"Ein Tag des Aufatmens"
EU-Kommission kündigt vertiefte Prüfung der Übernahme von Downtown durch Universal an
Das UMG-Headquarter in Santa Monica, Kalifornien. © Coolcaesar via Wikimedia (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Umgheadquarters.jpg) / Lizenz: CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
Im Juni 2025 hatte die EU-Kommission bekannt gegeben eine Prüfung der Übernahme von Downtown Music Holdings durch die Virgin Music Group der Universal Music Group (UMG) eingeleitet zu haben, die am 22. Juli 2025 abgeschlossen sein sollte.
Erste Stellungnahme
Inzwischen lassen sich auf der Webseite der EU-Kommission die Ergebnisse dieser vorläufigen Untersuchung einsehen. Tatsächlich äußert auch die Kommission Bedenken bezüglich der Übernahme. Unter anderem heißt es in ihrer Mitteilung, der Zusammenschluss von Downtown und Virgin könne die UMG möglicherweise in die Lage versetzen, sensible Geschäftsdaten konkurrierender Plattenfirmen auf dem vorgelagerten Markt zu erwerben.
Die Kommission befürchtet, dass der Zugang zu solchen Daten zu einer weiteren Stärkung der Universal Music Group führen könnte, die bereits jetzt Marktführer auf dem Markt für den Großhandelsvertrieb von Musikaufnahmen im Europäischen Wirtschaftsraum sei.
Außerdem könnte Downtown durch den Zusammenschluss als wichtige Wettbewerbskraft auf dem Markt für A&L-Services (umfassen in erster Linie Vertriebsdienstleistungen für Drittanbieter-Labels und Künstler) wegfallen.
Die Kommission möchte nun die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den Wettbewerb eingehend prüfen, um festzustellen, ob sich ihre vorläufigen Bedenken tatsächlich bestätigen. Noch bis zum 26. November 2025 hat die Kommission nun Zeit um einen Beschluss zu erlassen.
Indie-Verbände sind erleichtert
Der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) und die Independent Music Publishers and Labels Association (IMPALA) zeigten sich über die Entscheidung der EU erfreut.
Die Musikwoche zitiert an dieser Stelle Birte Wiemann, Vorstandsvorsitzende des VUT: "Für alle Fans des fairen Wettbewerbs und der Marktvielfalt ist heute ein Tag des Aufatmens." Denn, so erklärt sie weiter, die Europäische Kommission hätte verstanden, dass durch die Übernahme ein Gigant noch gigantischere Ausmaße anzunehmen drohe, wenn ihm nichts entgegen gesetzt werde.
"Wettbewerb und Vielfalt sichern"
Nun gelte es die Pläne der UMG genauer unter die Lupe zu nehmen und Entscheidungen zu treffen, die Vielfalt, Kreativität und einen fairen Wettbewerb wahren sollten. Erst vor ein paar Tagen hatten 200 Führungskräfte der Indie-Branche in Form eines offenen Briefs eine genaue Überprüfung der Folgen des Deals durch die EU gefordert.
IMPALA veröffentlichte ein Statement, indem sich unter anderem Helen Smith, Vorstandsvorsitzende von IMPALA zu Wort meldet:
"Die Entscheidung der Europäischen Kommission bestätigt die Schwere dieses Falls. Alle Branchen brauchen starke Großunternehmen als Führungspersönlichkeiten und alle Unternehmen verdienen gute Optionen, wenn ihre Gründer aussteigen wollen. Es gibt jedoch einen Punkt, an dem 'groß' zu groß für das Ökosystem ist. Unserer Ansicht nach hat die Kommission Recht, tiefer zu graben und wir glauben, dass die Blockierung dieses Deals der einzige Weg ist, Wettbewerb und Vielfalt zu sichern."
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