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So stichst du mit deinen Vocals aus der Masse heraus

In zehn Schritten zur einzigartigen Gesangsstimme, Teil 2 von 2

Tipps für Musiker und Bands von Inna Ligum
veröffentlicht am 11.03.2019

gesang probe songwriting

In zehn Schritten zur einzigartigen Gesangsstimme, Teil 2 von 2

Inna Ligum "10 steps to your original sound". © Quelle: Autorin

Manche Musikerinnen haben eine unverwechselbare Stimme, dieses mysteriöse gewisse Etwas. Doch wie findet man selbst zur eigenen Einzigartigkeit? Unsere Autorin hat ihre Erkenntnisse in diesen zehn Punkten festgehalten.

Du hast Teil 1 verpasst? → Dann lies zuerst hier über die ersten fünf Schritte!

Die Punkte eins bis fünf sind wichtig, da ich davon überzeugt bin, dass die Stimme die Quintessenz unseres Wesen ist – daher mussten wir uns zunächst mit Musik, Geschmack und Stil beschäftigen. Selbstverständlich werden viele Schritte bei euch parallel ablaufen. Denn Dinge wie das Folgende gelten ja eigentlich sowieso immer:

6. Stimme und Gesangstechnik

Nun sind wir also bei Punkt 6 angekommen und widmen uns nach den Tonarten hier der Stimme selbst. Meine Message klingt ganz einfach:

Arbeite an deiner Stimme, lerne sie kennen und setze eine gute Gesangstechnik ein! Am besten und schnellsten hilft dir dabei professionelle Unterstützung.

Das Problem ist allerdings, die für dich ideal geeignete Technik und/oder Lehrer dafür zu finden. Denn für die Stimmbildung gibt es ganz unterschiedliche Ansätze, viele Gesangslehrer mit individuellen Methoden und generell sowieso verschiedene Gesangstechniken. Nimm deshalb zuerst einige Probestunden und wähle erst danach aus, mit wem du längerfristig zusammenarbeiten möchtest. Wenn du lieber autodidaktisch arbeitest, sei möglichst gut strukturiert, konsequent und diszipliniert.

7. Die richtigen Songs finden

Blicken wir nochmal auf die Ausgangsfrage: Wer bin ich? Es ist einerseits nie verkehrt, sich diese Frage mehrmals zu stellen. Andererseits fließen deine Antworten mit ein in die Entscheidung, was du singst. Bei der Songsauswahl müssen wir folgendes beachten:

  • Musikstil
  • Tempo
  • Textinhalt
  • Beat
  • Anlass (Unterricht, Auftritt, Bandprobe, Wettbewerb, Casting)
  • Playback, Soloinstrument-Begleitung, Band-Begleitung
  • Klare Vorgaben der Veranstaltung (z.B. viele Bandproben oder nur eine)

Über jeden dieser Punkte kannst du dich einer stimmigen Songsauswahl nähern.

8. Lerne von den Besten

Wenn du die vorigen Punkte schon durchgespielt und dabei auch nach den richtigen Tonarten für dich gesucht hast, dann hast du bereits einige Sänger oder Sängerinnen gefunden, die etwas machen, das deiner Stimme bzw. dir selbst nah ist. Jetzt beschäftige dich noch intensiver mit diesen möglichen Vorbildern. Lerne von den Besten!

  • Wie bauen sie ihre Karrieren auf?
  • Welche Songs waren deren Stufen zum Erfolg?
  • Was haben diese Künstler nach dem ersten Erfolg gemacht?
  • Schreiben sie ihre Songs selbst, arbeiten mit anderen Songwritern im Team oder singen sie sowieso nur die Songs der berühmtesten Songwriter, weil ihre Stimme so einzigartig und gewaltig (oder das krasse Gegenteil davon) ist?
  • Haben sie Bands oder handelt es sich um Soloprojekte?
  • Wie sieht der/die Künstler(in) aus? Welche Merkmale haben die Outfits? Ein Hut, ein Tuch, eine Kette oder supermodische Klamotten mit den letzten Trends?

Analysiere diese und weitere Erfolgsfaktoren! Bestimmt kannst du dabei einiges lernen und eigene Schlüsse ziehen. Bald kannst du deinen außergewöhnlichen Sound auch sichtbar machen und durch deinen Style, dein Auftreten und deine Performance für immer im Gedächtnis der Zuschauer und Entscheider bleiben.

9. Führe ein Erfolgstagebuch

Du brauchst Kraft und Durchhaltevermögen für den langen und schwierigen Weg deine individuelle Musikerpersönlichkeit zu entwickeln. Um diese Kraft zu nähren, solltest du die kleinen – für andere vielleicht unsichtbaren – Schritte anerkennen, die du auf dem Weg zur Verwirklichung deiner Träume zurücklegst. Die kleinen Erfolge werden dir den Mut für größere Schritte und Taten geben.

Du hast heute einen neuen Song geschrieben? Yes! Das ist toll, aber vielleicht war es nur eine Idee, die du aufgeschrieben hast. Oder du hast an deiner Stimme gefeilt und an dem Song gearbeitet, der bisher noch nicht so gut geklappt. Jawohl! Auch das waren Erfolge! Selbst wenn du nur einen Beitrag über deinen neuen Song für Social Media geschrieben hast – unterschätze diese kleinen Schritte nicht. Denn als Erfolg kann alles gelten, was nicht Teil deiner Tagesroutine ist und und dich deinem Ziel näher bringt. Und manchmal ist sogar das konsequente Einhalten der Übungsroutine ein Erfolg.

Da wir hier ja von eurer Stimme reden, ergibt es absolut Sinn, öfter auch Ton-Notizen anzufertigen. Das kann die soeben erarbeitete Passage eines neuen Songs sein ebenso wie ein bestimmtes Lied, das du immer und immer wieder übst – so kannst du deine Weiterentwicklung für dich selbst dokumentieren und gleichzeitig vielleicht noch jene Bereiche aufdecken, an denen es weiterzuarbeiten gilt.

10. Suche Verbündete und Supporter

Verliere deine Energie nicht an die ersten Kritiker deiner Versuche. Darauf kannst du später reagieren, wenn du selbst genau (oder genauer) weißt, was dein Sound und Stil sind. Zuerst gilt es, mit voller Kraft an dir selbst zu arbeiten. Suche besser nach Menschen, die mögen was du machst und dich dabei bestärken. Sei dankbar und aus den Verbündeten und Supporter werden Fans und Friends. Nur sie können deine Musik, deinen Sound und deinen Stil groß machen.

Dies beschließt meine zehn Tipps. Natürlich würde ich gerne wissen: Wie hast du es geschafft, deine Persönlichkeit, Individualität und deinen Original Sound zu entwickeln? Oder stehst du noch ganz am Anfang?

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Artists

Inna Ligum

Pop, Dance, Jazz aus Walldorf

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