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"Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass ein exklusiver Kreis von Großakteuren sich den Kuchen teilt"

PRO MUSIK kritisiert mangelnde Transparenz bei KI-Deals in der Musikindustrie

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 04.12.2025

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PRO MUSIK kritisiert mangelnde Transparenz bei KI-Deals in der Musikindustrie

© Igor Omilaev via Unsplash

Nur wenige Tage nachdem sich die European Composer and Songwriter Alliance (ECSA) kritisch zu den jüngsten KI-Lizenzabkommen der Major-Label geäußert hatte, äußert nun auch PRO Musik ernste Bedenken und fordert klare Regeln für KI-Nutzung, Vergütung und Beteiligung von Musikschaffenden.

In einem Statement betont PRO MUSIK, die aktuellen Verhandlungen zwischen Universal, Warner und Sony sowie Streaming- und KI-Unternehmen wie Spotify, Suno und Udio seien ein "Wendepunkt", doch fänden – so der Verband – "ohne ausreichende Transparenz und mit ungelösten Fragen zur Rechtsgrundlage" statt. 

PRO MUSIK zeigt sich besorgt, dass die zentralen Interessen der Musikschaffenden erneut übergangen werden könnten, während die großen Player neue Wege der KI-Verwertung aushandeln. 

Nicht die erste kritische Stimme

Bereits in der vergangenen Woche hatte die ECSA, die über 30.000 Komponisten, Komponistinnen und Songwriter in 28 Ländern vertritt, vor den Folgen der Lizenzdeals mit Udio, Suno und Klay gewarnt.

Besonders betonte die Allianz die "mangelnde Transparenz" der Vereinbarungen und forderte sicherzustellen, dass Werke der Urheber*innen angemessen bewertet und vergütet werden.

Zwar seien KI-Lizenzabkommen grundsätzlich ein notwendiger Schritt, um Urheberrechte in der KI-Ära zu schützen, doch drohe die Wiederholung eines bekannten Problems: der systematischen Unterbewertung von Songrechten gegenüber Masterrechten. 

Transparenz als Grundbedingung

PRO MUSIK knüpft nun an diese Kritik an und erweitert sie aus der Perspektive freier Musikschaffender. Dabei betont der Verband insbesonders die drohende Exklusivität der KI-Verhandlungen, bei denen unabhängige Musiker*innen kaum eingebunden seien. 

Der Verband fordert daher, dass Rahmenbedingungen der KI-Deals klar offengelegt werden:

"Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass ein exklusiver Kreis von Großakteuren sich den Kuchen teilt, während die breite Masse der Kreativen, mit deren Werken ebenfalls KI-Tools trainiert wurden, außen vor bleibt."

Keine Kopplung von Kompensation und Opt-In

PRO MUSIK warnt insbesondere vor Modellen, bei denen Vergütung nur dann fließt, wenn Kreative aktiv einem KI-Programm zustimmen.

Dies könne dazu führen, dass zahlreiche Musikschaffende keinerlei Entschädigung erhalten, obwohl ihre Werke bereits Teil von Trainingsdatenbanken sein könnten. 

Vergütungssysteme müssen neu gedacht werden

PRO MUSIK sieht eine zentrale Frage der Thematik darin, auf welcher gesetzlichen oder vertraglichen Grundlage Stimmen, Samples oder Musikpassagen künftig für KI-Systeme genutzt werden.

Zudem drängt der Verband statt auf rückwirkende Nachzahlungen auf moderne, vorausschauende Vergütungsmodelle inklusive besserem Tracking und nachvollziehbarer Verteilung.

Weiter fordert PRO MUSIK, dass die KI-Deals nicht entlang der bekannten Grenzlinie "Major vs. Nicht-Major" verlaufen dürfen. Auch unabhängige Musiker*innen müssten faire Mitsprache- und Beteiligungsrechte erhalten.

KI-Abkommen als Präzedenzfall

Dass die Verhandlungen zwischen Majors und KI-Anbietern wie Suno und Udio einen Präzedenzfall darstellen, ist unstrittig. Doch während die Major-Labels über Chancen und "künstler-zentrierte" Lösungen sprechen, bleiben viele Detailfragen aus rechtlicher wie aus wirtschaftlicher Perspektive offen.

Sowohl die ECSA als auch PRO MUSIK sehen jedoch in einem intransparenten Abkommen die Gefahr, dass dieses langfristig die kreative Selbstbestimmung, die Vergütung und die Marktstellung von Musikschaffenden erheblich beeinträchtigen könnte.

Politik soll handeln

PRO MUSIK erwartet nun, dass nicht nur Labels, Streamingdienste und KI-Anbieter, sondern auch die Politik aktiv wird, um ein "inklusives, transparentes und gerechtes Regelwerk für die KI-Nutzung und -Vergütung im Musikbereich" zu erstellen. Dabei sollen auch unabhängige Musikschaffende mitwirken.

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