Mangelnde Transparenz
Songwriter-Verband ECSA äußert Kritik an KI-Deals der Majors mit Suno, Udio und Klay
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Künstliche Intelligenz. © Possessed Photography via unsplash
Die ECSA vertritt über 30.000 professionelle Komponistinnen, Komponisten und Songwriter aus 28 Ländern Europas und setzt sich für deren Interessen in den Bereichen Kunst- und zeitgenössische klassische Musik, Film- und Medienmusik sowie Popmusik ein.
In einer Stellungnahme äußert sich der Verband nun kritisch über die Lizenzdeals aller drei Majors mit KLAY sowie die von Warner mit Suno und Universal mit Udio. In diesem Zusammenhang prangert der Verband nun unter anderem die mangelnde Transparenz der Abkommen an und fordert, dass die Werke der Komponistinnen, Komponisten und Songwriter angemessen bewertet und vergütet werden.
Lizenzabkommen an sich ein guter Schritt
Die ECSA betont, dass Lizenzabkommen grundsätzlich ein längst überfälliger und notwendiger Schritt seien, um sicherzustellen, dass KI-Unternehmen das Urheberrecht respektieren und Kreative für die Nutzung ihrer Musik entlohnt werden.
Bereits im vergangenen Jahr begrüßte die Allianz daher die juristischen Schritte der Recording Industry Association of America (RIAA) und der drei Major-Labels gegen Suno und Udio – mit dem Ziel menschliche Kreativität zu schützen und unlizenzierte Nutzung einzudämmen.
Fehlende Transparenz
Kritisch wird es jedoch hier: Die nun angekündigten Vereinbarungen von UMG und WMG mit Udio und Suno sollen laut den Labels sowohl Aufnahmen als auch Songrechte umfassen.
Die Unternehmen liefern bislang jedoch kaum Details zur Beteiligung, Zustimmung und Vergütung der betroffenen Musikautorinnen und -autoren sowie Künstler und Künstlerinnen.
Gewichtung von Song- und Masterrechten
Die ECSA warnt deshalb, dass die Verträge das Risiko bergen, das problematische Modell der frühen Streaming-Deals zu wiederholen: ein Modell, bei dem Songrechte gegenüber Masterrechten systematisch unterbewertet wurden und die Major-Labels dank ihrer Marktmacht einseitig vorteilhafte Bedingungen durchsetzen konnten.
Aktuell erhalten Musikautorinnen und -autoren aufgrund dieser Vereinbarungen aus der Frühzeit der Streaming-Ära weniger als zehn Prozent der Erlöse aus dem Musikstreaming. Vor diesem Hintergrund fordert die Allianz, dass zukünftige KI-Lizenzdeals eine Gleichstellung von Verlags- und Masterrechten sicherstellen müssen.
Die ECSA appelliert daher an UMG, WMG und Sony Music, ihre Vereinbarungen offenzulegen und den Kreativen die faire Beteiligung zu sichern, die ihnen zusteht.
Weitere Appelle
Wer jahrelang Transparenz von KI-Unternehmen einfordere, müsse diese Transparenz nun ebenso gleichermaßen gegenüber den Urheberinnen und Urhebern sicherstellen.
Darüber hinaus ruft die ECSA europäische Entscheidungsträger sowie Wettbewerbsbehörden dazu auf, die marktpolitische Dimension der KI-Deals im Blick zu behalten. Besonders kritisch bewertet der Verband die geplante Übernahme von Downtown durch UMG.
Diese würde, sollte sie genehmigt werden, den Wettbewerb im europäischen Musikmarkt weiter einschränken und negative Folgen für Kreative, Publikum und die kulturelle Vielfalt in Europa nach sich ziehen.
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