Maßnahmen gegen missbräuchliche Praktiken
UK-Regierung geht gegen Ticket-Schwarzmarkt vor: Wiederverkaufspreise sollen gedeckelt werden
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© Vishnu R. Nair
Fans von Künstler*innen wie Coldplay und Taylor Swift haben sich wiederholt darüber beschwert, dass Tickets kurz nach dem offiziellen Verkauf auf Plattformen wie Viagogo oder StubHub für ein Vielfaches des Originalpreises angeboten werden.
Laut der britischen Wettbewerbsbehörde CMA sind Aufschläge von über 50 Prozent auf den ursprünglichen Ticketpreis im Wiederverkauf die Regel, in Extremfällen erreichen die Preise das Sechsfache des Ursprungswerts.
Ebenfalls kontrovers ist das sogenannte dynamische Preismodell, bei dem Ticketpreise während der Verkaufsphase stark schwanken. Ein bekanntes Beispiel war der Ticktverkauf für die Oasis-Reunion-Tour, bei der Fans bis zu 350 Pfund für Tickets zahlen mussten, deren ursprünglicher Wert bei 150 Pfund lag.
Nach zahlreichen Protesten und Kritik von Fans kündigte die britische Wettbewerbsbehörde eine Untersuchung der Frage an, ob Ticketmaster womöglich Verbraucherschutzgesetze verletzt hat.
Mit neuen Maßnahmen möchte die britische Regierung nun beide Themen angehen. Die Problematik erhöhter Weiterverkaufspreise betrifft nicht nur Live-Musik-Events, sondern auch Sport, Theater- und Comedy-Veranstaltungen.
Neue Maßnahmen gegen Missbrauch
Die geplante Deckelung der Wiederverkaufspreise sieht vor, dass Tickets maximal zu ihrem Originalpreis plus einem Aufschlag von bis zu 30 Prozent weiterverkauft werden dürfen. Darüber hinaus sollen Reseller beschränkt werden, nur so viele Tickets anzubieten, wie sie im Erstverkauf erwerben durften.
Ticket-Wiederverkaufsplattformen wie Viagogo oder StubHub sollen außerdem verpflichtet werden, die Richtigkeit der von ihnen bereitgestellten Informationen zu überprüfen. Für die Durchsetzung sollen Verbraucherschutzbehörden und die CMA sorgen. Dazu sollen beispielsweise die Strafen für Verstöße angepasst werden.
Kulturministerin Lisa Nandy betont:
"Wir ergreifen Maßnahmen, um den Verbraucherschutz zu stärken, Fans vor Ausbeutung zu bewahren und sicherzustellen, dass das für Tickets ausgegebene Geld zurück in unseren fantastischen Live-Event-Sektor fließt, anstatt in die Taschen gieriger Zwischenhändler."
Reaktionen aus der Musik- und Veranstaltungsbranche
Die angekündigten Maßnahmen stoßen bereits jetzt auf breite Zustimmung. So begrüßte etwa der Musiker Fatboy Slim, der sich in der Vergangenheit bereits kritisch gegenüber Geschäftspraktiken wie Dynamic Pricing geäußert hatte, die Initiative und pflichtete Lisa Nandy bei:
"Es ist großartig, dass das Geld wieder in die Taschen der Fans fließt, anstatt in die der Wiederverkäufer."
Auch Branchenverbände wie UK Music und Live unterstützen die Vorschläge, so die BBC. Ein Sprecher der Kampagnengruppe FanFair Alliance bezeichnete die geplanten Regelungen als "potenziell bahnbrechend" und verwies auf Irland, wo das Wiederverkaufen von Tickets mit dem Ziel des Profits seit 2021 verboten ist.
Skepsis und Herausforderungen
Wie The Guardian berichtet, haben Plattformen wie Viagogo und StubHub erklärt, die Regierung konstruktiv unterstützen zu wollen. Gleichzeitig warnen Zweitverkaufsplattformen vor einem Anstieg von Ticketbetrug in Form eines Verkaufs von Fake-Tickets, falls Wiederverkaufspreise gedeckelt werden. Kritiker befürchten zudem, dass die Maßnahmen nicht ausreichen, um die Verwendung von Bots oder spekulativen Ticketverkäufen zu stoppen.
Eine öffentliche Konsultation soll nun die Details der Maßnahmen klären, darunter die Höhe des Preisdeckels und die Umsetzung der neuen Vorschriften. Parallel dazu will die Regierung untersuchen, wie dynamische Preismodelle fairer gestaltet werden können.
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