Indie-Szene warnt vor wachsender Marktmacht
EU-Kommission nimmt Prüfung von UMGs Übernahme von Downtown Music wieder auf
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EU-Kommissarin Teresa Ribera. © Nicolas Landemard / European Union 2025
Die Europäische Kommission hat das Kartellverfahren zur geplanten Übernahme von Downtown Music durch die Universal Music Group (UMG) wieder aufgenommen. Das Verfahren, das im September vorübergehend pausierte, läuft nun weiter – mit einer neuen Entscheidungsfrist bis zum 6. Februar 2026.
Der Deal, der ein Volumen von rund 775 Millionen US-Dollar haben soll, steht sinnbildlich für den anhaltenden Machtkampf zwischen Major Labels und der unabhängigen Musikszene. Bereits im Sommer hatte die Kommission signalisiert, dass die Übernahme potenziell den Wettbewerb im europäischen Musikmarkt beeinträchtigen könnte.
Kritik der Indie-Szene
Kritiker:innen sehen darin einen weiteren Schritt hin zu einer immer stärker zentralisierten Branche. Organisationen wie IMPALA oder der VUT warnen davor, dass ein Zusammenschluss von UMG und Downtown Music die Strukturen für unabhängige Labels nachhaltig schwächen könnte.
Hinter der Kritik steht die Sorge, dass durch den Deal nicht nur Marktanteile verschoben, sondern auch unabhängige Vertriebsstrukturen gefährdet werden könnten. Downtown Music spielt bislang eine zentrale Rolle bei der digitalen Distribution und Lizenzverwaltung vieler unabhängiger Künstler:innen. Eine Übernahme durch UMG würde diesen Akteuren womöglich den Zugang zu fairen Konditionen erschweren.
Die unabhängige Szene hat sich in den vergangenen Wochen unter dem Banner der Kampagne Block The Deal lautstark zu Wort gemeldet. Über 100 Musiker:innen, Manager:innen und Labelbetreiber:innen äußerten dort ihre Bedenken. "Wenn Downtown unter UMGs Kontrolle gerät, riskieren wir höhere Kosten, weniger Zugang und den Verlust unserer Unabhängigkeit", so Bruno Roze, Gründer von I Love You Records.
Universal hält dagegen
Universal Music hingegen argumentiert, die Übernahme sei im Sinne der unabhängigen Künstler:innen. Man wolle ihnen Zugang zu "erstklassigen Tools und Supportstrukturen" bieten, um in einem zunehmend komplexen Marktumfeld bestehen zu können.
Ein Sprecher des Unternehmens zeigte sich überzeugt, dass die EU-Kommission die Vorteile der Transaktion erkennen werde. Auch Downtown CEO Pieter van Rijn verteidigte die Übernahme in einem offenen Brief.
Debatte über grundlegende Fragen
Wie die Kommission letztlich entscheidet, ist offen. Doch die Debatte zeigt: Der Konflikt zwischen Major Labels und unabhängigen Akteuren hat sich in zu einer zunehmend emotional geführten Debatte entwickelt.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie vielfältig und unabhängig die Musiklandschaft in Europa künftig sein soll und ob die Downtown-Übernahme möglicherweise die Strukturen der Indie-Szene in Europa nachhaltig beschädigen könnte.
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