Musikalische Geisterfahrt
KI-Songs landen auf Streaming-Profilen verstorbener Künstler
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© Generiert mit OpenAI (ChatGPT)
Eine aktuelle Recherche des US-Portals 404 Media deckte auf, dass über Spotify KI-generierte Songs auf den offiziellen Profilen verstorbener Musikerinnen veröffentlicht wurden – ohne Zustimmung der Rechteinhaber. Der Vorfall rückt die wachsenden Herausforderungen im Umgang mit KI-Inhalten auf Streamingdiensten erneut in den Fokus.
KI-Song ohne Verbindung zum Künstler
Im Zentrum der Recherche steht unter anderem der texanische Singer-Songwriter Blaze Foley, der 1989 verstarb. Auf seiner verifizierten Künstlerseite erschien kürzlich der Track "Together", veröffentlicht unter dem Namen Syntax Error – einem offenbar KI-basierten Projekt.
Der Song enthielt KI-generierte Vocals und ein ebenfalls künstlich erzeugtes Coverbild. Craig McDonald, der das musikalische Erbe Foleys im Auftrag des Indie-Labels Lost Art Records verwaltet, stellte gegenüber 404 Media klar, dass der Song keinerlei stilistische oder inhaltliche Verbindung zu Foley aufweise. Weder McDonald noch das Label seien vorab von Spotify kontaktiert worden.
Forderung nach klaren Verantwortlichkeiten
Ein ähnlicher Vorfall betrifft den 2016 verstorbenen Songwriter Guy Clark, auf dessen offizieller Spotify-Seite ein weiterer Song von Syntax Error mit dem Titel "Happened To You" auftauchte. Auch hier wurde laut dem Bericht keine Rücksprache mit Vertreter*innen des musikalischen Nachlasses getroffen.
Spotify hat die betreffenden Songs nach einer Anfrage durch 404 Media entfernt. Ob der Plattform künftig Maßnahmen zur Vermeidung solcher Fälle plant, ist bislang nicht bekannt. Rechteinhaber wie McDonald fordern klarere Verantwortlichkeiten und einen proaktiveren Umgang mit nicht autorisierten Inhalten. Insbesondere kleinere Labels oder Nachlassverwalter könnten es sich nicht leisten, regelmäßig alle digitalen Plattformen nach problematischen Uploads zu überwachen.
KI-Musik ist schon jetzt präsent
Die Vorfälle reihen sich ein in eine größere Debatte um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Musikbranche. Der parallele Erfolg rein KI-generierter Projekte wie der fiktiven Band The Velvet Sundown, die mittlerweile über eine Million monatliche Hörerinnen verzeichnet, verdeutlicht, wie präsent KI-Musik bereits im Streamingalltag ist.
Ohne transparente Kennzeichnung, wirksame Prüfmechanismen und Schutz für bestehende Künstlerprofile drohen rechtliche und kulturelle Grauzonen. Ob Streamingplattformen daraus Konsequenzen ziehen und ähnliche Fälle künftig unterbinden, bleibt abzuwarten.
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