So viel schöpft KI-Musik wirklich ab
Neue KI-Erkennungs-Plattform SlopTracker sorgt für mehr Durchsicht im Streaming-Geschäft
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Die kostenlos verwendbare Platform SlopTracker analysiert Songs auf Merkmale von typischen KI-Produktionen. Dazu gehören extrem hohe Veröffentlichungsraten, gleichförmige Sounds und stilistische Nähe zu bestehenden Künstlern.
Analyse von KI-Anteile
Die Plattform erlaubt es Usern, einen Link zu einem auf Spotify vorhandenen Song einzugeben, der dann von von SlopTracker daraufhin untersucht wird, ob es sich um KI-Musik handelt.
Laut den Betreibern lassen sich vollständig KI-generierte Tracks mit einer sehr hohen Genauigkeit von 99,9 Prozent erkennen, während Produktionen, bei denen KI nur als Hilfsmittel verwendet wurde, schwieriger einzuordnen sind.
Gute Trefferquote
In der Praxis scheint das recht gut zu funktionieren, so erreicht der KI-Song "Verknallt in einen Talahon" 89 Prozent Wahrscheinlichkeit einer KI-Herkunft und "Into The Blue" der umstrittenen Künstlerin Sienna Rose sogar 96,2 Prozent.
Dass das System nicht perfekt ist zeigt, sich dadurch, dass SlopTracker für den 1925 aufgenommenen "Gut Bucket Blues" von Louis Armstrong einen KI-Anteil von 32 Prozent errechnet, was natürlich Unsinn ist. Für eine ganze Reihe aktueller Pop- und Rock-Songs errechnet die Plattform allerdings niedrige Wahrscheinlichkeiten einer KI-Herkunft.
Einschätzung der finanziellen Folgen
Anschließend werden die möglichen Einnahmen geschätzt: Pro Stream setzt die Plattform etwa 0,004 US-Dollar als Industrie-Durchschnitt an, ergänzt durch Hochrechnungen auf Basis monatlicher Hörerzahlen. Zusätzlich berechnet die Seite, wie viele Spotify-Premium-Abos nötig wären, um diese Einnahmen zu finanzieren. So wird der durch KI-Musik verdrängte Anteil im System greifbarer.
Anschaulich wird SlopTracker durch eine kuratierte Übersicht von 50 KI-Musik-Acts. Diese Übersicht verdeutlicht, wie viel Geld sich durch vollständig KI-generierte Musik verdienen lässt.
Problem für echte Künstler
Das liegt auch an der Art der Ausschüttung: Spotify verteilt Einnahmen nach dem Pro-Rata-Modell, in dem alle Streams in einen gemeinsamen Pool fließen, der dann anteilig ausgeschüttet wird. Wer viele Streams generiert, erhält mehr Geld komplett unabhängig davon, wie diese Streams zustande kommen.
Genau hier verschafft KI einen strukturellen Vorteil. Durch die nahezu unbegrenzte Produktionsmenge können KI-Artists große Streamzahlen erreichen und damit "echte Künstler" verdrängen. Verstärkt wird das teilweise dadurch, dass KI-Projekte bewusst Namen und Sounds imitieren, die an bekannte Musiker erinnern.
Millionen für KI-Prompts
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass allein die 50 größten von SlopTracker identifizierten KI-Artists zusammen mit ihren jeweils zehn erfolgreichsten Songs auf geschätzte Einnahmen von etwa 2,7 Millionen US-Dollar kommen.
Umgerechnet auf das Spotify-System entspricht das rund 34.000 Premium-Abonnements pro Monat, die rechnerisch zur Finanzierung dieser Streams beitragen. Auch wenn es sich um Modellrechnungen handelt, zeigt diese Größenordnung deutlich, dass es hier nicht um Einzelfälle geht, sondern um einen wirtschaftlich relevanten Anteil im Streaming-Markt.
Mehr Aufmerksamkeit
Dass Streamingplattformen aktuell geradezu von KI-generierter Musik geflutet werden, ist keine Neuigkeit. KI-Bands und Artists wie The Velvet Sundown oder Xania Monet landeten mit ihren Songs in Plattformtrends- und Charts und auf Artist-Seiten bekannter Künstler tauchten ohne deren Zustimmung KI-generierte Songs auf.
Bereits im Januar 2026 hatte eine Recherche des Journalisten Tim Ingham die Ausmaße dieser Entwicklung verdeutlicht. SlopTracker liefert nun jedoch zum ersten Mal eine Einschätzung zu den finanziellen Auswirkungen, die KI-Musik im Streaming haben könnte.
Wie Streamingdienste auf diese neuen Berechnungen reagieren, bleibt abzuwarten. SlopTracker bringt auf jeden Fall einen tieferen Blick hinter die Kulissen und sorgt für mehr Aufmerksamkeit für das Thema.
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