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Musikclub Hafenklang in Hamburg durch Crowdfunding vorläufig gerettet
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© Hafenklang
Seit der Corona-Pandemie hat Hafenklang, wie viele andere Clubs, große finanzielle Schwierigkeiten. In der ersten Jahreshälfte 2024 entstand ein Defizit von 55.000 Euro und das obwohl der Club nichts an seiner Betriebsweise geändert habe wie Thomas Lengefeld aus dem Betreiber*innen Team gegenüber der taz erklärte.
Erfolgreiches Crowdfunding
Um kurzfristig den Weiterbetrieb zu sichern, startete das Team Anfang August eine Crowdfunding-Kampagne. Nach wenigen Tagen wurde das Ziel der 100.000 Euro nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen. Mit dem Unterstützungsaufruf auf Startnext konnte der Club sogar mehr als 150.000 Euro sammeln.
Unterstützer erhalten als Dankeschön verschiedene Belohnungen: Bei kleineren Beträgen gibt es beispielsweise ein T-Shirt. Wer mehr spendet, kann sich auf eine Ehrenplakette an der Bar freuen oder sogar auf eine lebenslange Platzierung auf der Gästeliste, berichtet tagesschau.de.
Dank an die Unterstützer
In einem Facebook-Beitrag bedankte sich das Hafenklang-Team für die riesige Unterstützung, merkte jedoch an, dass neben den Gebühren an die Crowdfunding-Plattform Startnext (5 Prozent) ein beträchtlicher Anteil (19 Prozent) der Spenden für Steuern abgeht. Zudem müssten die Schulden in Höhe von 55.000 Euro beglichen werden.
Dadurch sei der Großteil der Summe bereits für laufende Verpflichtungen vorgesehen. Allerdings sei die existenzbedrohende finanzielle Last dennoch deutlich vermindert worden. Die Kampagne soll trotz Erreichen des Ziels bis zum angesetzten Ende weiterlaufen, da jeder zusätzliche Euro dem Club helfe, lange aufgeschobene Ausgaben zu bewältigen, wie etwa die Schulden beim Getränkehändler.
Die Hintergründe
Obwohl die Crowdfunding-Kampagne die ärgsten Probleme gelöst hat, lohne es sich dennoch einen Blick auf die Hintergründe zu werfen. So schrieb Thomas Lengefeld auf Startnext.
"Wie es sich anfühlt, wenn einem das Wasser bis zur Halskrause steht, haben wir in den vergangenen Jahren immer mal wieder erlebt. [...] Jetzt sieht es extrem viel finsterer aus. Außenstände im höheren fünfstelligen Bereich, hervorgerufen u.a. durch exorbitant gestiegene Betriebskosten, die Rückzahlung von Coronahilfen und das radikal veränderte Ausgehverhalten nach der Covidpandemie im Allgemeinen. Das sind die Hauptgründe dafür, dass wir sehr kurz davor sind, das Handtuch endgültig zu werfen. Diese Situation ist für uns neu."
Die monatlichen Fixkosten beliefen sich auf rund 40.000 Euro. Zusätzlich seien Rückzahlungen in Höhe von 17.000 Euro fällig.
Mit den ursprünglich geplanten 100.000 Euro sollten die akuten Probleme gelöst und langfristige Stabilität erreicht werden. Der Club gab im Spendenaufruf an, dass geplant sei, die Infrastruktur zu verbessern, das Team zu verstärken und externe Beratungsdienste einzubeziehen, um die Situation nachhaltig zu verbessern und weiterhin kulturelle Veranstaltungen anzubieten.
Politik ist am Zug
Das Hafenklang-Kollektiv verfolgt nicht nur das Ziel, Geld zu verdienen, um den Club zu retten. Zusätzlich will das Kollektiv sicherstellen, dass junge Bands fair bezahlt werden.
Dem Kollektiv sei es wichtig, ein Bewusstsein für die Bedrohung der Clubs und damit der Kulturszene zu schaffen und der Politik klarzumachen, dass eine verlässliche Förderung für Konzertbühnen wie das Hafenklang nötig ist. Lengefeld fügte hinzu: "Wir sind nach wie vor sportlich und kämpferisch eingestellt".
Ein holpriger Weg
Bereits Ende der 1990er Jahre drohte dem Hafenklang schon einmal das Aus, als am Altonaer Nordufer moderne Büro- und Gewerbegebäude sowie ein Hotelneubau geplant waren, die auch das historische Stahlgebäude des Clubs betroffen hätten. Doch durch vehementen Protest konnte der Club 1997 gerettet werden.
Locations
Hafenklang
Grosse Elbstrasse 84, 22767 Hamburg
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