Mithilfe von Suno
3 Millionen Dollar Deal: KI-Artist Xania Monet unterzeichnet Plattenvertrag
künstliche intelligenz streaming musikbusiness
Spotify Auftritt von Xania Monet. © Screenshot
Wie Billboard berichtet, steckt die US-amerikanische Telisha Jones hinter dem Projekt. Die Designerin nutzt die Plattform Suno, um ihre eigenen Texte mithilfe von künstlicher Intelligenz in Musik umzuwandeln.
Laut ihrem Manager Romel Murphy, sollen etwa 90 Prozent ihrer Texte auf persönlichen Erfahrungen beruhen. Künftig sei außerdem die Zusammenarbeit mit menschlichen Produzenten geplant.
Geteilte Meinungen
Auf Instagram verzeichnet der Account von Xania Monet zum Zeitpunkt dieses Artikels bereits 112.000 Follower. Der Account präsentiert zahlreiche ebenfalls KI-generierte Videos, die sie beim Singen zeigen. In der zugehörigen Bio heißt es lediglich "I write music" und "New Artist" – ein Verweis auf den Einsatz von KI fehlt. Ganz entgeht dieser Umstand den Besucher*innen des Profils jedoch nicht.
In den Kommentarspalten zeigen sich geteilte Meinungen. Eine Person kritisiert den fehlenden KI-Verweis: "Das ist unglaublich irreführend. Hab ein bisschen Rückgrat und schreib in deine Bio, dass du KI-Künstlerin bist." Andere scheinen kein großes Problem darin zu sehen: "KI, aber die Texte sind der Wahnsinn. Ich liebe deine Musik", heißt es dann etwa. Wieder andere sehen die Entwicklung skeptisch: "KI zerstört Musik".
KI auf dem Vormarsch
Dass KI die Streamingplattformen erobert, ist kein neues Phänomen. Im Juni etwa sorgte die KI-Band The Velvet Sundown für Schlagzeilen, nachdem sie in kürzester Zeit mehrere hunderttausend monatliche Hörer*innen bei Spotify gewinnen konnte. Gerade bei dem Streaminganbieter soll auch der Algorithmus dazu beitragen, KI-Musik weiter zu verbreiten – etwa über Vorschläge, Song-Radios oder von Spotify generierte Playlists.
Doch nicht nur Spotify ist betroffen. Erst kürzlich teilte Deezer mit, dass täglich rund 30.000 vollständig KI-generierte Songs auf der Plattform hochgeladen werden, was bereits 28 Prozent aller Uploads ausmacht.
KI-Tools und die Musikbranche
Die von Telisha Jones genutzte Plattform Suno sieht sich derzeit zudem mit mehreren Klagen konfrontiert, unter anderem seitens der GEMA und der Major-Labels. Sie werfen dem Unternehmen vor seine KI unerlaubt mit urheberrechtlich geschütztem Material trainiert zu haben. Der Indie-Musiker Anthony Justice beschuldigte das Unternehmen sogar "zig Millionen öffentlich zugängliche Songs kopiert und dupliziert" zu haben.
Vertraut man den Aussagen von Telisha Jones' Manager, dann setzt sie Suno als ergänzendes Werkzeug ein, um ihre eigenen Texte in Musik zu verwandeln.
Dennoch wirft ihr Erfolg grundsätzliche Fragen auf: Was bedeutet es, wenn ein Act mit erheblichem KI-Anteil einen Millionenvertrag erhält? Welchen Stellenwert haben künftig professionelle Produzent*innen, wenn eine KI die Rolle des Studios übernimmt? Und wie verändert sich damit auch die Wertschätzung menschlicher Kreativität in einer Branche, die ohnehin von ökonomischem Druck geprägt ist?
Ähnliche Themen
So viel schöpft KI-Musik wirklich ab
Neue KI-Erkennungs-Plattform SlopTracker sorgt für mehr Durchsicht im Streaming-Geschäft
veröffentlicht am 01.04.2026 3
Verletzung von Persönlichkeitsrechten
HAVEN. und Xania Monet lösen neue Debatte um KI-Musik aus
veröffentlicht am 25.11.2025
Drastischer Anstieg
Streaming-Plattform Deezer: 28 Prozent aller hochgeladenen Tracks sind KI-generiert
veröffentlicht am 15.09.2025 7
Künstlerische Entscheidungen nach wie vor wichtig
Studie beleuchtet: So nutzen Künstler KI in ihrem Musikschaffungsprozess
veröffentlicht am 26.08.2025 2
Unklare Herkunft
Über 300.000 Fans in zwei Wochen: Mutmaßliche KI-Band The Velvet Sundown erobert Streaming-Plattformen
veröffentlicht am 01.07.2025 54