Bis zu 600 Euro für eine normale Karte
Dynamic Pricing treibt Ticketpreise für The Weeknd-Konzerte in Frankfurt in absurde Höhen
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The Weeknd (2025). © Sebastien Nagy
The Weeknd ist einer der erfolgreichsten Musiker der Gegenwart. Seine Shows sind überall auf der Welt schnell ausverkauft.
Als der Musiker ankündigte, 2026 nach Deutschland zu kommen, war die Nachfrage so groß, dass die Karten für die drei (!) Stadionkonzerte in Frankfurt im Juli 2026 schnell vergriffen waren – jedenfalls weitgehend.
Große Preisunterschiede
Für die meisten Tickets lagen die Preise zwischen 80 und 220 Euro, also durchaus im Rahmen dessen, was ein Besucher eines Stadionkonzerts aktuell ausgeben muss. Für die aktuell noch verfügbaren Platin-Tickets werden aber ganz andere Preise aufgerufen.
Aktuell kosten die wenigen noch verfügbaren Tickets im Unterrang grob gesagt zwischen 400 und 600 Euro. Die Tickets sind übrigens ausschließlich auf Ticketmaster erhältlich, dessen Muttergesellschaft LiveNation die Konzerte veranstaltet.
Nur der Preis ist "Platin"
Der Name Platin-Tickets ist allerdings irreführend. Dahinter verbergen sich keineswegs exklusive Tickets oder sogar ein VIP-Angebot, sondern reguläre Sitzplatztickets ohne jegliche Zusatzleistungen. Käufer erhalten weder früheren Einlass noch besondere Sicht oder exklusives Merchandise. Stattdessen sind Platin-Tickets nur eine Ausgeburt des Konzepts des Dynamic Pricing.
Ticketmaster gibt an, dass die Preise der Platin-Tickets auf dem aktuellen Marktwert basieren. Sie verändern sich in Echtzeit je nach Nachfrage. Dadurch möchte Ticketmaster nach eigenen Angaben den Wiederverkauf auf dem Zweitmarkt unattraktiver machen.
Kritik am Dynamic Pricing
Das Konzept ist allerdings sehr umstritten. Dynamic Pricing wurde bereits von Künstlern wie The Cure oder Ed Sheeran kritisiert. Beide lehnen das Konzept ab und versuchen, die Preise für ihre Fans bewusst niedrig zu halten.
Aufgrund der Probleme mit dem Vorverkauf für die Oasis-Konzerte musste Ticketmaster in Großbritannien bereits seine Geschäftspraktiken ändern, obwohl Dynamic Pricing bei diesem Vorverkauf gar nicht zum Einsatz kam.
Der von Ticketmaster thematisierte Einfluss des Ticketzweitmarkts ist aber ebenso unverkennbar. Auf Ticketbande werden beispielsweise zahlreiche Karten für das Doppelte des ursprünglichen Preises angeboten.
Zustände wie beim aktuellen Vorverkauf für The Weeknd lassen jedenfalls die Wünsche nach einer gesetzlichen Regelung mit Preisobergrenzen für den Wiederverkauf immer nachvollziehbarer erscheinen.
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