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Für mehr Fairness

Pearl Jam gehen mit Ticketverkauf für US-Tour neue Wege

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 06.12.2024

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Pearl Jam gehen mit Ticketverkauf für US-Tour neue Wege

Pearl Jam (live in Frankfurt 2022). © Torsten Reitz

Die US-amerikanische Rockband Pearl Jam setzt sich seit Jahrzehnten für Konzerttickets zu erschwinglichen Preisen ein. Auch 2025 greift die Gruppe wieder zu Maßnahmen, um den Ticket-Schwarzmarkt zu umgehen und ihren Fans faire Preise zu garantieren. Eine Sache ist aber ganz anders als früher.

In den 1990er Jahren fochten Pearl Jam mit Ticketmaster einen heftigen, jahrelangen Konflikt aus, der zur Absage der kompletten Sommertour des Jahres 1994 führte. Für das folgende Jahr mieden Pearl Jam alle von Ticketmaster kontrollierten Veranstaltungsorte und organisierten stattdessen 1995 eine komplett unabhängige Tour, die allerdings unter zahlreichen Problemen litt.

Streitpunkt damals waren nicht nur der Preis der Eintrittskarten, sondern auch die Zusatz-Gebühren beim Ticketverkauf, die Pearl Jam auf unter 2 US-Dollar begrenzen wollten, während Ticketmaster auf 4 bis 8 US-Dollar bestand.

Diesmal gemeinsam mit Tickematser

Für ihre bevorstehende US-Tour 2025 haben Pearl Jam erneut Maßnahmen ergriffen, um den Ticketverkauf fanfreundlich zu gestalten – diesmal aber nicht gegen Ticketmaster und dessen Mutterkonzern Live Nation, sondern in Kooperation mit den Quasi-Monopolisten.

Wie Live Nation erklärt, kann etwa ein Großteil der Tickets für die Arena-Tour im Frühjahr 2025 nur über den "Ten Club", den offiziellen Fanclub der Band, erworben werden – und zwar auch nur dann, wenn man vor Tourankündigung Mitglied war. 2020 hatte der Ten Club mehr als 80.000 Mitglieder.

Die Fanclub-Tickets sind ausschließlich mobil und nicht übertragbar, was den Weiterverkauf auf Zweitmarktplätzen verhindern soll. Etwa 10 Prozent der Tickets werden als "PJ Premium" zu höheren Preisen angeboten, um gestiegene Kosten auszugleichen.

Weiterverkauf nur an einer Stelle möglich

Zudem verwendet die Band ein "All-In"-Preismodell, bei dem die Servicegebühren bereits im Ticketpreis enthalten sind, sodass während des Checkouts nur noch die Steuern hinzugerechnet  werden. Das Hinzurechnen der Steuer ist nötig, weil es in den USA keine landesweite Mehrwertsteuer gibt. Die sog. sales tax oder value added tax (VAT) unterscheidet sich je nach Einzelsstaat. 

Zusätzlich wird Pearl Jam in Zusammenarbeit mit Ticketmaster eine Fan-zu-Fan-Ticketbörse betreiben, die es Fans ermöglicht, ihre Tickets zum Originalpreis weiterzuverkaufen. Tickets, die auf anderen Plattformen über ihrem Nennwert angeboten werden, sollen konsequent storniert werden.

Tickets für die breite Öffentlichkeit werden über einen von Ticketmaster veranstalteten Artist Presale erhältlich sein. Fans können sich bis Dienstag, den 10. Dezember für den Vorverkauf von bis zu fünf Konzerten anmelden. Der Vorverkauf beginnt am Freitag, den 13. Dezember um 10 Uhr Ortszeit.

Neue Strategie

Pearl Jam setzen in den USA auf eine andere Strategie als bei ihren Europakonzerten. Dort verkauften sie personalisierte Tickets, die auch nicht weiterverkauft werden durften.

In den USA planen sie, die meisten Tickets an ihre Fanclub-Mitglieder zu verkaufen, was in Europa schon deshalb nicht funktionieren würde, weil es nicht genug davon gibt, um Konzerthallen oder Open-Air-Gelände zu füllen.

Diese Vorgehensweise erscheint uns jedenfalls neu zu sein – ein vergleichbarer Fall ist uns jedenfalls nicht bekannt. Allerdings dürften auch die wenigstens Bands über einen Fanclub mit mehr als 80.000 Mitgliedern verfügen.

Debatte um Dynamic Pricing 

Pearl Jams jüngste Maßnahmen stehen zudem in Kontrast zu umstrittenen Praktiken wie dem "Dynamic Pricing". Dieses Modell passt Ticketpreise in Echtzeit an ihre jeweilige Nachfrage an, was oft zu drastischen Preiserhöhungen führt.

Während einige Künstler*innen wie Bruce Springsteen diese Strategie verteidigen, lehnen andere wie etwa The Cure sie strikt ab. Kürzlich kritisierte Robert Smith das Modell als "betrügerische Masche". Seine Band und er setzen stattdessen auf personalisierte Tickets und begrenzte Weiterverkaufsmöglichkeiten, um faire Preise zu gewährleisten. 

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