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Kartellämter gefordert

Die Indie-Vereinigung Impala will den Universal-Anteilskauf durch Tencent verhindern

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 28.11.2019

universal tencent

Die Indie-Vereinigung Impala will den Universal-Anteilskauf durch Tencent verhindern

Tencent (Shenzhen, China). © Chris Yunker: Tencent (https://flic.kr/p/R8i19k) / Lizenz: CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Die europäische Vereinigung von Indie-Labels und -Vertrieben, Impala (Independent Music Publishers and Labels Association) wehrt sich gegen den Verkauf von Universal-Anteilen an das chinesische Tech-Unternehmen Tencent.

Impala vertritt die Interessen von über 4.000 Independent-Labels und -Vertrieben in ganz Europa. Nun spricht sich der Verband dagegen aus, dass das chinesische Technologie-Unternehmen Tencent einen zehnprozentigen Anteil – mit der Option auf weitere zehn Prozent – an dem von Vivendi betriebenen Major-Label aufkaufen will

Für Impala steht fest, dass bereits der Ankauf eines eher geringen Anteils negative Folgen für Konsumentinnen und Konsumenten und auch den Wettbewerb auf dem Musikmarkt haben könnte. Helen Smith, Vorsitzende von Impala, gibt an: 

"Wir glauben, dass der gesamte Musiksektor wie auch der Digitalmarkt im Speziellen unter dem Anteilskauf leiden würde. Gerade die Indies würden hier noch weiter marginalisiert, was sich wiederum negativ auf Künsterlinenn und Künstler auswirken würde."

Weitreichende Verflechtungen

Für Impala ist es insbesondere problematisch, dass es sich bei Universal derzeit um das weltweit größte Musikunternehmen handelt, während Tencent vier von fünf der führenden Musik-Apps und einen Marktanteil von gut 90 Prozent auf dem digitalen Musikmarkt Chinas besitzt. Auch an Spotify besitzt Tencent bereits Anteile

Ein Anteilskauf würde das komplette Ökosystem der Branche verändern; kleine Unternehmen wären tendenziell die ersten, die hier negative Folgen zu spüren bekämen. Aus diesem Grund ruft Impala die zuständigen Kartellämter auf, den Verkauf genau zu beleuchten – eine chinesische Regulierungsbehörde untersucht das Unternehmen derzeit bereits. 

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