×

Nach Einreichung von Kartellklage

Live Nation-CEO Michael Rapino verteidigt Ticketmaster-Geschäftspraktiken

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 17.09.2024

live nation

Live Nation-CEO Michael Rapino verteidigt Ticketmaster-Geschäftspraktiken

Michael Rapino, Präsident und CEO von Live Nation (2022). © Live Nation

Nachdem das US-Justizministerium im Mai 2024 verkündete, dass es Live Nation und die Tochtergesellschaft Ticketmaster verklagt hat, unter anderem wegen angeblicher Monopolisierung, weist Rapino die Vorwürfe mit Verweis auf den seiner Meinung nach eigentlichen Grund für den Erfolg der Plattform zurück: Sie sei einfach besser als andere.

Das US-Justizministerium wirft Live Nation und seinem Tochterunternehmen Ticketmaster vor, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen, was zu Wettbewerbsverzerrungen in der Live-Unterhaltungsindustrie führe.

Die Klage zielt darauf ab, den Wettbewerb wiederherzustellen und den Fans eine bessere Auswahl zu niedrigeren Preisen zu bieten. Ist sie erfolgreich, könnte Live Nation dazu gezwungen sein, Ticketmaster zu verkaufen. Live Nation wies die Anschuldigungen zurück.

Bester Anbieter dominiert

Jetzt äußerte sich auch Konzernchef Michael Rapino bei einer Konferenz zu den Vorwürfen und erklärte den Erfolg von Ticketmaster damit, dass es sich um die "beste globale Unternehmensplattform" handele. Das Produkt von Ticketmaster sei demzufolge einfach besser als  das anderer Unternehmen.

Zu den Vorteilen von Ticketmaster zählen seiner Ansicht nach die Nutzerfreundlichkeit und der Einsatz fortschrittlicher Technologien. Diese Meinung teilt nicht jeder. Das US-Justizministerium spricht in seiner Klage davon, dass Kunden gezwungen seien, veraltete Technologien zu nutzen.     

Vorteile für Business-Kunden

Rapino sprach aber auch über selten thematisierte Aspekte des Ticketmaster-Erfolgs und hob insbesondere den offenen Datenzugang für Businesskunden hervor. Als LiveNation Ticketmaster übernommen hat, habe dieser noch nicht bestanden.

Heutzutage haben die Ticketverkäufer die Möglichkeit, diverse Informationen über die Käufer zu erhalten. Diese sind sehr wertvoll, da so die Zielgruppe besser eingeschätzt und künftig gezielt angesprochen werden kann.

Ein Beispiel hierfür ist TM1 Marketing, das auf der Ticketmaster Business-Seite beworben wird. Das Marketing-Tool stellt neben Kundendaten auch die Verkauferlöse in Echtzeit dar.

Außerdem bietet es die Möglichkeit, Fans, die im Umkreis des Veranstaltungsortes leben, passgenau zu erreichen. Auch die Interessen dieser Kunden können eingesehen werden: So zeigt Ticketmaster an, welche Genres und Künstler die Person bevorzugt und welche Events sie in der Vergangenheit besucht hat.

Neue Marktbedingungen

Rapino sprach auch über aktuelle Entwicklungen in der Musikindustrie. Die Möglichkeit, Songs digital abzurufen, mache Künstler auf der ganzen Welt berühmt. Zudem würden Touren heute einen viel größeren Anteil ihrer Einnahmen ausmachen. Diese würden dementsprechend einen Vertriebspartner mit globalen Ressourcen bevorzugen:

"Das Konzert-Spiel hat sich von einem kleinen Laden zu einem globalen Geschäft entwickelt, und der Künstler will jetzt einen globalen Promoter mit großen lokalen und globalen Ressourcen, der ihm hilft."

Genau ein solcher Partner sei Ticketmaster: Dank der globalen Distributionspartner  des Unternehmens könnten Fans auf der ganzen Welt erreicht werden.

Prozess soll erst 2026 starten

Wie überzeugend diese Argumente vor Gericht sein werden, wird sich aufgrund der Komplexität des Falles wohl frühestens Anfang März 2026 zeigen, wenn sich der Prozessbeginn nicht weiter verzögert, unter anderem, weil Live Nation vor ein anderes Gericht ziehen möchte, wie wir bereits berichtet haben.

Ähnliche Themen

Schnelles Ende: Live Nation und US-Justizministerium einigen sich im Kartellprozess (Update!)

Entertainment-Gigant macht Zugeständnisse

Schnelles Ende: Live Nation und US-Justizministerium einigen sich im Kartellprozess (Update!)

veröffentlicht am 09.03.2026

FTC verklagt Live Nation und Ticketmaster wegen enger Zusammenarbeit mit Ticketzweithändlern

Milliardengeschäfte auf Kosten der Fans

FTC verklagt Live Nation und Ticketmaster wegen enger Zusammenarbeit mit Ticketzweithändlern

veröffentlicht am 23.09.2025

Wie The Cure: Neil Young verzichtet auf den Verkauf hochpreisiger Platinum-Tickets

"Das hat sich nicht richtig angefühlt"

Wie The Cure: Neil Young verzichtet auf den Verkauf hochpreisiger Platinum-Tickets

veröffentlicht am 17.03.2025

Rekordkurs: Live Nation verzeichnet 2024 starkes Wachstum im Konzertgeschäft

"Das bisher größte Jahr der Live-Musik"

Rekordkurs: Live Nation verzeichnet 2024 starkes Wachstum im Konzertgeschäft

veröffentlicht am 26.02.2025   2

DJ Fatboy Slim kritisiert dynamische Preise – und Oasis

Dicker Bub spricht Klartext

DJ Fatboy Slim kritisiert dynamische Preise – und Oasis

veröffentlicht am 20.11.2024

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!