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Teure Niederlage

Katy Perry verliert Plagiatsprozess zu Mega-Hit "Dark Horse"

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 30.07.2019

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Katy Perry verliert Plagiatsprozess zu Mega-Hit "Dark Horse"

Katy Perry. © MCT

Die Jury eines US-Bundesgerichts in Kalifornien hat im Plagiatsprozess des Rappers Marcus Gray gegen Katy Perry entschieden: Perrys Hit "Dark Horse" ist ein Plagiat von Grays Lied "Joyful Noise". Diese Entscheidung dürfte für Perry beträchtliche finanzielle Konsequenzen haben.

Nach einwöchigen Beratungen kam die Jury des US-Bundesgerichts zu dem Ergebnis, dass es sich bei Katy Perrys Hit "Dark Horse" um ein Plagiat des Songs "Joyful Noise" von Marcus Gray handelt, der unter dem Namen Flame performt.

"Joyful Noise" erschien zuerst 2008 und war kein unbekanntes Lied. Es wurde für einen Grammy nominiert und millionenfach auf Streamingdiensten aufgerufen – auch schon vor dem aktuellen Rechtsstreit. "Dark Horse" erwies sich als der weitaus größere Hit mit mehr als 2,6 Milliarden (!) Aufrufen allein bei Youtube.

Rechtsstreit seit 2014

Die Ähnlichkeit zwischen den beiden Liedern veranlasste Marcus Gray, Chike Ojukwu, Emmanuel Lambert und Lecrae Moore im Jahr 2014 Klage einzureichen. Im Einzelnen klagten Gray & Co. gegen Katy Perry, den Rapper Jordan Michael Houston, bekannt unter dem Namen Juicy J, der mit einem Feature in dem Song zu hören ist. 

Außerdem verklagten sie Lukasz Gottwald, Karl Martin Sandberg, Henry Walter und die Songwriterin Sarah Hudson, die an der Gestaltung des Songs beteiligt waren sowie die beiden Label Capitol Records und Warner Music sowie die Musikverlage Kobalt Publishing und Kasz Money Inc. 

Beträchtliche Ähnlichkeiten

Im Rahmen des Prozesses trat der Musikwissenschaftler Todd Decker gegen Perry in den Zeugenstand. Allgemein beschäftigt er sich mit dem Thema "Musical borrowing" und damit, wie Melodien, Rhythmen und Noten aus bestehenden Werken übernommen werden. 

Durch intensiven Vergleich beider Songs habe er festgestellt, dass Katy Perry Bestandteile aus "Joyful Noise" kopiert habe. Vor Gericht sang Decker die Tonhöhe beider Songs vor. Er erklärte, dass sich der aus 8 Tönen bestehende Ostinato in mindestens fünf Eigenschaften ähnele: Tonhöhe, Rhythmus, Melodie, Klangfarbe und Wiederholungsmuster. 

Die Folgen

Aufgrund des Urteils müssen Katy Perry und ihr Songwriter-Team mit Geldstrafen in Millionenhöhe und dem Verlust zukünftiger Song-Tantiemen rechnen.

Da es sich bei "Dark Horse" um einen von Katy Perrys erfolgreichsten Songs handelt, ist das Urteil für Katy Perry und die anderen Beklagten besonders schmerzlich. Ob die Sängerin Rechtsmittel gegen das Urteil ergreifen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Vor kurzem haben wir uns in einem Artikel damit beschäftigt, welche Folgen die zunehmenden Plagiatsprozess für den Kreativprozess von Songwritern haben.

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