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Wird 2017 ihr bestes Jahr?

Streaming-Anbieter brauchen neue Preismodelle, um weiterhin attraktiv zu bleiben

News von Florian Endres
veröffentlicht am 15.02.2017

streaming studie

Streaming-Anbieter brauchen neue Preismodelle, um weiterhin attraktiv zu bleiben

Im Diagramm zeigt sich, dass trotz langsam eintretender Marktsättigung die Zahl der Musik-Abonnenten gerade ihren Höhepunkt erreicht. © MIDiA

Das Marktforschungsunternehmen MIDiA prognostiziert die nahende Marktreife des Streaming-Marktes: Streaming-Anbieter müssen nun zwischen Rabatt-Aktionen und normalen Gebühren einen Mittelweg finden, um weiterhin attraktiv für (Neu-)Kunden zu bleiben.

So populär Musikstreaming inzwischen auch sein mag, so problematisch bleibt nach wie vor das Preismodell der meisten Anbieter: Die durchschnittliche Gebühr von 9,99€ ist gerade den Kunden, die bisher so gut wie gar nicht für Musik bezahlt haben, zu hoch.

Attraktive Rabatte sowie Bundle-Optionen mit Mobilfunk-Anbietern funktionieren zwar durchaus, um Kunden zu locken, führen jedoch langfristig eher dazu, dass der Preispunkt von 9,99€ als zu teuer wahrgenommen wird.

Die Streaming-Vorhersage

Mit der neuen Studie "Streaming Music Pricing: Inelastic Stretching" möchte das Marktforschungsinstitut MIDiA auf Basis proprietärer Daten untersuchen, wie die Zukunft des Streamings, gerade hinsichtlich des Preismodells, aussehen könnte:

  • 2017 wird ein phänomenales Jahr für Streaming-Dienste: MIDiA prognostiziert für dieses Jahr ein noch stärkeres Benutzerwachstum – die Zahl der Nutzer wird auf knapp 146,6 Millionen ansteigen.
  • Ab dem Jahr 2018 wird das Benutzerwachstum langsam sinken.
  • In 2019 wird langsam die Phase der Marktreife erreicht werden → neue Strategien sind gefordert, um das Segment weiterhin profitabel zu nutzen.

Neue Strategien

MIDiA sieht, neben der Erschließung neuer Märkte, neuen Partnerschaften und Rabattmodellen vor allem im bisherigen Preismodell der Streaminganbieter eine Notwendigkeit zum Kurswechsel. Zwischen Rabatt-Angeboten und kostenlosen Streaming-Diensten wie Youtube, Vevo oder Spotify Free) brauchen Streamingdienste ein flexibles Preismodell, das für Kunden im unteren und mittleren Preissegments attraktiv ist.

Eine Chance sieht MIDiA hier in niedrigpreisigen Streaming-Apps, die auf spezielle Nischen – z.B. Genres oder demographische Gruppen – zugeschnitten sind. Neben Stand-Alone-Anbietern könnten auch Konzerne wie Spotify diese Taktik aufgreifen, wenn sie sich hier z.B. an der Strategie von Facebook orientieren: Die Apps bzw. Dienste müssen dann zusätzliche, einzigartige Funktionalität bieten und dürfen nicht nur wie eine Lite-Version des jeweiligen Dienstens wirken. 

Notwendige Veränderung

MIDiA nimmt also eine durchaus positive Zukunft von Streaming-Anbietern an. Doch mit zunehmender Marktreife wird es immer wichtiger werden, neue, flexiblere Preismodelle zu entwickeln – sowohl im hohen als auch im niedrigen Preissegment. Nur so ist es möglich, die Kunden ebenfalls flexibel anzusprechen und ihnen mehr als nur ein "One Size Fits All"-Modell zu bieten.

Die komplette Studie gibt es hier zu kaufen.

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