Bedrohung für unabhängige Künstler
Nach geplatztem Merlin-Deal: Auch Indie-Netzwerk WIN kritisiert TikTok
merlin tiktok musikbusiness streaming
. © Solen Feyissa via Unsplash
Die Nutzung von Musik auf der Social-Media-Plattform TikTok bleibt ein Dauerbrenner in den Schlagzeilen. In den vergangenen Monaten standen dabei insbesondere wenig reibungslos ablaufende Vertragsverhandlungen mit Rechteinhaber*innen im Fokus, etwa im Fall Universal.
Auch ganz aktuell tut sich wieder einiges. Dieses Mal ist die Musiklizenzierungsagentur Merlin betroffen, die die Rechte zahlreicher Indie-Labels vertritt – bis Ende Oktober 2024 auch gegenüber TikTok.
Direkte Verhandlung mit Labels
Statt den Vertrag mit Merlin zu verlängern, plant TikTok, künftig direkt mit den einzelnen Indie-Labels zu verhandeln. Das Unternehmen argumentiert, dass dies eine bessere Kontrolle über das Urheberrecht ermöglichen soll.
Merlin jedoch sieht dahinter den Versuch, die Zahlungen an Künstler*innen zu senken und die Verhandlungsposition der Indie-Labels zu schwächen.
WIN schließt sich der Kritik an
Nachdem bereits der europäische Indie-Verband IMPALA TikToks Vorgehen kritisiert hatte, positioniert sich nun auch WIN deutlich gegen die Plattform. Indem sich TikTok gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Merlin entscheide, gefährde sie die kulturelle Vielfalt in der Musikindustrie, den Marktzugang und eine faire Bezahlung unabhängiger Künstler*innen.
Zena White, Vorsitzende von WIN, bringt die Bedenken auf den Punkt:
"Die Entscheidung von TikTok, Merlin zu verlassen, bringt Indie-Labels mit ihren Künstlern in eine unmögliche Lage: Sie haben die Wahl zwischen der Verfügbarkeit ihrer Musik auf der Plattform und der Gewährleistung fairer Lizenzbedingungen."
Forderung nach stärkeren Regeln
Über den Fall TikTok gegen Merlin hinaus fordert WIN zusätzlich eine stärkere politische Regulierung von Tech-Unternehmen, um die Rechte von Musiker*innen und anderen Kreativschaffenden zu schützen.
WIN selbst ist ein Zusammenschluss zur Förderung der unabhängigen Musikbranche. Das Netzwerk ist global tätig und will so die weltweite Position von Indie-Labels und ihren Künstler*innen durch gemeinsame Initiativen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene stärken.
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