Sorge vor einseitigen Machtverhältnissen
Offener Brief an die EU: Indie-Branche erneuert Kritik an Downtown-Übernahme durch UMG
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Das UMG-Headquarter in Santa Monica, Kalifornien. © Coolcaesar via Wikimedia (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Umgheadquarters.jpg) / Lizenz: CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
In dem Schreiben richten sich die Unterzeichnenden – darunter Vertreter*innen der Labels Sub Pop, Beggars Group, Secretly Group und Cooking Vinyl – an die EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera und fordern eine detaillierte Überprüfung der Übernahme von Downtown Music durch die Universal Music Group (UMG).
Mehr als 200 Führungskräfte der Indie Branche – darunter VertreterInnen der Labels Sub Pop, Beggars Group, Secretly Group und Cooking Vinyl – haben einen offenen Brief an die EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera geschrieben, in dem sie eine erneute detaillierte Überprüfung der Übernahme von Downtown Music durch die Universal Music Group (UMG) fordern.
Besorgnis über Monopolstellung
Ihre Sorge besteht darin, dass die Monopolstellung von Universal durch die Übernahme weiter zunimmt. In dem offenen Brief heißt es, die UMG besäße bereits über 40 Prozent des europäischen Musik-Tonträgermarkts, und der Kauf von Downtown Music würde diese Kontrolle noch weiter ausweiten.
Um eine erfolgreiche europäische Musikindustrie zu gewährleisten müsse jedoch jeder seinen Beitrag leisten – vom größten Musikunternehmen der Welt bis hin zum unabhängigen, disruptiven Start-up, das neue Genres und Sounds entdeckt. Übernahmen wie Downtown würden das Gleichgewicht zu sehr kippen, sodass gehandelt werden müsse.
Die EU-Kommission hatte bereits im April 2025 angekündigt, die Übernahme prüfen zu wollen.
Aus diesem Grund wurde bereits im April 2025 eine Prüfung der Übernahme durch die Europäische Kommission angekündigt, die im Juni eingeleitet wurde.
Wachsende Machtposition von UMG
Die aktuelle Grundlagenprüfung sei jedoch nicht ausreichend, so die Kritik des offenen Briefes. Die Gatekeeper-Stellung von Universal sei eine massive Einschränkung für Indie-Artists.
Universal erhalte durch die Übernahme Zugriff auf vertrauliche Daten von Künstler*innen, die die Dienste von Downtown nutzen. Der Zugriff auf diese Daten (etwa Vertriebsinformationen, Künstler*innen- und Songtrends sowie über Performances auf digitalen Plattformen) erlaube Universal einen "Hintertürzugang" zu konkurrierenden Unternehmen und somit die Möglichkeit eine bereits vorteilhafte Position weiter zu stärken und den Wettbewerb zu verzerren.
Weiter heißt es in dem Brief, dass vor allem unabhängige und experimentelle Artists durch die Marktkonzentration in Zukunft deutlich geringere Chancen haben würden.
Vertiefte Prüfung gefordert
Eine gründliche Prüfung soll die Übernahme im Zweifel blockieren, damit unabhängige Labels, Künstler*innen und Konsument*innen geschützt sind. Die aktuelle Prüfung läuft bis spätestens 22. Juli 2025. Danach kann die EU-Kommission den Kauf genehmigen, mit Auflagen versehen oder eine vertiefte Prüfung starten.
Die Führungsspitze von Virgin Music, das zu Universal gehörende Label, das Downtown offiziell erwerben will, hatte die Kritik an der Übernahme vor einigen Tagen ebenso entschieden zurückgewiesen.
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