichtiger als Einkommen: Eltern prägen die kulturelle Bildung ihrer Kinder

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 20.10.2017

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Bildung wichtiger als Einkommen: Eltern prägen die kulturelle Bildung ihrer Kinder

Die wichtigste kulturelle Prägung erfahren Kinder von ihren Eltern, so eines der zentralen Ergebnisse der Studie des Rates für kulturelle Bildung. © Kelly Roselle auf Flickr / CC BY-ND 2.0

Eine Studie des Rates für kulturelle Bildung führt deutlich vor Augen, wie prägend das Elternhaus für die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen ist. Unterschiede in der Wertschätzung von Kultur hängen dabei vor allem mit dem Bildungsniveau der Eltern zusammen.

Eine neue Studie des Rates für kulturelle Bildung ergänzt die Ergebnisse einer ähnlichen, vom Deutschen Musikrat durchgeführten Studie zum Verhältnis zwischen der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen und deren Elternhaus.

Ausgeprägte Zusammenhänge

Die Studie mit dem Namen "Eltern/Kinder/Kulturelle Bildung. Horizont 2017" zeigt dabei erneut, wie wichtig der Bildungsstand der Eltern für die kulturelle Entwicklung ihrer Kinder ist – wichtiger noch als die ökonomischen Verhältnisse.

Eltern mit einem höheren Bildungsstand legen laut der Studie einen größeren Wert auf grundlegendes kulturelles Wissen und messen kulturellen Angeboten größere Bedeutung zu als Eltern mit geringem Bildungsabschluss. 

Dies ist insbesondere insofern wichtig, als der elterliche Geschmack die Interessen und Aktivitäten ihrer Kinder prägt. Kulturelles Interesse der Eltern führt in den meisten Fällen dazu, dass auch Kinder sich stärker diesen Bereichen widmen.

Schule als Ort kultureller Bildung 

So wiegt es besonders schwer, dass ca. ein Drittel der befragten Eltern – insbesondere Eltern mit mittlerem oder einfachem Abschluss – sich eher nicht bzw. überhaupt nicht zutrauen, ihre Kinder im künstlerischen Bereich zu unterstützen. Vielfach bedeutet dies, dass sich die Eltern auch nicht um kulturelle Bildungsangebote außerhalb der Schule für ihre Kinder bemühen. 

Im Gegenteil: Die Eltern sind daran unterdurchschnittlich interessiert. Lediglich 37% der Kinder von Eltern mit eher niedrigem Bildungsabschluss haben in den letzten 12 Monaten an außerschulischen Kulturangeboten teilgenommen – bei Eltern mit akademischem Bildungshintergrund hingegen waren es 59%.

Daraus folgt, dass die Schule für Kinder aus bildungsferneren Familien oftmals den einzigen Zugang zu kultureller Bildung darstellt. Da viele Eltern aus diesem Bereich sich selten gemeinsam kulturell mit ihren Kindern beschäftigen, stellen Lehrer, Peer-Groups und weitere Akteure aus diesem Bereich oft den hauptsächlichen Einfluss auf das Kulturinteresse dar.

Schlüsse und Konsequenzen

Anhand der Befunde der Studie spricht der Rat für kulturelle Bildung einige Empfehlungen an Bund und Länder aus. So sollen beispielsweise der kulturelle Anteil der Erzieherausbildung verstärkt, schulische Mittel erhöht und die vorschulischen Angebote insbesondere für Kinder aus bildungsferneren Familiehn erweitert werden. 

Nicht zuletzt sollen auch die Eltern stärker involviert werden. Da nach wie vor ihre eigene kulturelle Bildung den größten Einfluss auf die der Kinder hat, sollen Eltern künftig besser angesprochen und in modelle der kommunalen Bildung eingebunden werden.

Die vollständige Studie des Rates für kulturelle Bildung findet sich hier, eine Kurzfassung gibt es hier.

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