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Über Vergütungssystem aufklären

Spotify will mit neuer Website Loud&Clear mehr Transparenz schaffen

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 18.03.2021

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Spotify will mit neuer Website Loud&Clear mehr Transparenz schaffen

© Spotify

Spotify reagiert mit einer neuen Website auf Vorwürfe, das Geschäftsmodell des Unternehmens sei intransparent. Loud&Clear soll Vergütungsvorgänge sichtbar machen und aktuelle Daten und Erfahrungsberichte von Artists präsentieren.

Schon häufig wurde Spotify mit Vorwürfen wegen intransparenter und ungerechter Vergütung seiner Artists konfrontiert – eine aktuelle Übersicht über die Argumentationslinien des Disputs findet ihr beispielsweise hier.

Als Reaktion darauf hat der Audio-Streaming-Dienst jetzt die Website Loud&Clear ins Leben gerufen, um über Abläufe und Entwicklungen im Musikstreaming aufzuklären.

Auflistung relevanter Daten

Auf Loud&Clear soll beispielsweise zu sehen sein, wie viele Content Creator weltweit welchen Umsatz mit ihrem Songkatalog generiert haben. Ebenso können Besucher der Website die Anzahl der monatlichen Spotify-Nutzer sowie die Menge der Streams dort nachverfolgen. 

© Spotify

Außerdem werden einige Spotify-Artists ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Streaming-Dienst auf Loud&Clear teilen sowie Einschätzungen zur Zukunft des Streamings abgeben.

Ein zusätzliches Video soll erklären, wie der monatliche Umsatz des Unternehmens auf Rechteinhaber, Künstler und Songwriter aufgeteilt wird. In einem ausführlichen Frage- und Antwortbereich mit weiterführenden Informationen und externen Quellen sollen weitere Unklarheiten aus dem Weg geräumt werden. 

Deezer meldet sich zu Wort

Die Streaming-Plattform Deezer reagierte mit einem Statement auf die Ankündigung der Loud&Clear-Website durch Spotify. Insbesondere kritisierte der Konkurrent die Verlinkung auf eine Studie des National Music Centre (CNM) in Frankreich, die sich mit den Auswirkungen einer Umstellung auf ein sogenanntes User Centric Payment System (UCPS) beschäftigt. 

Die Studie legt Nahe, dass die Einführung des UCPS (deren Grundlagen ihr hier erklärt findet) kaum etwas an den tatsächlichen Auszahlungen für Artists ändern würden. Dazu Alexander Holland, Chief Content & Strategy Officer bei Deezer:

"Im Musik-Streaming mit seinem aktuellen Abrechnungsmodell gibt es einen gewissen Mangel an Transparenz und auch an Fairness. Das aktuelle Modell nützt vor allem denen, die an der Spitze stehen. Ein nutzerzentriertes Abrechnungsmodell löst all diese Probleme nicht auf magische Weise. Aber es bringt Künstler:innen enger mit ihren Fans zusammen. Es behandelt jede:n Künstler:in gleich. Und es stellt sicher, dass Streaming-Nutzer:innen als Fans genau die Künstler:innen unterstützen, die sie lieben."

Der Verweis von Spotify auf die Studie lässt sich als eine Absage an die Einführung des UCPS lesen. Für Deezer steht laut Holland jedoch fest, dass dieses System einen wichtigen Beitrag leisten kann zu genau jener Transparenz und Fairness, die Spotify u.a. mit Loud&Clear erreichen möchte.

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