Musik auf dem Kapitalmarkt
Übernahmeangebot: US-Investor Bill Ackman bietet mehr als 55 Milliarden Euro für Universal
Das UMG-Headquarter in Santa Monica, Kalifornien. © Coolcaesar via Wikimedia (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Umgheadquarters.jpg) / Lizenz: CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
Bill Ackman ist über Pershing Square seit knapp fünf Jahren an UMG beteiligt. Jetzt plant er die vollständige Übernahme des größten Musikunternehmens der Welt. Anleger sollen 5,05 Euro in bar sowie 0,77 Aktien der neuen Gesellschaft "New UMG" erhalten.
UMG würde damit mit mehr als 30 Euro pro Aktie bewertet, 78 Prozent höher als der Schlusskurs vom Freitag (3.4.2026), der bei knapp über 17 Euro lag. Insgesamt hat das Angebot ein Volumen von fast 56 Milliarden Euro. Die Übernahme soll nach den Ackmans Plänen bis Jahresende abgeschlossen sein.
Nach Bekanntgabe des Übernahmeangebots stieg die Aktie auf ca. 19 Euro, ein Zuwachs von mehr als 10 Prozent.
Stärkerer Fokus auf die USA
In einem Brief an den Vorstand bewertet Bill Ackman Universal als wachstumsfähiges und operativ starkes Unternehmen. Der Aktienkurs spiegle hingegen nicht das tatsächliche Potential von UMG wider. Ziel der Übernahme sei es, diese Probleme zu lösen, so Ackman.
Mit dem Baranteil des Übernahmeangebots will Bill Ackman die französische Bolloré Group, die ca. 18 Prozent der Aktien an Universal hält, aus dem Unternehmen herauskaufen. Die Unsicherheit über die Haltung des französischen Mischkonzerns hat Ackman zufolge den Aktienkurs in der Vergangenheit belastet.
Zudem will Ackman die UMG stärker am US-Kapitalmarkt positionieren. Geplant sind eine Börsennotierung in New York, die das Unternehmen kürzlich erst verschoben hatte, und eine stärkere Orientierung an internationalen Investoren. Diese und weitere Maßnahmen sollen den Aktienkurs in die Höhe treiben.
Aktienkurs hinkt Geschäftsentwicklung hinterher
Ackman erklärte in einer Stellungnahme, dass Universal unter der Leitung von Lucian Grainge zwar "hervorragende Arbeit geleistet habe, indem es ein Künstlerportfolio von Weltklasse aufgebaut und weiter ausgebaut sowie eine starke Geschäftsentwicklung erzielt habe", der Aktienkurs jedoch aufgrund von Problemen, die "nichts mit der Leistung des Musikgeschäfts zu tun haben", hinterherhinke.
Stellungnahmen von Universal oder den Hauptanteilseignern – neben der Bolloré Group sind das der französische Konzern Vivendi und das chinesische Unternehmen Tencent – liegen aktuell noch nicht vor. Erst kürzlich hatte Universal ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro angekündigt.
Auswirkungen auf Künstler und Labels
Die mögliche Übernahme von Universal durch einen Finanzinvestor sorgt schon jetzt für große Debatten in der Musikszene. Schließlich ist Universal ist nicht nur Marktführer, sondern prägt mit seinen Labels und Künstlern maßgeblich das globale Musikgeschäft.
Wenn sich die Eigentümerverhältnisse ändern, wird das mit Sicherheit Auswirkungen auf das operative Geschäft haben. Welche das sind und ob die Übernahme letztlich zustandekommt, lässt sich aktuell aber noch nicht absehen.
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